Waymo startet fahrerlosen Taxidienst in vier neuen US-Metropolen

Alphabets Tochter Waymo verdoppelt ihre US-Präsenz mit einem Schlag und ist nun in zehn Metropolen aktiv. Das Unternehmen baut seinen Vorsprung vor der Konkurrenz mit aggressiver Expansion aus.

Alphabets Tochter Waymo verdoppelt mit einem Schlag seine Präsenz auf dem US-Mahkt. Der autonome Fahrdienst startet diese Woche gleichzeitig in Dallas, Houston, San Antonio und Orlando. Damit ist der Google-Konzern nun in zehn amerikanischen Großstädten aktiv und setzt sich im Rennen um die kommerzielle Zukunft des autonomen Fahrens deutlich an die Spitze.

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Aggressive Expansion mit Milliarden im Rücken

Der gleichzeitige Start in vier Städten ist eine Premiere für Waymo und unterstreicht das aggressive Wachstumstempo. Ausgewählte Nutzer, die sich über die App auf eine Warteliste gesetzt hatten, erhalten bereits erste Fahrten. Eine öffentliche Öffnung für alle folgt später im Jahr. Das Unternehmen absolviert derzeit über 400.000 Fahrten pro Woche in seinen bestehenden Märkten. Bis Ende 2026 peilt es die Marke von einer Million wöchentlicher Fahrten an.

Finanziert wird dieser Expansionskurs durch frisches Kapital. Erst Anfang des Monats sicherte sich Waymo eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 16 Milliarden Euro. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei schätzungsweise 126 Milliarden Euro. Diese Mittel fließen in den Ausbau der Fahrzeugflotte und die Erschließung neuer, anspruchsvoller Märkte.

Fokus auf Texas und Florida

Die Strategie konzentriert sich auf die bevölkerungsreichen Bundesstaaten Texas und Florida, in denen Waymo bereits in Austin und Miami Fuß gefasst hat. In den neuen Städten deckt der Service zunächst die Innenstädte und beliebte Ziele ab:

  • San Antonio und Orlando: je etwa 155 Quadratkilometer
  • Dallas: rund 130 Quadratkilometer
  • Houston: zunächst 65 Quadratkilometer

Genutzt werden die vollelektrischen Jaguar I-PACE, ausgestattet mit der fünften Generation des autonomen Fahrsystems. Ein komplexes Sensor-Set, darunter Lidar, erzeugt ein detailliertes 360-Grad-Bild der Umgebung – die Grundlage für das Fahren ohne menschlichen Eingriff.

Deutlicher Vorsprung vor der Konkurrenz

Mit diesem Schritt baut Waymo seinen Vorsprung vor Mitbewerbern wie Tesla oder Amazons Zoox weiter aus. Während diese noch in Testphasen mit Sicherheitsfahrern stecken, bietet Waymo bereits einen vollständig fahrerlosen kommerziellen Dienst an. Auch die Partnerschaft mit Uber in Atlanta und Austin zeigt den Reifegrad: Nutzer können dort direkt über die Uber-App ein autonomes Fahrzeug ordern.

Doch das Wachstum findet unter schärferer regulatorischer Beobachtung statt. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht derzeit einen Vorfall mit einem Waymo-Fahrzeug aus dem Januar in einer Schulzone in Kalifornien. Gleichzeitig könnte die Gesetzgebung autonomen Fahrzeugen bald entgegenkommen: Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat kürzlich einen Gesetzentwurf gebilligt, der den Weg für einen breiteren Einsatz ebnen soll. Waymo verweist auf seine Sicherheitsbilanz: Über 320 Millionen Kilometer habe seine Flotte bereits vollautonom auf öffentlichen Straßen zurückgelegt.

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Nächste Städte und globaler Blick

Nach dem Start in nun zehn Städten plant Waymo bereits die nächste Expansionswelle. Städte wie Las Vegas, Washington, Detroit und Boston stehen auf der Liste. Der Blick geht aber auch über die USA hinaus: London und Tokyo gelten als potenzielle erste internationale Standorte.

Analysten sehen 2026 als Wendepunkt für die gesamte Branche. Fortschritte in der künstlichen Intelligenz verändern die Wirtschaftlichkeit und verkürzen die Einführungszeiten von Jahren auf Monate. Mit seiner systematischen, aber rasanten Expansion macht Waymo die Vision vom autonomen Fahren als alltäglichem Transportmittel für Millionen Menschen greifbarer denn je.