Broadcom erweitert sein Virtualisierungsportfolio und führt mit vSphere Express ein neues Einstiegspaket auf Basis von vSphere 9 ein. Das Angebot richtet sich an Kunden, die keine umfassende vSphere Foundation benötigen, aber auf grundlegende Virtualisierungsfunktionen angewiesen sind.
Mit dem Schritt zielt das Unternehmen auch darauf ab, Kunden zurückzugewinnen, die nach Preiserhöhungen bei VMware Cloud Foundation (VCF) zu alternativen Anbietern gewechselt waren.
vSphere Express ist weltweit sofort verfügbar und wird ausschließlich im Rahmen eines Abonnements angeboten. Der Leistungsumfang umfasst Kernkomponenten wie ESXi, vCenter, vMotion, High Availability, Distributed Switch sowie TPM 2.0 und vCenter Quick Patch.
Letzteres ist technisch darauf ausgelegt, Sicherheitskorrekturen und kritische Fehlerbehebungen bereitzustellen, schließt größere Versionssprünge jedoch aus. Für den laufenden Betrieb sind VCF Operations sowie ein dedizierter Lizenzserver erforderlich.
Zudem ist jede Installation von vSphere Express diskret aufgebaut, womit eine übergreifende zentrale Verwaltung entfällt. Die reguläre Update-Kadenz entspricht jener von VVF und VCF.
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Lizenzgrenzen und Preisstruktur
Das Einstiegspaket unterliegt einer strikten Obergrenze von 128 CPU-Cores pro Kunde. Diese Limitierung gilt nicht pro Cluster, sondern übergreifend über alle Umgebungen des jeweiligen Unternehmens hinweg.
Bestehende Installationen lassen sich ab Version 9.1.1 auf vSphere Express aktualisieren, wofür als Mindestvoraussetzung ESXi 8.0 und vCenter Server 8.0 definiert sind. Ältere Ausgaben wie vSphere Standard und Enterprise Plus stehen derweil nur noch bis zur Version 8 Update 3 bereit.
Wie aus Angaben der IT-Distributoren TD Synnex und C4C Group hervorgeht, beläuft sich der Preis für das Paket auf 9.600 US-Dollar pro Jahr für bis zu 128 Cores. Der Betrag fällt unabhängig davon an, wie viele Cores tatsächlich genutzt werden.
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Ein Sprecher von VMware bezeichnete das Preisniveau als signifikant niedriger im Vergleich zu VVF und VCF, nannte dabei jedoch keine eigenen Zahlen. Zuvor hatte Broadcom bereits vSphere Enterprise Plus als Option unter VMware vSphere Foundation wieder eingeführt.
Vertriebskanal und Migrationsfristen
Der Vertrieb von vSphere Express wird über ein zweistufiges Distributionsmodell abgewickelt, nachdem Broadcom sein direktes Reseller-Netzwerk im Zuge der Restrukturierungen deutlich verkleinert hatte.
Konkrete Kosten für einen Wechsel von vSphere Standard werden Kunden daher erst nach einem Angebot durch den jeweiligen Distributor mitgeteilt. Von vSphere Express aus bleibt ein späteres Upgrade auf VMware vSphere Foundation oder VMware Cloud Foundation technisch möglich.
Broadcom hatte VMware im Jahr 2023 für 69 Mrd. US-Dollar übernommen. Für die Flaggschiff-Plattform VCF 9 verzeichnete der Konzern mit Stand vom September über 2.600 Kunden und mehr als 24 Mio. allokierte Cores.
Neben VCF 9.1.1, das aktuelle Sicherheitsaktualisierungen enthält, ist ein weiteres Update der Plattform für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 angekündigt.
Parallel zu den Produktänderungen passte Broadcom die Fristen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an: Dort wurde der Verkauf von vSphere Standard 8 und Enterprise Plus 8 bis zum 31. Oktober 2027 verlängert, der verlängerte Support läuft bis zum 31. Oktober 2028. Der reguläre Support für vSphere 8 und VCF 5.x endet planmäßig am 11. Oktober 2027. Branchenanalysten sehen in diesem verlängerten Zeitfenster bis zu 12 Monate mehr Spielraum für die Migration auf VCF 9 und werten die Ausnahmeregelung im EWR als Reaktion auf europäischen Regulierungsdruck im Zusammenhang mit einer Beschwerde des Cloud-Verbands CISPE.
Mehr zum Thema bei Ars Technica: „VMware releases vSphere Express for virtualization on up to 128 cores“

