Der Technologiekonzern Tencent hat eine neue Testphase für seinen Messenger-Dienst WeChat eingeleitet, die das Nutzerverhalten bei Status-Aktualisierungen adressiert.
Mitte August wurde bekannt, dass das Unternehmen die Funktion „Fußabdruck anzeigen“ (显示足迹) für eine begrenzte Auswahl an Anwendern freigeschaltet hat. Diese Neuerung wird derzeit innerhalb des iOS-Clients erprobt und soll die Sichtbarkeit von Interaktionen zwischen Kontakten neu regeln.
Fokus auf aktive Nutzer und spezifische Client-Versionen
Die aktuelle Erprobung findet im Rahmen einer sogenannten Gray-Scale-Testphase statt. Dabei wird die Funktion nicht sofort der gesamten Nutzerschaft zur Verfügung gestellt, sondern sukzessive für bestimmte Gruppen ausgerollt. Berichten zufolge richtet sich dieser Testlauf gezielt an aktive Nutzer, die bereits das Update auf die Version 8.0.73 des iOS-Clients vorgenommen haben.
Durch dieses Vorgehen kann der Betreiber die Stabilität und die Akzeptanz der neuen Anzeige in einer kontrollierten Umgebung prüfen, bevor eine Entscheidung über eine flächendeckende Einführung getroffen wird. Nutzer anderer Betriebssysteme oder älterer Versionen scheinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt von der Testphase ausgeschlossen zu sein.
Funktionsweise und Einschränkungen der Sichtbarkeit
Die neue Funktion „Fußabdruck anzeigen“ konzentriert sich primär auf den Bereich der Status-Meldungen innerhalb der App. Sie ermöglicht es Anwendern, Informationen darüber zu erhalten, wer ihre veröffentlichten Status-Inhalte angesehen hat. Dabei implementiert Tencent jedoch eine wesentliche Einschränkung: Die Sichtbarkeit ist an die Gegenseitigkeit der Aktivität geknüpft.
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Anwender können demnach die Avatare jener Besucher sehen, die zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls einen eigenen Status festgelegt und veröffentlicht haben. Neben den Avataren wird den Nutzern zudem die Anzahl dieser Aufrufe angezeigt.
Ein reines, passives Betrachten von Status-Meldungen ohne eigene aktive Status-Hinterlegung führt nach aktuellem Stand nicht dazu, dass ein Kontakt in der Liste der Fußabdrücke erscheint. Damit bleibt die Anonymität für Nutzer, die keine eigenen Status-Informationen teilen möchten, gewahrt.
Fokus auf Datenschutz und Nutzeranonymität
Im Zuge der ersten Berichte über die Testphase sah sich der Tencent-Kundendienst mit Anfragen zur Privatsphäre der Nutzer konfrontiert. Das Unternehmen stellte klar, dass bei der Gestaltung aller Funktionen der Schutz der Nutzerdaten ein zentrales Kriterium darstelle. In diesem Zusammenhang betonte der Kundendienst Mitte August, dass WeChat derzeit über keine allgemeine Funktion zur Abfrage von Profilbesuchern verfügt.
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Die Neuerung sei explizit nicht als Werkzeug zur umfassenden Besucher-Nachverfolgung zu verstehen. Vielmehr handle es sich um ein Feature, das die Interaktion innerhalb der Status-Funktion fördern soll, indem es aktive Teilnehmer füreinander sichtbar macht.
Tencent unterstrich damit die strategische Ausrichtung, soziale Funktionen auszubauen, ohne die gewohnten Datenschutzstandards der Plattform aufzugeben. Ob und wann die Funktion „Fußabdruck anzeigen“ nach Abschluss der Testphase für alle Anwender weltweit verfügbar sein wird, bleibt abzuwarten.

