Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Startup Wabi richtet sein Produktangebot grundlegend neu aus. Wie Gründerin Eugenia Kuyda, die zuvor das KI-Unternehmen Replika aufbaute, am 28. September 2026 über die Plattform X bekannt gab, vollzieht das Unternehmen einen Strategiewechsel hin zu Wabi 2.0. Bei dem Produkt handelt es sich um einen KI-Messenger, der als persönlicher digitaler Assistent fungiert und Softwareanwendungen direkt auf Abruf generiert.
Nutzer können innerhalb von Chatverläufen maßgeschneiderte Werkzeuge erstellen, darunter Programme für die Protokollierung von Mahlzeiten und Körpergewicht, Familienkalender oder Anwendungen zum Sprachenlernen. Die Software ist vorerst nur über Einladungscodes zugänglich, die über X bereitgestellt werden.
Mit diesem Schritt ordnet sich Wabi explizit in das Segment autonomer KI-Agenten ein. Das Startup positioniert sein Produkt damit im direkten Wettbewerbsumfeld von Angeboten wie Metas Muse oder der Agenten-Plattform Instinct und grenzt sich ausdrücklich von reinen Programmierwerkzeugen ab.
Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund branchenweiter Anpassungen bei Schnittstellen für Anwendungssoftware: Auf der Entwicklerkonferenz DevDay hatte OpenAI kürzlich Neuerungen für ChatGPT-Plugins vorgestellt, die interaktive Anwendungen direkt in der Benutzeroberfläche und mit namentlicher Nennung in der Seitenleiste verankern.
Wettbewerb mit hoch bewerteten Verbraucher-Agenten
Im Markt für persönliche Agenten-Software trifft Wabi auf finanzstarke Konkurrenten. Das in San Francisco ansässige Startup Instinct unter Gründer Noah Shinn sicherte sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters eine Series-C-Finanzierungsrunde über 1 Mrd. US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 10 Mrd. US-Dollar, angeführt von den Risikokapitalgebern Sequoia Capital, Benchmark und Coatue. Noch im August 2026 hatte Instinct im Rahmen einer Series B rund 250 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 2,5 Mrd. US-Dollar aufgenommen.
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Instinct stellt einen persönlichen Agenten über Nachrichtendienste wie WhatsApp und iMessage sowie per Sprachsteuerung bereit, der in einer persistenten Cloud-Computing-Umgebung operiert.
Das System umfasst Funktionen wie telefonische Reservierungen über Instinct Concierge, ein agentenübergreifendes Protokoll für den Dokumentenaustausch sowie isolierte Software-Sandboxes. Gründer Shinn berichtete in einem Podcast, dass die Plattform ein jährliches Transaktionsvolumen von nahezu 1 Mrd. US-Dollar verzeichne, von dem über 50 % auf Reisebuchungen entfallen.
Meta forciert Expansion des Muse-Ökosystems
Zeitgleich baut auch Meta seine Plattform für KI-Agenten aus. Am 2. Oktober 2026 stellte der Konzern das Open-Source-Projekt Muse Gadgets vor, das Entwicklern die Konstruktion eigener Hardware auf Basis von Einplatinencomputern wie dem Raspberry Pi oder ESP32 über bereitgestellte Firmware und Linux-Softwareentwicklungskits ermöglicht.
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Am selben Tag präsentierte Nat Friedman, Produktleiter der Meta Superintelligence Labs, mit Muse Home Link ein USB-C-Hardwaremodul zur Vernetzung von Muse mit lokalen Heimnetzwerken, von dem 5.000 Stück kostenfrei an Abonnenten vergeben werden.
Ebenfalls am 2. Oktober 2026 führte Meta das Angebot Muse for Small Business mit Schnittstellen zu Diensten wie Dropbox, Shopify und Slack ein. Parallel dazu schuf der Konzern mit der Meta Enterprise Platform eine neue Geschäftseinheit unter Führung des früheren MongoDB-Chefs Chirantan Desai, um KI-Infrastruktur an Unternehmenskunden zu vertreiben.
Muse wird in den Vereinigten Staaten über iOS, Android und muse.ai bereitgestellt und soll künftig auch auf KI-Brillen sowie dem Gerät Muse Charm laufen.

