Volvo Cars startet einen weltweiten Rückruf für über 40.000 seiner vollelektrischen Kompakt-SUVs EX30. Grund ist ein schwerwiegender Defekt in den Hochvoltbatterien, der zu Überhitzung und im schlimmsten Fall zu einem Fahrzeugbrand führen kann. Für die schwedische Marke, deren Kernidentität seit Jahrzehnten auf Sicherheit basiert, ist dies ein herber Imageschlag.
Defekt in kritischen Batteriemodulen
Der Fehler liegt in bestimmten Batteriezellmodulen, die bei hohem Ladestand kurzschließen und überhitzen können. Betroffen sind die Varianten Single-Motor Extended Range und Twin-Motor Performance des EX30. Die Batterien stammen vom Zulieferer Shandong Geely Sunwoda Power Battery Co., einem Joint Venture von Volvos Mutterkonzern Geely. Der Lieferant hat den Produktionsfehler inzwischen behoben und liefert die Ersatzmodule.
Bereits seit Dezember gelten für Besitzer in mehreren Märkten strenge Vorsichtsmaßnahmen. Sie müssen die maximale Ladung auf 70 Prozent begrenzen und ihre Fahrzeuge im Freien und fern von Gebäuden parken. Diese Auflagen bleiben bis zur Reparatur bestehen. Ein Warnhinweis im Display soll Fahrer alarmieren, falls eine Zelle überhitzt.
Ein Schlag ins Kontor für die Sicherheitsmarke
Der Rückruf trifft Volvo in einer sensiblen Phase. Der EX30 ist ein Schlüsselmodell, um im hart umkämpften Markt für preiswerte Elektroautos Fuß zu fassen. Ein Sicherheitsproblem dieser Tragweite gefährdet das wertvollste Kapital der Marke: das Vertrauen in ihre Zuverlässigkeit.
Die finanziellen Folgen sind erheblich. Allein die Kosten für die Batteriemodule werden von Branchenanalysten auf fast 200 Millionen Euro geschätzt – ohne Logistik und Arbeitsaufwand. Volvo bezeichnet diese Schätzungen als spekulativ und verhandelt die Kosten mit dem Zulieferer. Die Situation erinnert an den milliardenschweren Rückruf des Chevrolet Bolt durch General Motors im Jahr 2020.
Was betroffene Besitzer jetzt tun müssen
Volvo kontaktiert derzeit alle Halter der betroffenen Fahrzeuge, um den kostenlosen Austausch der Batteriemodule zu organisieren. In den USA beginnen die Benachrichtigungen am 23. Februar 2026. Betroffen sind Fahrzeuge des Modelljahres 2025.
Besitzer können online auf der Website der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA oder direkt bei Volvo prüfen, ob ihr Fahrzeug unter der Rückrufnummer R10355 fällt. Das Unternehmen appelliert dringend an die Kunden, die Ladebegrenzung und Parkvorschriften strikt einzuhalten, bis der Werkstatttermin erfolgt ist. Die Zahl der gemeldeten Vorfälle sei zwar extrem gering, man nehme die Angelegenheit jedoch äußerst ernst.





