Waymo expandiert Robotaxis – autonome Shuttles erreichen Flughäfen

Waymo startet Robotaxi-Dienst in vier neuen US-Städten, während neuartige Gehirn-Chips die Reaktionszeit autonomer Fahrzeuge drastisch verkürzen. Gleichzeitig testet ein US-Flughafen autonome Shuttles.

Autonomes Fahren erreicht den Massenmarkt: Während Robotaxi-Flotten in neue US-Metropolen vorstoßen, testen Flughäfen selbstfahrende Shuttles. Gleichzeitig revolutionieren neuartige Computerchips die Reaktionsfähigkeit der Systeme.

Robotaxis erobern den Süden der USA

Der Marktführer Waymo treibt die Kommerzialisierung voran. Ende Februar 2026 startete das Unternehmen seinen fahrerlosen Taxidienst in vier neuen US-Großstädten: Dallas, Houston, San Antonio und Orlando. Damit ist Waymo nun in zehn Metropolregionen aktiv. Der Service wird zunächst ausgewählten Nutzern angeboten, bevor er für die breite Öffentlichkeit freigeschaltet wird.

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Hinter dem Expansionskurs steht frisches Kapital. Anfang Februar sicherte sich das Alphabet-Tochterunternehmen eine Finanzspritze von 16 Milliarden Euro. Die Bewertung stieg damit auf rund 126 Milliarden Euro. Das Geld fließt direkt in den Ausbau. Schon jetzt bereitet Waymo die nächsten Schritte vor: In Chicago und Charlotte laufen Kartierungsarbeiten und erste Testfahrten. Besonders der Eintritt in das dicht bebaute, winterliche Chicago gilt als entscheidender Härtetest für die Technologie.

Gehirn-inspirierte Chips revolutionieren die Wahrnehmung

Während die Flotten wachsen, macht auch die Hardware einen Quantensprung. Forscher der Northeastern University präsentierten Ende Februar einen neuartigen Computerchip, der die Verarbeitung visueller Daten dramatisch beschleunigt. Das Design ist an die synaptischen Verbindungen des menschlichen Gehirns und der Netzhaut angelehnt.

Das Ziel ist ehrgeizig: Die Zeit zwischen der Erkennung eines Hindernisses und der Reaktion des Fahrzeugs soll auf ein Minimum schrumpfen. Diese Millisekunden entscheiden über Sicherheit, besonders im dichten Stadtverkehr mit Fußgebnter und Radfahrern. In Simulationen war der neue chip viermal schneller als herkömmliche Bildverarbeitungssysteme. Experten sehen darin den Schlüssel zu einer drastisch reduzierten Unfallrate und zuverlässigeren autonomen Fahrzeugen.

Autonome Shuttles rollen am Flughafen Newark an

Die Technologie hält auch im öffentlichen Nahverkehr Einzug. Die Hafenbehörde von New York und New Jersey startet im März 2026 einen Testbetrieb mit selbstfahrenden Elektro-Shuttles am Flughafen Newark Liberty. Drei Hersteller – Oceaneering, Ohmio und Glydways – stellen ihre emissionsfreien Fahrzeuge bereit.

In einem abgesperrten Bereich des Flughafens wird zwei Wochen lang ein Shuttle-Netz mit mehreren simultan fahrenden Einheiten simuliert. Getestet wird die automatische Verbindung zwischen den Terminals und der im Bau befindlichen AirTrain Newark. Die Frühlings-Tests sind eine Qualifikation für eine geplante öffentliche Ausschreibung 2027. Sie zeigen den Weg von der Pilotphase zur dauerhaften Integration in den Personentransport.

China setzt neue Sicherheitsmaßstäbe

Mit dem technologischen Fortschritt zieht auch die Regulierung nach. Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnik hat Ende Februar erstmals verbindliche Sicherheitsstandards für hochautomatisierte Fahrzeuge (Level 3) vorgelegt.

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Die neuen Regeln adressieren ein Kernproblem: Versagt der Fahrer, auf eine Übernahmeaufforderung zu reagieren, muss das Fahrzeug eigenständig ein Minimalrisiko-Manöver einleiten können. Es muss also sicher die Spur wechseln und an einem unkritischen Ort parken. Sicherheitsexperten bewerten diese Vorgabe als entscheidend. Sie bringt Level-3-Systeme näher an die Fähigkeiten von Level 4 heran und soll die Gefahr menschlicher Unaufmerksamkeit bannen. Die Standards sollen voraussichtlich im Juli 2027 in Kraft treten.

Konsolidierung am Markt – Wer kann mithalten?

Die Entwicklungen markieren eine Reifephase der Branche. Nach Jahren voller Versprechungen und Verzögerungen setzen sich nun die gut kapitalisierten Tech-Unternehmen durch. Waymos Expansion steht im Kontrast zu strategischen Rückzügen anderer Player.

Bereits im Dezember 2024 stoppte General Motors die Finanzierung seiner Robotaxi-Tochter Cruise. Der Konzern konzentriert sich seither auf Fahrassistenzsysteme für Privatfahrzeuge. Die Lücke am Markt füllen nun finanzstarke Tech-Firmen. Die parallelen Fortschritte bei Hardware, Infrastruktur und Regulierung zeigen: Das Ökosystem für autonomes Fahren synchronisiert sich. Für Verkehrsbetriebe ist die Technologie kein Spielzeug mehr, sondern eine praktische Lösung für urbane Mobilität.

Internationale Expansion als nächstes Großziel

Der Blick geht bereits über die USA hinaus. Waymo peilt für seine internationale Expansion primär die Metropolen London und Tokio an. Die Daten aus den Flughafen-Tests in Newark werden zudem als Blaupause für andere globale Verkehrsknotenpunkte dienen. Bis Ende des Jahrzehnts könnten autonome Shuttle-Netze an vielen großen Flughäfen Standard sein.

In Asien stehen die Automobilhersteller nun vor der Aufgabe, ihre Fahrzeuge bis Juli 2027 an die neuen chinesischen Sicherheitsvorgaben anzupassen. Mit schnellerer Hardware und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen steht der Branche der vollständige Übergang von der Pilotphase zur festen Größe im globalen Verkehrssystem bevor.