WATCH-Studie in Tasmanien: 172 Menschen testen Wearables für mehr Bewegung

Eine Studie mit 172 Teilnehmenden untersucht Bewegungsdaten und Gesundheitsvorgeschichte; die verpflichtende St Luke’s-Mitgliedschaft begrenzt die Stichprobe.

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In Tasmanien erforscht ein neues wissenschaftliches Projekt den gezielten Einsatz von tragbaren Sensoren zur Förderung der körperlichen Aktivität. An der sogenannten WATCH-Studie, die von der Universität Tasmanien gemeinsam mit dem Krankenversicherer St Luke’s und dem Unternehmen HealthCare Software durchgeführt wird, nehmen 172 Personen teil.

Die Probanden wurden mit kostenlosen Garmin-Smartwatches ausgestattet, während die Anwendung Snug zur systematischen Erfassung der Bewegungsdaten eingesetzt wird.

Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es herauszufinden, aus welchen Gründen viele Menschen in Tasmanien trotz eines vorhandenen Gesundheitsbewusstseins Schwierigkeiten haben, ausreichend Bewegung in ihren Alltag zu integrieren.

Die Projektpartner setzen dabei auf Ansätze der Prävention und der lokalen Gesundheitsförderung. Das Interesse an dem Vorhaben erwies sich im Vorfeld als beträchtlich: Laut den Initiatoren meldeten sich innerhalb von 48 Stunden mehr als 300 Interessierte für die Teilnahme an der Erhebung an.

Verknüpfung von Fitness- und Krankheitsdaten

Ein zentraler Aspekt des Versuchsaufbaus liegt in der technischen Zusammenführung der erhobenen Parameter. Die genutzte Snug-App verknüpft die über die Uhren aufgezeichneten Fitnesswerte direkt mit der medizinischen Vorgeschichte der jeweiligen Teilnehmenden.

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Die Zusammensetzung der Stichprobe unterliegt jedoch methodischen Einschränkungen: Die Teilnahme an der Studie setzt zwingend eine Mitgliedschaft bei St Luke’s voraus. Dieser Umstand könnte nicht versicherte Personen von vornherein ausschließen und zu einer Verzerrung der Studienergebnisse führen.

Das Projekt reiht sich in eine wachsende Zahl von Vorhaben ein, die vernetzte Alltagstechnik für gesundheitliche Zwecke evaluieren. Dabei bewegen sich Hersteller und Institutionen in einem Spannungsfeld zwischen präventiven Lebensstil-Angeboten und regulatorisch überwachten Medizinanwendungen.

So stuft die US-Gesundheitsbehörde FDA beispielsweise Blutdruck-Auswertungen des Anbieters WHOOP als medizinische Funktion ein, während das Unternehmen die Funktion als Wellness-Werkzeug deklariert.

Strengere Auflagen der Behörden können klinische Studien, Tests zur Cybersicherheit sowie Qualitätsmanagementsysteme verlangen, was insbesondere kleinere Entwickler vor finanzielle und organisatorische Herausforderungen stellt. Apple wiederum beantragte nach offiziellen Angaben eine FDA-Freigabe für eine Benachrichtigungsfunktion bei Hypertonie.

Medizinische Potenziale und offene Fragen

Auch andere Technologiekonzerne treiben die Forschung mit Sensoren voran. Samsung untersuchte in Kooperation mit dem Chung-Ang University Gwangmyeong Hospital den Einsatz der Galaxy Watch 6 zur Vorhersage vasovagaler Synkopen mittels PPG-Sensor und KI-gestützter Auswertung der Herzfrequenzvariabilität.

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In einer im European Heart Journal veröffentlichten Untersuchung an 132 Patienten mit vermuteter Synkopenneigung konnten Ohnmachtsepisoden bei provozierten Tests bis zu 5 Minuten im Voraus mit einer Genauigkeit von 84,6 % prognostiziert werden. Eine Veröffentlichung für Endverbraucher hat Samsung bislang jedoch nicht in Aussicht gestellt.

Trotz fortschreitender Sensortechnik bleiben Fragen zur klinischen Aussagekraft bestehen. Laut der Apple Heart Study können Smartwatches Vorhofflimmern zwar mit einer Genauigkeit von über 80 % identifizieren, wobei etwa die Hälfte der Betroffenen symptomfrei bleibt.

Belastbare Langzeitbelege dafür, dass die frühzeitige Behandlung eines asymptomatischen, via Smartwatch festgestellten Vorhofflimmerns zu verbesserten medizinischen Behandlungsergebnissen führt, stehen jedoch weiterhin aus. Zudem bergen Sensormessungen im Alltag das Risiko von Fehlalarmen und Fehlinterpretationen, weshalb eine ärztliche Einordnung weiterhin unerlässlich bleibt.