Im oberpfälzischen Neubäuer Forst bei Roding hat ein wegweisendes Pilotprojekt zur technologischen Früherkennung von Waldbränden begonnen. Unter dem Projekttitel „CTRL-F“ erproben Forschungspartner und kommunale Behörden den Einsatz von unbemannten Flugsystemen, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und spezialisierter Sensorik eine schnellere Reaktion auf Entstehungsbrände ermöglichen sollen.
Das Vorhaben wird durch Mittel der Europäischen Union gefördert und konzentriert sich auf die Verbindung von Luftaufklärung und automatisierter Datenanalyse.
Technologische Früherkennung durch kombinierte Sensorik
Das Projekt setzt auf eine Kombination verschiedener Detektionsverfahren, um die Zuverlässigkeit der Brandmeldung zu erhöhen. Die zum Einsatz kommenden Drohnen sind mit hochauflösenden Wärmebildkameras ausgestattet, die Temperaturabweichungen am Boden auch in dicht bewachsenen oder schwer zugänglichen Waldgebieten identifizieren können. Ergänzt wird diese optische Überwachung durch spezielle KI-gestützte Sensoren, die auf die Erkennung von Brandgasen programmiert sind.
Diese Sensoren analysieren die chemische Zusammensetzung der Luft in Echtzeit. Die integrierte Künstliche Intelligenz ist darauf trainiert, die spezifischen Signaturen von Rauchgasen von anderen Umweltfaktoren zu unterscheiden.
Durch diese technologische Verzahnung soll die Zeitspanne zwischen dem Ausbruch eines Feuers und dem Eintreffen der Einsatzkräfte signifikant verkürzt werden, da Meldungen unmittelbar nach der Detektion an die zuständigen Stellen übermittelt werden können.
Kooperation zwischen Wirtschaft und Verwaltung
Hinter dem Projekt CTRL-F steht ein Konsortium aus spezialisierten Technologieunternehmen und regionalen Akteuren. Zu den beteiligten Partnern gehören die Unternehmen NeuralDrones, KI64 und DronySIT. Diese bringen ihre Expertise in den Bereichen Drohnenbau, Softwareentwicklung für Künstliche Intelligenz sowie Systemintegration in das Vorhaben ein.
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Auf administrativer Ebene ist der Landkreis Cham als zentraler Projektpartner beteiligt. Die Erprobung im Neubäuer Forst dient dabei als Referenzszenario, um die Praxistauglichkeit der Systeme unter realen forstwirtschaftlichen Bedingungen zu evaluieren. Die Einbindung der lokalen Behörden soll zudem sicherstellen, dass die technischen Lösungen nahtlos in die bestehenden Alarmierungsketten des Katastrophenschutzes integriert werden können.
Erweiterung des Einsatzgebiets ab Frühjahr 2027
Die aktuelle Testphase im Landkreis Cham bildet die Grundlage für eine geplante Ausweitung des Überwachungssystems. Nach dem derzeitigen Zeitplan sollen ab dem Frühjahr 2027 insgesamt vier Drohnen dauerhaft in der Grenzregion zwischen dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald zum Einsatz kommen. Dieses weitläufige Waldgebiet gilt aufgrund seiner Topografie und der zunehmenden Trockenperioden als besonders gefährdet für großflächige Waldereignisse.
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Die grenzüberschreitende Dimension des Projekts unterstreicht den europäischen Ansatz der Initiative. Durch den Einsatz der Flugsysteme im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald soll ein länderübergreifendes Sicherheitsnetzwerk entstehen, das die Effizienz der Waldbrandbekämpfung in Mitteleuropa nachhaltig verbessert.
Die Erkenntnisse aus den laufenden Tests bei Roding fließen direkt in die Vorbereitungen für diesen großflächigen Einsatz ein, um die Sensorik und die KI-Algorithmen optimal auf die regionalen Besonderheiten der Vegetation und Witterung abzustimmen.

