Eine Ende September 2026 im Fachjournal BMJ Open Sport & Exercise Medicine veröffentlichte Untersuchung der Canterbury Christ Church University liefert neue Erkenntnisse zur nichtmedikamentösen Regulierung des Blutdrucks.
Das Forschungsteam analysierte an 100 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren, wie sich eine durch isometrische Übungen – konkret den Wandsitz – erzielte anfängliche Blutdrucksenkung über einen längeren Zeitraum stabilisieren lässt.
Bei den teilnehmenden Personen lag zu Beginn ein systolischer Ausgangswert zwischen 120 und 140 mmHg vor; eine diagnostizierte Hypertonie bestand nicht, ebenso wenig nahmen sie blutdrucksenkende Medikamente ein.
Deutliche Effekte nach vier Wochen Training
In den ersten vier Wochen absolvierten die Trainingsgruppen ein einheitliches Programm: Dreimal wöchentlich führten sie jeweils vier Durchgänge des Wandsitzes über eine Dauer von je zwei Minuten aus, unterbrochen von zweiminütigen Pausen. Eine Kontrollgruppe trainierte in diesem Zeitraum nicht.
Nach Ablauf der ersten vier Wochen sanken die Blutdruckwerte im Trainingsprogramm im Durchschnitt signifikant: Systolisch ging der Wert um 9,45 mmHg zurück, diastolisch um 5,47 mmHg.
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Trainingshäufigkeit entscheidet über den langfristigen Erhalt
Für die anschließenden Wochen fünf bis acht teilten die Forschenden die Probanden neu auf, um die notwendige Trainingsfrequenz zur Aufrechterhaltung der Effekte zu untersuchen. Die Gruppen trainierten in dieser Phase entweder drei-, zwei- oder einmal pro Woche, während eine weitere Gruppe das Training vollständig einstellte.
Nach insgesamt acht Wochen zeigten sich deutliche Unterschiede je nach Trainingsaufwand:
– Bei drei Einheiten pro Woche sank der systolische Blutdruck gegenüber dem Studienbeginn um durchschnittlich 13,7 mmHg.
Der systolische Gruppenmittelwert fiel dabei von 131,2 auf 117,47 mmHg.
– Bei zwei Einheiten pro Woche betrug die Senkung knapp 7 mmHg, wobei der Mittelwert bei 122,49 mmHg lag.
– Bei einer Einheit pro Woche ging der systolische Wert um rund 6,6 mmHg zurück, mit einem Mittelwert von 123,33 mmHg. Eine wöchentliche Einheit reichte damit aus, um die Senkung über die folgenden vier Wochen weitgehend zu halten.
Allerdings hielt bei lediglich einer oder zwei Einheiten pro Woche die Senkung des diastolischen Werts nicht an. Wurde das Training gänzlich abgebrochen, verpuffte die Wirkung: Nach dem Trainingsstopp unterschieden sich die Messwerte nicht mehr signifikant von denen der Kontrollgruppe.
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Empfehlungen und gesundheitliche Hinweise
Für den vollen Effekt und optimale Ergebnisse empfehlen die Autoren der Canterbury Christ Church University ein dauerhaftes Pensum von drei Einheiten pro Woche.
Gleichzeitig verweist die Untersuchung auf wichtige Vorsichtsmaßnahmen: Menschen mit bestehendem Bluthochdruck oder Herzerkrankungen sollten vor Trainingsbeginn ärztlichen Rat einholen, da der Blutdruck während des statischen Haltens beziehungsweise des Pressens kurzfristig steigen kann.

