Die Gesundheitsbranche erlebt einen Technologieschub: Immer mehr Wearables spezialisieren sich auf die direkte Messung von Stresshormonen und Erschöpfungszuständen.
DNA-Sensor gegen Stress
Adaptyx Biosciences hat am heutigen Sonntag ein neues Pflaster vorgestellt, das den Cortisolspiegel minutengenau überwacht. Der DNA-basierte Sensor liefert ein deutlich detaillierteres Bild der Stressbelastung als herkömmliche Tests, die nur Momentaufnahmen bieten. Für Berufstätige, Sportler oder Menschen mit chronischem Stress könnte die Technologie eine neue Form der Selbstkontrolle ermöglichen.
KI verbessert Müdigkeitserkennung drastisch
Bereits am Freitag präsentierte die National University of Singapore (NUS) eine innovative Plattform namens MAP. Das System nutzt einen speziellen Metahydrogel-Sensor, der Müdigkeit und Stress während der Bewegung erfasst. Entscheidend ist der Einsatz künstlicher Intelligenz: Sie verbesserte die Erkennungsrate von Erschöpfungssignalen von mageren 52 Prozent auf beeindruckende 93 Prozent.
Die Technologie erreicht ein Signal-Rausch-Verhältnis von rund 37 Dezibel – deutlich mehr als die 10 bis 20 Dezibel, die aktuelle kommerzielle Produkte bieten. In Fahrsimulationen klassifizierte das System Müdigkeit mit 92-prozentiger Genauigkeit. Zudem erfüllt es den Industriestandard ISO 81060-2 für Blutdruckmessung und funktioniert auch bei alltäglichen Bewegungen.
Neue Hardware: Vom Display-losen Tracker bis zum Luxus-Armband
Mehrere Hersteller haben in den letzten Tagen neue Produkte angekündigt oder durchgeleakt.
Garmin sorgte für Überraschung: Die rumänische Support-Seite des Unternehmens bestätigte versehentlich die Existenz des CIRQA – eines Fitness-Trackers ohne Bildschirm. Das Gerät tauchte bereits am Samstag kurz in der Garmin-Connect-App auf. Ähnlich wie der Vivosmart 5 setzt es auf ein displayfreies Design. Sensoren für Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz und Hauttemperatur sind an Bord.
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Im Luxus- und Wellness-Segment gibt es ebenfalls Neues:
- Inllie brachte am Samstag das Luna Light auf den Markt. Das nur 11 Gramm schwere Wellness-Armband mit Moissanit-Verzierungen kostet zum Einführungspreis umgerechnet rund 63 Euro. Es misst Puls, Blutsauerstoff und den Menstruationszyklus – bei einer Akkulaufzeit von über sieben Tagen.
- Vital Signals stellte am Sonntag den Signal Ring vor. Der Titan-Ring für etwa 365 Euro ermöglicht blutdruckmessung ohne Manschette. Eine firmeneigene Studie mit 451 Probanden bestätigte die ISO-Norm. Der Versand soll im Oktober 2026 beginnen.
- Amazfit eröffnete am Samstag einen eigenen australischen Online-Shop. Dort ist das Helio Strap für umgerechnet rund 95 Euro erhältlich. Das displaylose Band bietet bis zu zehn Tage kontinuierliches Biomonitoring – ohne Abo-Gebühren.
- ZenoWell startete bereits am Freitag die weltweiten Vorbestellungen für die Luna Plus. Das Gerät stimuliert den Vagusnerv und arbeitet mit einem KI-Coach sowie Wearables von Drittanbietern zusammen.
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E-Tattoos und intelligente Kleidung
Die Materialforschung macht ebenfalls Fortschritte. Forscher der Pennsylvania State University entwickelten eine leitfähige Tinte für sogenannte „E-Tattoos“. Diese lassen sich direkt auf die Haut malen und trocknen in unter zehn Minuten. Sie bleiben selbst bei 150-prozentiger Dehnung funktionsfähig. Erste Tests zeigen: Die Tattoos können EKG- und EEG-Signale messen und sogar eine Roboterprothese steuern.
Parallel dazu arbeiten Wissenschaftler der Tufts University an flexiblen elektronischen Fäden aus einer Substanz namens Eutectogel. Diese selbstheilenden Fäden lassen sich in normale Kleidung einnähen und bilden integrierte Schaltkreise. Die Technologie überwacht bereits Atmung und Augenbewegungen – und das ohne die sonst üblichen Reinräume der Halbleiterfertigung.

