Im Schokoladenwerk Ruth in Bochum hat die Fertigung für das diesjährige Weihnachtsgeschäft begonnen. Wie aus einem Bericht von handelsblatt.com vom 25.09.2026 hervorgeht, setzt der Betrieb bei den anstehenden saisonalen Aufgaben maßgeblich auf klassisches Handwerk: Nach Angaben der Geschäftsführung erfolgen 70 % der Produktion in Handarbeit, während lediglich 30 % maschinell unterstützt werden.
Der Beginn der Fertigung wirft ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen am Standort Bochum sowie die allgemeine Lage der Süßwarenbranche vor den Feiertagen.
Lohnfertigung und klimatische Herausforderungen in Bochum
Das Sortiment des Schokoladenwerks Ruth umfasst insgesamt über 600 Produkte. Das Unternehmen fertigt dabei zu einem großen Anteil nicht nur für den eigenen Vertrieb, sondern tritt als Partner für Dritte auf: 60–70 % der Erzeugnisse werden für andere Marken hergestellt.
Die Produktion des empfindlichen Rohstoffs hängt dabei stark von der Umgebungstemperatur ab. Ab 23 °C sei die Verarbeitung in der Halle beeinträchtigt, hieß es aus dem Betrieb. Bei extremen Außentemperaturen von bis zu 40 °C gab es in der Vergangenheit hitzefrei für die Belegschaft. Um künftige hitzebedingte Produktionsausfälle zu vermeiden, werden im Werk nun zwei Klimaanlagen eingebaut.
Unklare Preislage und Strategien der Hersteller
Während die Fertigung der Hohlfiguren und Pralinen anläuft, bleibt die finanzielle Belastung für die Endkunden vorerst schwer kalkulierbar. Aus der Branche verlautet, dass es für die Verbraucherpreise zu Weihnachten 2026 derzeit noch keine belastbare Prognose gebe.
Der Absatz von Weihnachtsschokolade sank 2025 laut Marktforschung um 12 %, während Schokolade im Januar 2026 noch 21,0 % teurer war als im Vorjahr — und für die Verbraucherpreise zu Weihnachten 2026 gibt es bislang keine belastbare Prognose. Wer sein Sortiment trotzdem sicher kalkulieren will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden eine Einkaufs-Checkliste, einen Preisvergleich Handarbeit versus Maschine und eine Lieferanten-Risikoanalyse. Kostenlosen Einkaufs-Leitfaden anfordern
Gleichwohl zeichnen sich im Markt punktuelle Anpassungen ab. So plant der Schokoladenhersteller Lindt nach vorliegenden Medienberichten Preissenkungen für einige Weihnachtsmann-Sorten um mehr als ein Fünftel.
Marktrückgang im Vorjahr und anhaltende Teuerung
Die Zurückhaltung bei den Preisprognosen trifft auf eine Branche, die im Vorjahr empfindliche Einbußen hinnehmen musste. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts NIQ sank der Absatz von Weihnachtsschokolade im Jahr 2025 insgesamt um 12 %.
Ein hoher Handarbeitsanteil macht saisonale Ware flexibel, aber auch abhängig von Temperatur und Personal: Ab 23 °C ist die Verarbeitung in der Halle beeinträchtigt, bei Extremhitze fiel die Produktion bereits aus. Wer Lieferketten für das Weihnachtsgeschäft absichern will, bekommt hier eine Risikoanalyse zu Klima, Lohnfertigung und Kapazitäten — plus konkrete Fragenkataloge für Lieferantengespräche. Lieferanten-Risikoanalyse jetzt anfordern
Parallel dazu waren Schokoladenerzeugnisse auch in den vergangenen Monaten von deutlichen Preissteigerungen geprägt. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Schokolade im Januar 2026 um 21,0 % teurer war als im entsprechenden Vorjahresmonat.
Im weiteren Verlauf des Frühjahrs schwächte sich der Anstieg zwar leicht ab, blieb jedoch auf hohem Niveau: Im April 2026 lag der Preis laut der Behörde noch immer um knapp 10 % über dem Wert des Vorjahresmonats.

