Warntag 10. September: Cell Broadcast testet Entwarnung erstmals

Beim bundesweiten Warntag am 10. September prüft das BBK erstmals die Entwarnung per Cell Broadcast und vergleicht digitale sowie analoge Signale.

Am 10. September 2026 findet der bundesweite Warntag statt, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) organisiert. Um 11:00 Uhr wird ein Probealarm ausgelöst, die Entwarnung folgt um 11:45 Uhr. Neu in diesem Jahr: Erstmals wird die Entwarnung auch per Cell Broadcast versendet – jener Technik, die Warnmeldungen direkt und ohne installierte App auf kompatible Mobiltelefone sendet.

Cell Broadcast erstmals mit Entwarnung

Die Cell-Broadcast-Funktion selbst ist seit November 2025 verfügbar, doch bislang wurde nur die Warnung darüber verschickt. Am Warntag wird nun erstmals auch der Entwarnungs-Fall getestet. Damit Geräte die Nachrichten empfangen können, benötigen sie mindestens Android 11 beziehungsweise iOS 16.1. Der Vorteil des Systems liegt laut BBK darin, dass es auch Menschen erreicht, die keine spezielle Warn-App wie NINA installiert haben.

Parallel zur digitalen Warnung ertönt vielerorts das klassische Sirenensignal: ein auf- und abschwellender Heulton für die Warnung, ein einminütiger Dauerton für die Entwarnung. Das BBK führt zudem eine Online-Befragung zum Warntag durch, die bis zum 17. September 2026 läuft und Rückmeldungen der Bevölkerung zur Wirksamkeit der Warnmittel sammeln soll.

Unterschiedlicher Ausbaustand der Sirenennetze in den Bundesländern

Der Zustand der Sirenennetze variiert bundesweit deutlich, wie die Beteiligung einzelner Länder am Warntag zeigt. In Thüringen, das mit allen Landkreisen teilnimmt, wurden 2025 insgesamt 1.211 Sirenen ausgelöst, davon 475 digital.

Für 2026 stehen dem Land 1,23 Millionen Euro vom Land Thüringen sowie 229.800 Euro vom Bund zur Verfügung, mit denen 176 Neubauten und 91 Umrüstungen geplant sind.

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Bayern beteiligt sich mit über 11.000 Sirenen und führt zusätzlich einen eigenen landesweiten Probealarm im März durch. Hessen verfügt über 4.074 aktive Sirenen, von denen 85 Prozent bereits digital funken – der Digitalfunk löst dabei den Alarm binnen ein bis zwei Sekunden aus.

Allerdings gibt es Kritik an der Geschwindigkeit der Umrüstung; das hessische Innenministerium rechnet dennoch nicht mit größeren Störungen am Warntag. Hessen investiert 2026 insgesamt 2,1 Millionen Euro in seine Sirenen, seit 2021 sind es insgesamt 12 Millionen Euro.

Schleswig-Holstein verfügt derzeit über 2.800 Sirenen. Bis 2030 sind für den weiteren Ausbau 23,2 Millionen Euro vorgesehen, seit 2024 wurden bereits 1.000 neue Sirenen beantragt. Ergänzend wurden im Land 1.032 Notfallinformationspunkte eingerichtet, in die 1,35 Millionen Euro investiert wurden.

Städte setzen unterschiedlich auf Sirenen

Auch auf kommunaler Ebene zeigen sich Unterschiede: Karlsruhe beteiligt sich mit Sirenen-Heulton um 11:00 Uhr und Entwarnung um 11:45 Uhr und testet zusätzlich den Cell-Broadcast-Alarm, allerdings ohne die entsprechende Entwarnungsmeldung. Stuttgart hingegen nimmt ohne eigene Sirenen am Warntag teil, während Karlsruhe und weitere Städte auf das akustische Signal setzen.

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Warnsystem im Alltag bereits häufig genutzt

Der Warntag ist nicht der einzige Anlass, zu dem das bundesweite Warnsystem MoWaS zum Einsatz kommt: 2025 wurden bundesweit 2.010 entsprechende Meldungen ausgelöst. Allein in Baden-Württemberg löste das System 2024 insgesamt 260 Warnmeldungen aus. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die am Warntag getesteten Systeme im Ernstfall regelmäßig zum Einsatz kommen – etwa bei Unwettern oder anderen Gefahrenlagen.