WAICO gegründet: China startet KI-Organisation ohne den Westen

China startet mit 29 Staaten die WAICO als neue KI-Organisation. Westliche Nationen sind nicht beteiligt.

Peking startet mit 29 Staaten eine neue internationale Behörde für Künstliche Intelligenz. Der Westen bleibt außen vor.

Am 16. Juli 2026 wurde in Shanghai die World Artificial Intelligence Cooperation Organization (WAICO) aus der Taufe gehoben. Die neue zwischenstaatliche Organisation soll die Entwicklung und Regulierung Künstlicher Intelligenz unabhängig von den Vereinten Nationen und westlich geführten Initiativen vorantreiben. Gründungsmitglieder sind unter anderem Russland, Brasilien, Indonesien, Kasachstan und Pakistan. Die USA, Großbritannien, Japan, Südkorea und die meisten EU-Staaten fehlen auf der Liste.

Xi fordert „Sinfonie der globalen Zusammenarbeit“

In seiner Grundsatzrede am 17. Juli 2026 verglich Chinas Präsident Xi Jinping die Entwicklung von KI mit einer Sinfonie – kein Land könne dieses Konzert allein spielen. Er betonte die Notwendigkeit, KI-Systeme unter menschlicher Kontrolle zu halten und einen menschenzentrierten Ansatz zu verfolgen. Zugleich sprach sich Xi gegen nationale Sicherheitsbedenken als Vorwand für Technologiebeschränkungen aus – eine klare Spitze gegen die jüngsten Handels- und Exportkontrollen westlicher Staaten.

5000 Ausbildungsplätze für Entwicklungsländer

Ein zentrales Anliegen der neuen Organisation ist die Förderung des Globalen Südens. China verpflichtete sich, in den nächsten fünf Jahren 5000 KI-Ausbildungsplätze für Menschen aus Entwicklungsländern bereitzustellen. Zudem erhalten 30 Staaten Zugang zu Mazu, einem chinesischen KI-Wettervorhersagetool.

Für den regionalen Austausch richtet China KI-Anwendungszentren in Zusammenarbeit mit der Arabischen Liga, der Afrikanischen Union, der ASEAN und der BRICS-Gruppe ein. Auffällig: Indien, ebenfalls BRICS-Mitglied, fehlt als Gründungsmitglied der WAICO.

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Rekordmodell und Rechenriese

Die zeitgleich stattfindende Welt-KI-Konferenz (WAIC) bot auf 100.000 Quadratmetern mehr als 300 Produktpremieren. Der spektakulärste Auftritt gelang Moonshot AI: Das Unternehmen präsentierte Kimi K3, das nach eigenen Angaben größte offene KI-Modell der Welt mit 2,8 Billionen Parametern. Huawei stellte mit dem Atlas 950 SuperPoD ein System aus 8192 Ascend-950DT-Prozessoren vor.

Die Verbreitung offener chinesischer KI-Modelle hat den Weltmarkt grundlegend verändert. Lag ihr Anteil an der globalen Nutzung einst bei rund einem Prozent, sind es heute etwa 30 Prozent. Chinas zentrale KI-Industrie erzielte 2025 einen Wert von umgerechnet rund 175 Milliarden Euro.

Zwei konkurrierende Visionen

Die Gründung der WAICO ist eine direkte Antwort auf die US-geführte Pax Silica-Initiative mit 24 Unterzeichnerstaaten. Nur zwei Tage zuvor, am 14. Juli 2026, hatte Google-DeepMind-CEO Demis Hassabis in Washington ein Gegenmodell vorgeschlagen: eine US-geführte Selbstregulierungsorganisation nach Vorbild der Finanzaufsicht FINRA, die neue KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung 30 Tage lang prüfen soll.

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Während westliche Unternehmen wie Anthropic zuletzt über Schwierigkeiten bei der Sicherheitsausrichtung ihrer Modelle berichteten, setzte die Shanghai-Konferenz auf offene Modelle als globales Gemeinschaftsgut. Thailands Premierminister Anutin unterstützte den WAICO-Rahmen und schlug Säulen aus Schutz und Wohlstand vor. Die USA und China bereiten derweil hochrangige KI-Gespräche unter der aktuellen US-Regierung vor.