Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) tritt der Allianz gegen Einsamkeit bei – ein strategischer Schritt mit Signalwirkung für Millionen Menschen.
Die Initiative, die vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) koordiniert wird, gewinnt damit einen der größten Bildungsanbieter Deutschlands als Partner. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die regionalen Volkshochschulen ihre Herbstprogramme 2026 veröffentlichen. Ein zentraler Trend zeichnet sich ab: Digitale Bildung, Künstliche Intelligenz und soziale Integration stehen hoch im Kurs.
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Warum die VHS gegen die Einsamkeit kämpft
Die Forschung liefert die düstere Grundlage für diesen Kurs. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2024 belegt: Fast jeder zweite junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren in Deutschland fühlt sich einsam. Die Volkshochschulen reagieren darauf mit einem klaren Angebot. Sie verstehen ihre Kurse – von der digitalen Grundbildung bis hin zu Schulabschlusslehrgängen – als Werkzeuge der sozialen Teilhabe.
Allein 2024 bot das VHS-Netzwerk mehr als 1.000 Kurse für den Hauptschulabschluss und über 650 für die Mittlere Reife an. Der DVV betont: Diese Programme sind längst mehr als reine Wissensvermittlung. Sie schaffen Begegnungsräume, in denen Menschen zusammenkommen und Isolation überwinden können.
Künstliche Intelligenz erobert die Kursräume
Mehrere regionale Einrichtungen setzen die digitale Transformation ins Zentrum ihrer kommenden Semester. Die VHS Bonn hat ihr Herbstthema 2026 unter den Titel „Digitale Kulturen“ gestellt. Mehr als 1.300 Veranstaltungen sind geplant. Die Bandbreite reicht von KI in der Kunst über digitale Resilienz bis hin zur IT-Sicherheit.
Die VHS Delmenhorst veröffentlichte ihr neues Programm unter dem Motto „Die Kunst zu leben – Lernen, Erleben, Genießen“. Besonders bemerkenswert: Spezielle KI-Workshops für Kinder. Im Landkreis Harburg wirbt die dortige Volkshochschule für ihr Herbst-/Winterprogramm mit dem Slogan „Neue Perspektiven entdecken“. Digitale Kompetenzen stehen dort neben beruflichen und kulturellen Themen im Fokus.
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Neue Chancen für Beruf und Bildung
Zum Spätsommer starten zahlreiche neue Lehrgänge. Am 31. August 2026 beginnt die VHS Mettmann-Wülfrath mit zwei Vorbereitungskursen für anerkannte Schulabschlüsse: den Erweiterten Ersten Schulabschluss (EESA) in Mettmann und den Mittleren Schulabschluss (MSA) in Wülfrath. Die Kurse erstrecken sich über zwei Semester, die Abschlussprüfungen sind für Juni und Juli 2027 geplant. Ein besonderes Angebot: Die Teilnehmer können Leih-Notebooks nutzen, die aus EU-Mitteln financed wurden.
Die VHS Wiesbaden widmet sich in ihrem neuen Programm der Zukunft der industriellen Produktion. Der Kursplan umfasst auch Betriebsbesichtigungen vor Ort – etwa eine geplante Führung durch die Kellerei Henkell Freixenet am 26. Juni 2026.
Programmhighlights aus den Regionen
Die Volkshochschulen in ganz Deutschland haben ihre Fahrpläne für das zweite Halbjahr 2026 finalisiert:
Speyer: Die VHS Speyer veröffentlichte ihr Programm mit rund 350 Veranstaltungen. Unter der Leitung von Dirk Ohl, der die Einrichtung seit dem 1. April 2026 führt, wird das Semester am 3. September 2026 mit einem Vortrag zur Verteidigung der Demokratie eröffnet.
Lennetal: Die Außenstelle stellt ihr Programm mit über 500 Kursen am 23. Juni 2026 online. Ein besonderes Jubiläum steht bevor: Am 5. November 2026 feiert die Einrichtung ihr 50-jähriges Bestehen auf Burg Holtzbrinck in Altena.
Vogelsberg: Neue Gesundheitsangebote, darunter Hatha-Yoga-Grundkurse, starten am 7. Juli 2026.
Erkrath: Die örtliche VHS führt ab dem 3. Juli 2026 „Walk & Talk“-Angebote für Frauen ein. Die Idee: Bewegung an der frischen Luft mit Gesprächen über psychische Gesundheit verbinden.
Um die Anmeldezahlen zu steigern, gehen einige regionale Zweigstellen Kooperationen mit Unternehmen ein. Die KVHS Harburg etwa gewährt Kunden der örtlichen Sparkasse zehn Prozent Rabatt auf Kursgebühren. Diese lokalen Initiativen fügen sich in die nationale Strategie ein: Die Volkshochschulen sollen als zugängliche Anlaufstellen für beruflichen Aufstieg und gesellschaftlichen Zusammenhalt erhalten bleiben.

