Waymo startet fahrerlose Taxis in Nashville

Waymo expandiert mit autonomen Taxis nach Nashville und plant die Verdreifachung seines Fahrvolumens für 2026, angetrieben von einer 16-Milliarden-Euro-Finanzierung.

Waymo bringt seine vollautonomen Robotaxis nach Nashville – und startet damit eine beispiellose Expansionsoffensive für 2026. Der Start markiert einen strategischen Wendepunkt: Vom Technologie-Pionier wird das Alphabet-Unternehmen zum kommerziellen Massenanbieter. Angetrieben wird dieser Kurs von einer frischen Kapitalspritze in Höhe von 16 Milliarden Euro und einer möglichen Großbestellung bei Hyundai.

Der Launch in Tennessee ist der erste kommerzielle Einsatz der fahrerlosen Waymo-Flotte im Lyft-Netzwerk. Nach Jahren des Testens in Städten wie San Francisco und Phoenix geht das Unternehmen nun in die Offensive. Die Strategie ist klar: Zunächst werden elektrische Jaguar I-PACE Modelle in ausgewählten Downtown-Bezirken Nashvilles unterwegs sein, um lokale Verkehrsmuster zu lernen. Anschließend soll der Service schrittweise für alle geöffnet werden.

Milliarden-Kapital und Hyundai-Deal als Wachstumstreiber

Die Expansionspläne werden durch eine gewaltige Finanzierungsrunde ermöglicht. Erst Anfang Februar bewerteten Investoren Waymo mit 126 Milliarden Euro und stellten 16 Milliarden Euro frisches Kapital bereit. Dieses Geld soll den Sprung in mehr als 20 neue Städte noch in diesem Jahr finanzieren.

Ein möglicher Deal mit Hyundai könnte den Weg ebnen, die Flotte schnell zu vergrößern. Branchenberichten zufolge verhandelt Waymo über die Lieferung von bis zu 50.000 autonomiefähigen Fahrzeugen auf Basis des Hyundai IONIQ 5. Eine solche Partnerschaft wäre ein Game-Changer. Sie würde die Abhängigkeit von umgerüsteten Jaguar- und Chrysler-Modellen beenden und die Skalierung massiv beschleunigen.

Blaupause für die globale Eroberung

Für 2026 hat sich Waymo ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Das Unternehmen will sein Fahrvolumen im Vergleich zu 2025 verdreifachen. Die Liste der geplanten neuen US-Märkte liest sich wie ein Who-is-who amerikanischer Metropolen. Dallas, Denver, Houston und Washington D.C. stehen darauf.

Noch bedeutender sind die ersten internationalen Schritte. Noch in diesem Jahr sollen London und Tokyo folgen. Damit stellt sich Waymo der ultimativen Bewährungsprobe: Kann seine KI, der Waymo Driver, auch mit dem chaotischen Verkehr in Tokio oder den engen Straßen Londons zurechtkommen? Die Expansion wird zeigen, ob die Technologie wirklich weltmarkttauglich ist.

Anzeige

Die weltweiten Einsätze autonomer Fahrzeuge zeigen, wie wichtig klare Regeln für KI-Systeme sind. Wer sich jetzt über die Anforderungen, Kennzeichnungspflichten und Übergangsfristen der neuen EU‑KI‑Verordnung informieren möchte, findet im kostenlosen Umsetzungsleitfaden kompakte Praxis‑Tipps für Entwickler, Anbieter und Anwender von KI‑Systemen. Jetzt den kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Herausforderungen auf dem Weg zur Kommerzialisierung

Doch der Weg ist nicht frei von Hindernissen. Gewerkschaften wie die Teamsters fordern bereits ein Aussetzen der Waymo-Lizenzen in Kalifornien. Sie warnen vor Jobverlusten für Berufsfahrer und Sicherheitsrisiken. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck. Neue Gesetze sollen es der Polizei erleichtern, autonomen Fahrzeugen Strafzettel zu verpassen.

Waymo setzt dem seine umfangreiche Praxiserfahrung entgegen. Das Unternehmen verweist auf Millionen autonom gefahrener Kilometer und eine Unfallstatistik, die deutlich unter der von menschlichen Fahrern liege. Die KI trainiert zudem in hochkomplexen Simulationen für seltene Gefahrensituationen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Kann Waymo in Nashville reibungslos starten, die öffentliche Akzeptanz gewinnen und seine ambitionierte Expansionsagenda umsetzen? Der Start in Nashville ist nur der erste Testlauf für ein Jahr, das den autonomen Fahrmarkt nachhaltig verändern könnte.