VONDER: Viture präsentiert KI-Brille ohne Kamera auf der SILMO

Viture erweitert sein Brillenangebot um VONDER: Das KI-Modell setzt auf Datenschutz, mehrere Sprachmodelle und ein kostenpflichtiges Abo.

Der Hardware-Hersteller Viture, der sich bisher vor allem durch Display-Brillen im Entertainment-Segment positioniert hat, weitet sein Angebot auf die Kategorie der intelligenten Brillen aus.

Mit der Einführung des Modells VONDER vollzieht das Unternehmen den Schritt hin zu „Intelligent Eyewear“, die im Gegensatz zu bisherigen Produkten des Hauses nicht primär auf visuelle Inhalte, sondern auf künstliche Intelligenz und Datenschutz fokussiert ist.

Design und optische Spezifikationen

Die Debüt-Kollektion von VONDER umfasst sechs verschiedene Rahmenformen aus Acetat, die unter den Namen Antwerp, Paris, Basel, Oslo, Palermo und Tribeca geführt werden. Die Brillen werden in drei Farben angeboten, darunter die Varianten Smoke und Whiskey. Mit einem Gewicht von unter 30 Gramm ist das Gerät deutlich leichter als vergleichbare Konkurrenzprodukte wie die Ray-Ban Meta.

Ein wesentliches Merkmal ist die vollständige Kompatibilität mit Korrekturgläsern. In Zusammenarbeit mit dem Linsenhersteller Essilor werden Einstärken-, Gleitsicht- sowie Transitions- und Verlaufsgläser angeboten.

Die Preisgestaltung beginnt bei 299 US-Dollar für das Basismodell Basel in Schwarz. Die weiteren Acetat-Stile in den Farben Smoke und Whiskey sind für 399 US-Dollar gelistet, während für Transitions-Gläser zusätzliche Kosten anfallen können.

Fokus auf Datenschutz und KI-Funktionalität

Bei der Entwicklung von VONDER wurde laut Unternehmensangaben ein „Privacy-First“-Ansatz verfolgt. Das Gerät verzichtet vollständig auf Kameras, Displays oder eine permanente Aufzeichnungsfunktion.

Zur Erfassung der Nutzersprache kommen Bone-Conduction-Mikrofone zum Einsatz, die darauf ausgelegt sind, ausschließlich die Stimme des Trägers zu isolieren und Umgebungsstimmen zu filtern. Ein spezieller Meeting-Modus lässt sich zudem über einen physischen Schalter am linken Bügel aktivieren, wobei eine blaue oder weiße LED den Status signalisiert.

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Die künstliche Intelligenz der Brille nutzt einen Multi-Modell-Ansatz. Der Assistent greift je nach Aufgabenstellung auf Modelle wie ChatGPT, Claude, Gemini oder DeepSeek sowie eine hauseigene KI-Lösung zu, um Effizienz und Geschwindigkeit zu optimieren. Ein zentrales Feature ist der sogenannte „Personal Memory Graph“.

Hierbei werden Notizen, Gespräche und Kontextinformationen in einer Web-Grafik innerhalb der zugehörigen App visualisiert. Erfasstes Audio wird unmittelbar in Text umgewandelt; die Originalaufnahmen werden laut Hersteller gelöscht. Die Datenspeicherung erfolgt mit einer Verschlüsselung auf Finanzmarktniveau, wobei ein Verkauf von Nutzerdaten oder Werbung ausgeschlossen wird.

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Marktpositionierung und Verfügbarkeit

Viture verstärkt für das neue Segment auch seine Führungsebene. Guillaume Hamon, der zuvor Führungspositionen bei Rivian und Oura bekleidete, tritt dem Unternehmen als Mitgründer und Chief Brand Officer bei. Die Entwicklung von VONDER habe fast zwei Jahre in Anspruch genommen.

Laut CEO David Jiang verfolge man das Ziel, die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns technisch nachzuahmen. Während Waveguide-Displays für die Zukunft geplant seien, reiche der aktuelle Stand der Miniaturisierung dafür noch nicht aus.

Für den vollen Funktionsumfang der KI-Dienste führt das Unternehmen ein Abonnement-Modell ein. Die Basisversion für 9,99 US-Dollar pro Monat beinhaltet unter anderem das tägliche Gedächtnisprotokoll und begrenzte KI-Abfragen. Eine Premium-Variante für 99 US-Dollar pro Monat bietet Zugang zu leistungsstärkeren Modellen und unbegrenzten Sprachanfragen.

Viture gilt laut Daten des Marktforschers IDC bereits als führende Marke für XR-Brillen in Nordamerika. Zum Vergleich: Für die Ray-Ban Meta Smartglasses werden lebenslange Verkaufszahlen von über 15 Millionen Einheiten geschätzt.

Die erste öffentliche Präsentation der VONDER-Brille findet im Rahmen der Fachmesse SILMO in Paris vom 25. bis 28. September 2026 statt. Vorbestellungen sind ab dem 28. September 2026 möglich, die Auslieferung soll im November 2026 beginnen. Die Akkulaufzeit wird je nach Quelle mit etwa 8 bis 16 Stunden angegeben, wobei eine Ladung auf 80 Prozent innerhalb von 25 Minuten erfolgen kann.