Waymo bringt fahrerlose Taxis nach Boston – wenn das Gesetz mitspielt

Alphabets Tochterunternehmen Waymo will seinen autonomen Fahrdienst in die historische US-Metropole Boston bringen, steht dort jedoch vor einer regulatorischen Hürde. Ein aktuelles Gesetz in Massachusetts verbietet den Betrieb fahrerloser Taxis.

Waymo will sein autonomes Robotaxi-Geschäft nach Boston ausweiten, doch ein Gesetz in Massachusetts blockiert den Start. Die Alphabet-Tochter sieht in der historischen Metropole einen Schlüsselmarkt für ihre nationale Expansionsstrategie.

Die Ankündigung vom 5. Februar 2026 markiert einen wichtigen Schritt zur Kommerzialisierung fahrerloser Fahrten in einem der komplexesten urbanen Räume der USA. Parallel startet Waymo in Sacramento, Kalifornien, zunächst mit manuell gesteuerten Fahrzeugen zur Kartenerstellung. In Boston baut das Unternehmen auf frühere Testfahrten auf.

Historisches Kopfsteinpflaster und schneereiche Winter: Die technische Herausforderung

Die Wahl Bostons unterstreicht Waymos Vertrauen in seine Technologie. Die Stadt gilt mit ihren engen Gassen, unübersichtlichen Kreisverkehren und historischem Kopfsteinpflaster als extreme Herausforderung für autonome Systeme. Ein weiteres Problem: die oft strengen Winter.

Waymo testet daher seine sechste Generation des „Waymo Driver“ bereits unter Schneebedingungen. Die erste Phase in Boston wird erneut von Sicherheitsfahrern hinter dem Steuer geprägt sein, um Daten zu sammeln und das System zu verfeinern. Stadtbeamte wie Bostons Verkehrschef Jascha Franklin-Hodge äußerten sich bisher interessiert, aber vorsichtig und verwiesen auf das „chaotische“ Straßennetz.

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Die Gesetzeshürde: Massachusetts muss nachziehen

Das größte Hindernis ist rechtlicher Natur. Das Gesetz in Massachusetts erlaubt den Betrieb vollständig autonomer Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer derzeit nicht. Waymo braucht eine Gesetzesänderung, bevor der kommerzielle Dienst starten kann. Bislang hat das Unternehmen nicht einmal einen offiziellen Testantrag beim Verkehrsministerium des Bundesstaates (MassDOT) gestellt.

Der Vorsitzende des gemeinsamen Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Dan Cahill, signalisierte Bereitschaft für einen klaren Regulierungsrahmen. Ziel sei es, durch einen durchdachten Prozess hohe Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Waymo verspricht, sich in den Dialog mit Politik und Gemeinden einzubringen. Kritik kommt bereits von Fahrern etablierter Fahrdienste wie Uber und Lyft, die Jobverluste fürchten.

Milliarden-Investment treibt globale Expansion voran

Der Vorstoß nach Boston ist Teil einer aggressiven Wachstumsstrategie, die durch eine jüngste Finanzierungsrunde von 16 Milliarden Euro befeuert wird. Das Unternehmen ist mit 126 Milliarden Euro bewertet und will in über 20 neue Städte expandieren, darunter internationale Standorte wie London und Tokio.

Waymo hat bereits mehr als 20 Millionen autonome Fahrten absolviert und meldet über 400.000 wöchentliche Fahrten in seinen aktuellen Betriebsgebieten. Die Expansion folgt auf Verzögerungen in Washington D.C., die auf Haushaltskürzungen zurückgeführt wurden.

Wann kommt das erste fahrerlose Taxi?

Ein konkreter Zeitplan für den öffentlichen Dienst in Boston steht noch nicht fest. Die kommenden Monate werden von Datensammlung und politischen Gesprächen geprägt sein. Die Verabschiedung eines ermöglichenden Gesetzes ist die entscheidende Voraussetzung.

Interessenverbände wie der Bay State Council of the Blind befürworten die Pläne. Sie sehen in autonomen Fahrzeugen das Potenzial für sicherere, barrierefreiere und diskriminierungsfreie Transportoptionen. Boston könnte sich so zu einem zentralen Testfeld für die urbane Mobilität der Zukunft entwickeln.

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