Walmarts KI-Investitionen zahlen sich aus: Kunden, die den KI-Einkaufsassistenten „Sparky“ nutzen, legen im Schnitt 35 Prozent mehr in den Warenkorb. Das gab der neue Konzernchef John Furner bei seiner ersten Quartalspräsentation bekannt. Die Zahlen unterstreichen, wie der Einzelhandelsriese künstliche Intelligenz zur strategischen Priorität unter seiner neuen Führung macht.
Die Ankündigung fiel zusammen mit soliden Quartalszahlen für das am 31. Januar zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2026. Trotz eines vorsichtigen Ausblicks für das laufende Jahr lieferten die KI-Tools eine optimistische Wachstumsstory. Furner, der am 1. Februar die Führung übernahm, betonte, dass Technologie und KI zentral seien, um Kundenprobleme zu lösen und Entscheidungen zu vereinfachen. Der Erfolg von „Sparky“ stehe beispielhaft für den Wandel vom traditionellen Suchen zum intent-driven commerce, bei dem KI Bedürfnisse antizipiert.
Vom Suchergebnis zur kompletten Lösung
An vorderster Front der Kunden-KI steht „Sparky“ in der Walmart-App. Das Tool geht über einfache Suchanfragen hinaus: Nutzer können in natürlicher Sprache Events planen – etwa nach Ideen für eine Super-Bowl-Party fragen. Der Assistent generiert dann eine komplette Einkaufsliste von Lebensmitteln bis zur Deko.
Diese Fähigkeit treibt die Umsätze. Die 35 Prozent höhere Warenkorbsumme bei Sparky-Nutzern zeigt, wie effektiv KI nicht nur bei der Produktsuche, sondern auch bei passenden Zusatzempfehlungen ist. Dieses KI-gesteuerte Engagement ist ein Grundpfeiler von Walmarts Omnichannel-Strategie, die digitale Absicht mit dem riesigen Filialnetz und Lieferlogistik verbindet. Der Konzern plant, die Fähigkeiten und Personalisierung des Assistenten weiter auszubauen.
KI für 1,5 Millionen Mitarbeiter
Walmarts KI-Ambitionen reichen weit über die Kunden-App hinaus und zielen auf die Transformation der Arbeit seiner globalen Belegschaft ab. Im Juni 2025 kündigte das Unternehmen eine Suite von KI-Tools für seine 1,5 Millionen US-Mitarbeiter in den Filialen an. Ein KI-gesteuertes Aufgabenmanagement soll etwa die Schichtplanung für Nachtablagen von 90 auf 30 Minuten reduzieren. Ein Echtzeit-Übersetzungstool für 44 Sprachen soll Sprachbarrieren zwischen Mitarbeitern und Kunden abbauen.
Bereits im August 2023 hatte Walmart das generative KI-Tool „My Assistant“ für 50.000 Angestellte in der Konzernzentrale eingeführt, das bei Entwürfen und Textzusammenfassungen hilft. Bis Januar 2024 wurde der Zugriff auf 25.000 weitere Mitarbeiter in zehn Ländern ausgeweitet. Die Initiativen sollen repetitive Aufgaben automatisieren, damit sich die Belegschaft auf anspruchsvollere, kundennahe Tätigkeiten konzentrieren kann.
Die Ära des „Agentic Commerce“
Für die Zukunft arbeitet Walmart an sogenanntem „Agentic Commerce“, bei dem KI-Agenten komplexe Einkaufsaufgaben übernehmen. Ein Schlüsselbeispiel ist der „InHome Replenishment“-Service für Walmart+-Mitglieder, der auf der CES 2024 vorgestellt wurde. Die KI lernt die Einkaufsmuster der Kunden und sagt voraus, wann Grundnahrungsmittel wie Milch oder Eier zur Neige gehen. Sie fügt diese Artikel dann automatisch einer Lieferbestellung hinzu, die ein Walmart-Mitarbeiter direkt in den Kühlschrank des Kunden stellen kann.
Dieser Service markiert den Wandel vom reaktiven Einkaufen zur proaktiven, automatischen Nachbestellung – eine enorme Zeitersparnis für die Kunden. Es ist Teil einer breiteren Strategie, Walmarts riesigen Datenschatz über Kaufgewohnheiten für ein hochpersonalisiertes Einkaufserlebnis zu nutzen. Dieser Schritt gilt als entscheidend, um mit anderen technologiefokussierten Händlern zu konkurrieren und Kundenbindung zu festigen.
Vollskalige Transformation eingeleitet
Unter der neuen Führung signalisiert Walmart, dass die Phase des KI-Experimentierens in eine umfassende Transformation übergeht. Die Strategie kombiniert eigene Entwicklung mit Partnerschaften zu Tech-Größen wie Microsoft und Google, um deren fortschrittliche KI-Modelle zu nutzen. So will der Konzern Spitzentechnologie in praktische Einzelhandelslösungen übersetzen, die Kunden, Mitarbeiter und Gewinn gleichermaßen zugutekommen.
Wer KI-Systeme jetzt großflächig im Unternehmen einsetzt, steht auch vor neuen rechtlichen Pflichten. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt die EU‑KI‑Verordnung (AI Act), Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und notwendige Dokumentation für Entwickler und Anwender – ideal für Unternehmen, die ihre KI-Systeme rechtskonform einordnen und betreiben wollen. EU‑KI‑Verordnung: Kostenlosen Umsetzungsleitfaden herunterladen
Der Fokus liegt auf globalen Technologieplattformen, die ein konsistentes, KI-verbessertes Erlebnis in allen Märkten liefern sollen. Die Zukunft des Einzelhandels sei „schnell, bequem und personalisiert“, so die Führungsetage. Von automatisierten Logistikzentren bis zum digitalisierten Filialerlebnis soll KI zum zentralen Nervensystem von Walmarts globalen Operationen werden.





