Zum Semesterstart 2026 weiten Deutschlands Volkshochschulen ihr Kursangebot für digitale Grundbildung massiv aus. Mit niedrigschwelligen Workshops wollen sie vor allem Ältere und Einsteiger fit für den Alltag in einer digitalen Welt machen.
Vom Smartphone-Kurs bis zur KI-Einführung
Im Fokus stehen praktische Alltagshilfen. Bundesweit bieten die VHS nun verstärkt Einsteigerkurse zur Bedienung von Smartphones und Tablets an. Die Teilnehmer lernen dort Schritt für Schritt, wie man Nachrichten schreibt, Fotos verschickt oder sich mit Karten-Apps orientiert. „Es geht darum, Berührungsängste abzubauen und ganz konkrete Fragen zu klären“, so das Ziel einer VHS-Sprecherin. Einige Einrichtungen, wie die im Landkreis Gießen, starten mit über 500 Kursen ins neue Halbjahr und haben Digitalthemen fest im Programm verankert.
Viele Ältere und Einsteiger stehen vor genau dem Problem, das die Volkshochschulen adressieren: Unsicherheit beim Einrichten von Android‑Smartphones und bei Apps wie WhatsApp, E‑Mail oder digitalen Tickets. Das kostenlose Android‑Startpaket bietet eine leicht verständliche Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung plus einen gratis 5‑teiligen E‑Mail‑Grundkurs – speziell für Seniorinnen und Senioren. So nutzen Sie Ihr Handy sicher für Fotos, Nachrichten und wichtige Alltags‑Funktionen ohne Frust. WhatsApp, Fotos & Co.: Android‑Einsteiger‑Guide gratis sichern
Doch die Angebote gehen weit über die Grundlagen hinaus. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf Künstlicher Intelligenz (KI). Die VHS Hanau etwa erklärt in Online-Kursen, wie KI-Assistenten wie ChatGPT funktionieren. Frankfurt wirbt unter dem Motto „KI? Kapiert!“ mit speziellen Formaten für die Generation 55+. Ziel ist ein doppelter Lerneffekt: die Technologie verstehen und ihren kritischen Umgang fördern.
Digitale Teilhabe als gesellschaftliche Aufgabe
Dieser Bildungsoffensive liegt ein klarer gesellschaftlicher Auftrag zugrunde. In einer zunehmend digitalisierten Welt sind entsprechende Kompetenzen Schlüssel zur Teilhabe – vom Online-Banking bis zum Termin beim Bürgeramt. Initiativen wie der „DigitalPakt Alter“ von Bundesfamilienministerium und Seniorenverbänden unterstreichen die Dringlichkeit. Studien zeigen zwar, dass mehr Seniorinnen und Senioren online gehen, viele fühlen sich im Umgang mit Apps und Diensten aber unsicher. Die Volkshochschulen sehen sich hier in der Pflicht, als Orte des lebenslangen Lernens die digitale Spaltung der Gesellschaft zu überwinden.
Zukunft setzt auf Hybrid-Modelle
Für die kommenden Jahre planen die Bildungseinrichtungen einen Mix aus Präsenz- und Online-Angeboten, um flexibel auf Bedürfnisse zu reagieren. Auch die VHS selbst digitalisieren sich weiter, wie die Umstellung auf digitale Programmhefte in Bonn zeigt. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) treibt die Entwicklung mit Projekten wie der Lernplattform vhs.cloud voran. Das Kursportfolio soll stetig wachsen: Themen wie der Umgang mit Gesundheits-Apps oder digitalen Behördengängen werden künftig eine größere Rolle spielen. Die Botschaft ist klar: Die VHS wollen die zentrale Anlaufstelle für digitale Zukunftskompetenzen bleiben.





