Waymo, das Tochterunternehmen von Alphabet, hat seinen autonomen Fahrdienst gleichzeitig in vier neuen US-Großstädten gestartet. Die Expansion in Dallas, Houston, San Antonio und Orlando verdoppelt die Präsenz des Robotaxi-Pioniers in den Wachstumsstaaten Texas und Florida und bringt die Gesamtzahl der bedienten Metropolregionen auf zehn. Damit festigt Waymo seine Führungsposition im noch jungen Markt für fahrerlose Mobilität.
Der Dienst begann am Dienstag für eine ausgewählte Gruppe von Nutzern in jeder Stadt, die die Waymo-App bereits heruntergeladen hatten. Diese ersten Kunden können nun vollständig autonome, vollelektrische Jaguar I-PACE für ihre Fahrten buchen. In den kommenden Monaten will Waymo schrittweise weitere Nutzer von der Warteliste hinzuziehen, mit dem Ziel, den Dienst noch in diesem Jahr für die breite Öffentlichkeit in allen vier Stropolen zu öffnen. Dieser parallele Start in mehreren Städten ist ein Novum für das Unternehmen und signalisiert ein neues Maß an Vertrauen in die Reife und Skalierbarkeit seiner Technologie.
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Strategischer Vorstoß in den Sun Belt
Die strategische Auswahl von drei der größten urbanen Zentren Texass – Dallas, Houston und San Antonio – sowie des Tourismus- und Wohnzentrums Orlando in Florida vergrößert Waymos potenzielle Kundschaft erheblich. Der Schritt etabliert eine bedeutende Präsenz im sogenannten Sun Belt und stellt die Technologie vor diverse und komplexe neue Betriebsumgebungen. In diesen neuen Märkten nutzen Kunden die dedizierte Waymo-App, ein anderer Ansatz als in Austin, wo der Dienst in die Uber-App integriert ist.
Die anfänglichen Betriebsgebiete sind geografisch beschränkt, während das Unternehmen seinen Service hochskaliert. In San Antonio umfasst die Startzone etwa 155 Quadratkilometer, inklusive des Stadtkerns und des Arena District. Das Gebiet in Orlando ist ähnlich groß und schließt Zugang zu beliebten Touristenattraktionen wie Disney World ein, allerdings ist der Flughafen zum Start nicht bedient. Das Startgebiet in Houston ist mit 65 Quadratkilometern am kompaktesten, während Dallas mit rund 130 Quadratkilometern bedient wird. Waymo hat die Strategie, zunächst in einem definierten Gebiet zu starten und die Grenzen mit zunehmender Reife des Dienstes schrittweise zu erweitern.
Hochskalieren in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld
Die Expansion in vier Städte ist ein kritischer Schritt für Waymos ambitionierte operative Ziele. Das Unternehmen gibt an, bis Jahresende auf dem Weg zu sein, über eine Million Fahrten pro Woche zu bedienen. Derzeit absolviert Waymo mehr als 400.000 bezahlte Fahrten wöchentlich in seinen etablierten Märkten, zu denen Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Atlanta, Miami und Austin zählen. Waymos Co-CEO Tekedra Mawakana bezeichnete die neuen Städte als entscheidend für die Grundlagenarbeit, um später mehr als 20 Städte zu bedienen.
Der Schritt vergrößert Waymos Vorsprung vor seinen Hauptkonkurrenten. Während Unternehmen wie das Amazon-Tochterunternehmen Zoox und Tesla eigene Robotaxi-Dienste testen, betreibt keiner einen vollständig fahrerlosen kommerziellen Service im Maßstab, den Waymo nun erreicht hat. Die Expansion erfolgt nur Wochen, nachdem Waymos Chief Safety Officer, Mauricio Peña, vor einem Senatsausschuss zu den Sicherheitsstandards des Unternehmens aussagte. Waymo betont weiterhin seine Sicherheitsbilanz und verweist auf Daten aus über 204 Millionen gefahrenen Kilometern, die eine zehnfache Reduktion von Unfällen mit schweren Verletzungen im Vergleich zu menschlichen Fahrern zeigen sollen.
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Die Technologie und der Weg zum öffentlichen Vertrauen
Waymos Fahrzeuge navigieren mit einem komplexen Sensor-Set aus Lidar, Radar und Kameras, die alle von einer fortschrittlichen KI, dem sogenannten Waymo Driver, gesteuert werden. Das Unternehmen bereitete diesen Start monatelang vor, indem es zunächst Fahrzeuge mit menschlichen Sicherheitsfahrern einsetzte, um die Straßennetze, Verkehrsmuster und einzigartigen Bedingungen jeder neuen Stadt detailliert zu kartieren. Es folgte eine phase vollautonomen Testens ohne Passagiere vor dem heutigen öffentlichen Start.
Trotz der technologischen Fortschritte steht das Unternehmen vor der anhaltenden Herausforderung, öffentliches Vertrauen aufzubauen. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht Waymo-Fahrzeuge nach einigen kleineren Vorfällen, darunter Berichte über Fahrzeuge in Austin, die haltende Schulbusse illegal überholten. In San Antonio hatten einige Anwohner zuvor Bedenken geäußert, weil Kartierungsfahrzeuge über längere Zeit in Wohngebieten parkten. Waymo entgegnet, dass Sicherheit die höchste Priorität habe und man aus jeder Begegnung auf der Straße lerne, um das System kontinuierlich zu verbessern. Stadtvertreter in den neuen Standorten begrüßten den Start. Der Bürgermeister von Dallas, Eric L. Johnson, sah innovative Transportoptionen für die Bewohner, während Orlando’s Bürgermeister Buddy Dyer dies als Beispiel für das Innovationsengagement seiner Stadt hervorhob.
Ausblick: Mehr Städte und breitere Horizonte
Mit nun zehn aktiven Städten zeigt Waymo keine Anzeichen einer Verlangsamung. Das Unternehmen hat öffentlich eine Liste weiterer potenzieller Märkte identifiziert, darunter Las Vegas, Detroit und Boston, und signalisiert die Absicht, seinen ersten internationalen Dienst in London zu starten. Diese Expansion wird durch erhebliche Finanzmittel unterstützt; eine jüngste Kapitalbeschaffung soll das Unternehmen mit rund 126 Milliarden Euro bewertet haben.
Für die Bewohner in Dallas, Houston, San Antonio und Orlando wird das autonome Fahren damit vom Zukunftskonzept zur gelebten Realität. Während Waymo seine Nutzerbasis und Servicegebiete in diesen neuen Städten schrittweise erweitert, werden die Reaktionen der Öffentlichkeit und die Leistung der Technologie genau von Aufsichtsbehörden, Wettbewerbern und potenziellen künftigen Gaststädten weltweit beobachtet. Der Erfolg dieses Multi-City-Starts könnte sich als Wendepunkt für die breitere Akzeptanz des autonomen Fahrens erweisen.





