Volkswagen räumt ein: Touch-Bedienung war ein Fehler

Volkswagen plant wieder mehr Tasten im Cockpit, während BMW an Touch- und Sprachsteuerung festhält und neue Modelle hybride Konzepte zeigen.

Volkswagen zieht die Konsequenzen aus einer der meistkritisierten Design-Entscheidungen der vergangenen Jahre: Qualitätschef Andreas Krepp räumte ein, dass die stark auf Touchbedienung ausgelegte Innenraumgestaltung ein Fehler war.

Die elektrischen Bedienelemente hätten nicht radikal anders gestaltet werden müssen als in Verbrennerfahrzeugen, so Krepp. Die nächste Generation der Fahrzeuginnenräume soll physische Tasten für häufig genutzte Funktionen zurückbringen.

Kurskorrektur nach Kritik an Touch-Bedienung

Volkswagen hatte in den vergangenen Modellgenerationen konsequent auf Touchflächen und Wischgesten gesetzt, selbst für Grundfunktionen wie Lautstärke oder Klimaregelung. Diese Entscheidung stieß bei Kunden und Testern wiederholt auf Kritik, da sie im Fahrbetrieb oft mehr Aufmerksamkeit erfordert als klassische Drehregler oder Tasten.

Mit der Rückkehr physischer Bedienelemente reagiert der Konzern nun auf diesen Druck. Auch Euro NCAP, die europäische Sicherheitsorganisation für Fahrzeugbewertungen, drängt darauf, wieder mehr physische Bedienelemente einzusetzen, um Ablenkung am Steuer zu reduzieren.

Auch andere Hersteller im Umbruch

Der Kurswechsel bei Volkswagen fällt in eine Phase, in der die gesamte Branche ihre Innenraumkonzepte neu austariert. Ein Leak zum VW ID. Unyx 09, einer für China bestimmten Limousine, zeigt bereits eine Mischung aus Tasten am Lenkrad und einem zentralen Display.

Das Fahrzeug basiert auf einer 800-Volt-Architektur mit einem 92-kWh-Akku und soll in China im späten dritten Quartal 2026 auf den Markt kommen; eine Entscheidung über einen Europa-Start steht noch aus.

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Volkswagen räumt ein: Die Touch-Bedienung war ein Fehler. Auch Euro NCAP drängt auf mehr physische Tasten, um Ablenkung am Steuer zu reduzieren. Doch nicht alle Hersteller ziehen mit – BMW setzt weiter auf Touch. Unser Leitfaden zeigt, welche Innenraum-Konzepte 2026 wirklich sicher sind und worauf Sie beim nächsten Autokauf achten sollten. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Auch bei anderen Herstellern zeigt sich ein hybrider Ansatz aus Touch und physischer Bedienung. Der chinesische Hersteller GWM stellte mit dem Haval H10, einem 5,3 Meter langen Plug-in-Hybrid-SUV, ein Fahrzeug vor, dessen Innenraum Touchscreen und physische Tasten kombiniert. Das auf der GWM-One-Architektur basierende Modell erreicht eine elektrische Reichweite von bis zu 180 Kilometern.

Nicht alle Hersteller folgen dem Trend zurück zu physischen Bedienelementen. BMW Group Australia CEO Vikram Pawah verwies auf den Erfolg des iDrive-Systems seit 2001 und erklärte, dass unter 45-Jährige Touch- und Sprachsteuerung bevorzugten. Während Mercedes und Volkswagen zu Tasten zurückkehrten, halte BMW an Bildschirmen fest, so Pawah.

Vielfalt der Innenraumkonzepte bei neuen Modellen

Die Bandbreite aktueller Innenraumkonzepte zeigt sich auch bei weiteren Modellvorstellungen der vergangenen Tage. Lynk & Co präsentierte mit dem elektrischen SUV 20 einen Innenraum in Weiß-Lila mit digitalem Cockpit, Head-up-Display, zentralem Touchscreen, 50-Watt-Wireless-Charging sowie Lidar- und NOA-Funktionen.

Hyundai wurde mit dem B-Segment-SUV Bayon gesichtet, das einen Doppelbildschirm aus digitalem Cockpit und Touchscreen erhält; das Modell soll Ende 2026 erscheinen und sich zwischen Venue und Creta positionieren.

Auch im Luxussegment setzt sich der Touchscreen-Trend fort: Bentley zeigt bei seinem ersten Elektro-SUV Torcal einen gebogenen Touchscreen kombiniert mit automatisch schließenden Türen. Die Enthüllung ist für September 2026 geplant, die Auslieferung soll im Frühjahr 2027 beginnen.

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Fehlbedienungen im Fahrbetrieb sind nicht nur nervig, sondern gefährlich. VW kehrt deshalb zu Tasten zurück – doch viele Modelle setzen weiterhin auf Touchflächen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie das sichere Bedienkonzept für Ihr nächstes Auto erkennen und welche Hersteller auf Nummer sicher gehen. Sicheren Bedienkompass jetzt sichern

Xpeng wiederum setzt beim Fastback-Crossover Mona L03 auf einen 15,6-Zoll-Touchscreen, ein 26,8-Zoll-Head-up-Display, zu 72 Prozent auf Soft-Touch-Materialien sowie eine 4,15 Meter lange Ambientebeleuchtung mit 256 Farben.

Die Beispiele verdeutlichen, dass die Branche derzeit keinen einheitlichen Weg verfolgt. Während Volkswagen und Mercedes verstärkt auf physische Bedienelemente setzen, hält BMW an seiner Touch- und Sprachsteuerungsstrategie fest, während chinesische Hersteller wie GWM, Lynk & Co und Xpeng auf hybride oder weiterhin touchlastige Konzepte setzen.