Microsoft hat Visual Studio Code in Version 1.123 veröffentlicht. Das Update vom 3. Juni 2026 bringt zwei grundlegende Neuerungen: KI-Chats werden plattformübergreifend synchronisiert, und Drittanbieter-Erweiterungen erhalten eine Sicherheitssperre von zwei Stunden. Für Entwickler in Deutschland und der EU bedeutet das mehr Kontrolle über ihre KI-Assistenten – und weniger Risiko durch manipulierte Plugins.
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KI-Speicher für die ganze Projektgeschichte
Die Chat-Synchronisation über GitHub-Kontos ist der zentrale Neuzugang. Entwickler können nun auf verschiedenen Rechnern nahtlos an KI-gestützten Workflows weiterarbeiten. Der Editor merkt sich nicht nur die Unterhaltungen selbst, sondern auch den dazugehörigen Repository-Kontext, Dateien und Pull-Requests.
Mit dem neuen Befehl /chronicle lassen sich vergangene KI-Interaktionen durchsuchen. Das Tool erstellt auf Wunsch Zusammenfassungen – etwa Tagesberichte aus vorangegangenen Coding-Sessions. Für ambitionierte Projekte erweitert Microsoft das Kontextfenster auf bis zu eine Million Tokens, unterstützt werden die Modelle Claude Opus 4.7 und GPT-5.5.
Ebenfalls in der Vorschau: der Research Agent. Er analysiert lokalen Code und Web-Informationen, um Berichte im Markdown-Format zu generieren. Verfügbar ist er zunächst nur in lokalen Copilot-CLI-Sitzungen für Insider.
Zwei-Stunden-Sperre gegen Supply-Chain-Attacken
Die größte Sicherheitsänderung betrifft das Erweiterungs-Ökosystem. Ab sofort verzögert VS Code automatische Updates von Drittanbieter-Erweiterungen um zwei Stunden. Die Idee: Der Sicherheitscommunity bleibt ein Zeitfenster, um kompromittierte Updates zu identifizieren, bevor sie millionenfach ausgerollt werden.
Ausgenommen von dieser Regel sind Microsoft-, GitHub- und OpenAI-Erweiterungen – sie werden sofort aktualisiert. Manuelle Updates sind jederzeit möglich, wer die Verzögerung umgehen will, kann selbst Hand anlegen. Branchenkenner sehen Parallelen zu ähnlichen Sicherheitsmechanismen in Paketmanagern und anderen Entwicklerwerkzeugen.
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Enterprise-Features für abgeschottete Umgebungen
Zwischen Mitte Mai und Anfang Juni 2026 hat Microsoft mehrere Updates (Versionen 1.120 bis 1.123) speziell für Unternehmen ausgerollt. Highlight ist die Air-Gapped BYOK-Funktion (Bring Your Own Key) aus Version 1.122 vom 28. Mai. Sie entkoppelt die Chat-View-Aktivierung von GitHub OAuth und erlaubt den Einsatz lokaler KI-Modelle wie Ollama oder vLLM in isolierten, sicherheitskritischen Umgebungen.
Weitere Neuerungen für Firmenkunden:
- Agents Window: Stabile Vorschau für mehrschrittige Coding-Aufgaben (seit 13. Mai)
- Remote Agent Support: Experimentelle Unterstützung für SSH- und Dev-Tunnel-Sitzungen (seit 20. Mai)
- Nutzungsbasierte Abrechnung: GitHub Copilot wechselte zum 1. Juni auf ein Verbrauchsmodell
- Terminal-Sicherheit: Sensitive Eingaben werden nicht mehr an KI-Modelle weitergegeben, ergänzt durch experimentelle Risikobewertungen für Befehle
MAI-Modelle: Microsofts eigene KI-Offensive
Die VS-Code-Updates fallen mit größeren KI-Ankündigungen der Microsoft Build-Konferenz vom 2. Juni zusammen. Microsoft stellte mehrere neue Modelle vor, darunter MAI-Code-1-Flash mit fünf Milliarden Parametern, speziell für Code-Aufgaben optimiert. Interne Benchmarks bescheinigen dem Modell eine Erfolgsquote von 51,2 Prozent auf SWE-Bench Pro.
Noch ambitionierter: MAI-Thinking-1, ein Reasoning-Modell mit rund einer Billion Parametern, das sich in privater Vorschau befindet. Es erreichte 97,0 Prozent auf dem AIME-2025-Benchmark. Beide Modelle werden in das GitHub-Copilot-Ökosystem integriert und erweitern die Optionen für automatisierte Code-Generierung und logisches Denken direkt in VS Code.
Installation: Bewährter Ablauf für Windows
Für Windows-10- und Windows-11-Nutzer bleibt der Installationsprozess unverändert. Der offizielle Weg führt über die Microsoft-Website: Installer ausführen, Lizenzbedingungen akzeptieren, Desktop-Icons optional konfigurieren.
Wer Python entwickeln möchte, sollte bei der Ersteinrichtung die Option Python zum System-PATH hinzufügen aktivieren. Nach der Kerninstallation folgt die Python-Erweiterung aus dem Marketplace – dann stehen Debugging und IntelliSense bereit. Der Editor unterstützt weiterhin JavaScript, C++, Java sowie integrierte Git-Funktionen.

