Warntag 10. September: 65 Millionen Handys testen Cell-Broadcast-Entwarnung

Beim Warntag am 10. September testet das BBK Cell Broadcast mit 65 Millionen Handys und erprobt erstmals auch die digitale Entwarnung.

Am 10. September 2026 findet in Deutschland erneut der bundesweite Warntag statt. Um 11:00 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) eine Probewarnung über verschiedene Kanäle aus, um die technische Infrastruktur zu prüfen und die Bevölkerung für Notfallsituationen zu sensibilisieren.

Eine technische Neuerung markiert dabei den diesjährigen Testlauf: Erstmals wird um 11:45 Uhr auch die Entwarnung über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast versendet. Diese Funktion steht technisch bereits seit November 2025 zur Verfügung und wird nun im Rahmen des bundesweiten Aktionstages großflächig erprobt.

Mobilfunk-Infrastruktur im Fokus des Belastungstests

Nach Angaben des BBK sollen am Warntag rund 65 Millionen Mobiltelefone über Cell Broadcast erreicht werden. Der Netzentreiber Vodafone meldete im Vorfeld, dass etwa 28.000 Mobilfunk-Stationen für den reibungslosen Ablauf des Tests betriebsbereit seien. Seit der Einführung von Cell Broadcast in Deutschland im Februar 2023 wurde das System laut Behördenangaben bereits für rund 700 reale Warnmeldungen genutzt.

Die Zustellung der Warnung erfolgt dabei unabhängig von einer installierten App direkt auf das Display der Endgeräte. Für den Empfang ist jedoch eine aktuelle Betriebssoftware erforderlich.

Das BBK weist darauf hin, dass Mobiltelefone mindestens über iOS in der Version 16.1 oder Android ab Version 11 verfügen müssen, um die Signale verarbeiten zu können. Zudem wird empfohlen, in den Geräteeinstellungen die Warnstufe 3 zu aktivieren, um den Empfang sicherzustellen.

Zusammenspiel digitaler und analoger Warnmittel

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Am 10. September um 11 Uhr werden rund 65 Millionen Handys per Cell Broadcast alarmiert – erstmals folgt um 11:45 Uhr auch die Entwarnung auf diesem Kanal. Damit Ihr Smartphone die Warnung zuverlässig anzeigt, sollten Sie vorher die wichtigsten Einstellungen prüfen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in 3 Schritten, wie das geht. Jetzt Leitfaden zum Warntag sichern

Neben dem Mobilfunk kommen zahlreiche weitere Warnmittel zum Einsatz. Die Alarmierung erfolgt parallel über Warn-Apps wie NINA und KATWARN, über Rundfunk und Fernsehen sowie über Sirenen und digitale Stadtwerbetafeln.

Die akustische Signalisierung über Sirenen folgt einem einheitlichen Muster: Ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton signalisiert die Warnung. Die Entwarnung wird durch einen einminütigen Dauerton gekennzeichnet.

In Hessen kommen zusätzlich digitale Übertragungswege wie DAB+ (bereits seit 2023 integriert) und das System ASA (seit 2025 im Einsatz) zum Tragen. Das Bundesland plant zudem eine Konsolidierung seiner digitalen Angebote: Die App hessenWARN soll Anfang 2027 eingestellt werden, woraufhin Nutzer auf die bundesweite App NINA umsteigen sollen.

Regionale Umsetzung und Ausbau der Sirenennetze

In den Kommunen wird der Warntag unterschiedlich umfangreich begleitet:

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Sie fragen sich, ob Ihr Handy den Cell-Broadcast-Alarm empfängt? Nicht jedes Gerät ist automatisch bereit: Sie benötigen iOS ab 16.1 oder Android ab 11 und müssen die Warnstufe 3 aktivieren. Unser Leitfaden erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Einstellungen prüfen und was die Sirenensignale bedeuten. Leitfaden: Cell Broadcast richtig einstellen

  • Köln: Die Stadt löst insgesamt 136 Sirenen aus. Der Ablauf sieht hier eine spezifische Abfolge vor: Zunächst ertönt ein Dauerton zur Entwarnung, gefolgt von einer fünfminütigen Pause, dem eigentlichen Katastrophenschutzalarm und einem abschließenden Entwarnungston nach einer weiteren Pause.
  • Hannover: Die Feuerwehr Hannover testet 112 Sirenen im Stadtgebiet und betont, dass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht.
  • Frankfurt am Main: Hier werden Sirenen in den Industrieparks Höchst und Fechenheim aktiviert. Perspektivisch plant die Stadt Frankfurt 162 Sirenenstandorte, davon 156 fest installierte Anlagen. Ein erster Bauabschnitt umfasst derzeit 37 Standorte.
  • Oldenburg: Die Stadt nutzt den Probealarm ebenfalls zur Überprüfung der bestehenden Anlagen. Gleichzeitig wird ein neues Sirenennetz geplant, für das die Ausschreibung unmittelbar bevorsteht.

Im Anschluss an den Testlauf bittet das BBK die Bevölkerung um Rückmeldungen zur Erreichbarkeit der Warnungen. Feedback kann über die Internetseite www.warntag-umfrage.de gegeben werden, um die Zuverlässigkeit der Systeme weiter zu optimieren.