Waymo: Rückschlag im Milliardenmarkt New York

Ein Gesetzesentwurf für fahrerlose Taxis in New York wurde zurückgezogen, was Waymos Zugang zu einem Schlüsselmarkt verhindert. Das Unternehmen setzt seine globale Expansion mit frischem Kapital fort.

Alphabets Robotaxi-Tochter Waymo erleidet einen schweren Dämpfer im Kampf um die US-Vormacht. Gouverneurin Kathy Hochul hat einen Gesetzentwurf zurückgezogen, der den kommerziellen Betrieb fahrerloser Taxis im Bundesstaat New York ermöglicht hätte. Diese Entscheidung blockiert den Zugang zu einem der lukrativsten Märkte des Landes – trotz einer frischen Kapitalspritze von 16 Milliarden Dollar.

Gesetzesvorlage in Albany gescheitert

Der Rückzug betrifft einen Haushaltsvorschlag, der es AV-Unternehmen erlaubt hätte, Genehmigungen für gewerbliche Fahrten außerhalb von New York City zu beantragen. Nach intensiven Verhandlungen und mangelnder Unterstützung im Staatsparlament zog die Regierung die Klausel zurück. Aus der Gouverneursverwaltung hieß es, die nötigen Stimmen für eine Verabschiedung seien nicht in Sicht gewesen.

Waymo hatte massiv Lobbyarbeit betrieben und seit 2019 knapp 1,8 Millionen Dollar für die Gesetzgebung ausgegeben. Doch die Abgeordneten zeigten sich resistent. Sie forderten strengere Aufsicht und besseren Schutz für Arbeitsplätze, bevor sie den Weg für die Technologie frei machen.

Die Lage für Waymo in New York ist nun prekär. Das Unternehmen testet derzeit eine kleine Fahrzeugflotte in New York City mit einem menschlichen Sicherheitsfahrer am Steuer. Diese Genehmigung läuft am 31. März 2026 aus. Ohne neue Gesetze oder eine Verlängerung könnte Waymo seinen Fuß in dem Staat vollends verlieren.

Sieg der Gewerkschaften und politische Realitäten

Das Scheitern des Vorhabens ist ein großer Erfolg für die Gewerkschaften. Organisationen wie die New York Taxi Workers Alliance kämpften vehement gegen die Expansion der Roboterflotten. Sie fürchten um Tausende Jobs und die öffentliche Sicherheit.

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Auch der neue Bürgermeister von New York City, Zohran Mamdani, steht der Technologie skeptisch gegenüber. Er fürchtet negative Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. Der politische Wind in New York dreht sich damit hin zu größerer Vorsicht – ein starker Kontrast zu Staaten wie Arizona oder Texas, die der Technologie offen gegenüberstehen.

Waymo zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung, bekräftigte aber sein Engagement für die Region. Man wolle weiter mit dem Parlament zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden.

Weltweiter Vormarsch trotz regionalem Dämpfer

Der Rückschlag in New York bremst Waymos globale Expansionspläne kaum. Erst kürzlich sicherte sich das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 16 Milliarden Dollar von Investoren wie Sequoia Capital. Das Unternehmen ist damit rund 126 Milliarden Dollar wert.

Das Kapital soll die Expansion in über 20 neue Städte 2026 finanzieren, darunter internationale Starts in London und Tokio. Waymo baut seine Marktführerschaft aus: Derzeit absolviert das Unternehmen etwa 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche in Städten wie Phoenix und San Francisco. Das Ziel: eine Million wöchentliche Fahrten bis Jahresende.

Konkurrenten wie Teslas angekündigtes Robotaxi-Netzwerk oder General Motors‘ Cruise hinken diesem Tempo hinterher. Waymo gilt bei Investoren klar als Spitzenreiter, auch wenn einzelne Märkte wie New York vorerst verschlossen bleiben.

Was kommt als Nächstes?

Die Branche beobachtet nun, ob Waymo später in der Legislaturperiode einen eigenständigen Gesetzentwurf durchbringen kann. Die nächste kritische Deadline ist der 31. März, wenn die Testgenehmigung ausläuft.

Analysten zufolge wird der New Yorker Rückschlag den globalen Schwung des Unternehmens nicht bremsen. Mit Starts in Nashville und Miami sowie günstigerer Hardware der sechsten Generation ist Waymo für das Wachstum in regulatorisch freundlicheren Gefilden gut aufgestellt. Die Vorgänge in Albany zeigen jedoch: Die größten Hürden für die Technologie sind oft nicht technischer, sondern politischer und gesellschaftlicher Natur.