Waymo: Selbstfahrende Autos geraten in Texas in die Kritik

Autonome Waymo-Fahrzeuge verursachen mehrere Vorfälle in Texas, darunter in einer Brandzone und an Bahnübergängen. Die Pannen überschatten die aggressive Expansion des Unternehmens.

Autonome Fahrzeuge des Google-Konzerns Alphabet sorgen in Texas für Negativschlagzeilen und schüren Zweifel an der Alltagstauglichkeit der Technologie. Innerhalb weniger Tage häuften sich Vorfälle mit Waymo-Robotaxis, die in brenzligen Situationen versagten – darunter ein Einsatz in einer aktiven Brandzone und eine gefährliche Annäherung an einen Zug.

Feuerwehr-Einsatz durchkreuzt

Der jüngste Zwischenfall ereignete sich am frühen Morgen des 12. März in San Antonio. Während Feuerwehrleute ein Haus auf der Eisenhauer Road löschten, durchfuhr ein Waymo-Fahrzeug die Absperrungen und gelangte in den Gefahrenbereich. Die Polizei zog den Fahrer zur Rechenschaft, der das Auto manuell steuerte. Waymo betonte, der Fehler sei menschlichem Versagen geschuldet, nicht dem autonomen System. Die Löscharbeiten seien nicht behindert worden.

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Doch der Vorfall heizte die lokale Debatte an. Die Polizei in San Antonio verzeichnete zuletzt vermehrt Beschwerden über Waymo-Fahrzeuge, die etwa in Wohngebieten herumstanden.

Gefährlicher Stopp vor herannahendem Zug

Nur zwei Tage zuvor, am 10. März, ging in Austin ein Video viral: Ein führerloses Waymo-Auto stoppte direkt hinter der Schranke eines Bahnübergangs, während ein Commuter-Zug der CapMetro vorbeifuhr. Das Unternehmen erklärte, das System habe einen kontrollierten Stopp eingeleitet und einen Sicherheitsabstand von 2,5 Metern zu den Schienen eingehalten. Wegen des öffentlichen Aufsehers untersagte Waymo seinen Fahrzeugen vorläufig die Durchfahrt ähnlicher Bahnübergänge.

Dieser Vorfall folgte auf einen anderen Eklat vom 1. März in Austin. Damals blockierte ein Robotaxi einen Rettungswagen auf dem Weg zu einem Massenschussereignis. Obwohl die Versorgung der Patienten nicht beeinträchtigt wurde, schürte das Bild der Blockade die öffentliche Kritik.

Gewerkschaften und Öffentlichkeit sind alarmiert

Die Vorfälle haben formelle Reaktionen ausgelöst. Die Transportgewerkschaft SMART Transportation Division warnte am 11. März vor unkalkulierbaren Risiken an Bahnübergängen. Schwere Züge könnten nicht schnell genug bremsen, wenn autonome Systeme Fehlentscheidungen träfen.

Die öffentliche Meinung ist gespalten. Erfahrene Nutzer fühlen sich in Robotaxis sicherer als mit menschlichen Fahrern. Doch Rechtsanwälte und Anwohner äußern zunehmend Skepsis. Eine unabhängige Verbraucherschutzorganisation, die Consumer AI Protection Advocates, sammelt bereits Daten zu negativen Erfahrungen und fordert mehr Transparenz von KI-Herstellern.

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Rasante Expansion trotz Kinderkrankheiten

Die Pannen überschatten die bislang aggressivste Expansionsphase des Unternehmens. Seit dem 24. Februar bietet Waymo seinen autonomen Fahrdienst in Dallas, Houston, San Antonio und Orlando an – ein gleichzeitiger Start in mehreren Metropolen. Das Dienstnetz umfasst nun zehn US-Städte.

Finanziert wird das Wachstum durch eine gewaltige Kapitalrunde. Waymo sicherte sich im Februar 16 Milliarden US-Dollar und erreichte eine Bewertung von 126 Milliarden Dollar. Derzeit absolvieren die Fahrzeuge rund 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Bis Jahresende soll die Millionengrenze überschritten werden.

Das Unternehmen verteidigt seinen Kurs mit Verweis auf die Statistik. Nach über 200 Millionen autonom gefahrenen Kilometern liege die Rate schwerer Unfälle deutlich unter der von menschlichen Fahrern.

Vertrauen wird zur Nagelprobe

Für Waymo wird 2026 zum Jahr der Bewährung. Lokalregierungen in Texas und Florida entwickeln bereits Protokolle, wie Rettungskräfte mit nicht reagierenden Robotaxis umgehen sollen. Gleichzeitig muss das Unternehmen seine Software ständig anpassen, um Ausnahmesituationen wie komplexe Bahnübergänge oder Einsatzszenarien sicher zu meistern.

Analysten sind überzeugt: Kapital und Technologie sind vorhanden. Doch der langfristige Erfolg hängt davon ab, ob Waymo das Vertrauen der Bevölkerung und der Aufsichtsbehörden gewinnen kann. Die nächsten Schlagzeilen werden zeigen, ob die Technologie reif für den Alltag ist – oder ob die Wachstumsschmerzen zu groß sind.