Luxemburg stellt sein digitales Bezahlsystem um: Die europäische Wallet Wero löst den heimischen Marktführer Payconiq ab. Ab Juli 2026 soll die App landesweit gelten.
Das Großherzogtum integriert sich damit vollständig in ein souveränes, paneuropäisches Zahlungsnetzwerk. Es soll die Dominanz US-amerikanischer Anbieter wie PayPal, Visa und Mastercard brechen. Die Umstellung markiert eine Zeitenwende für den Finanzplatz Luxemburg.
Der Fahrplan: Über Buckaroo zur neuen App
Die Migration läuft bereits. Sie folgt einem detaillierten Plan, der Kontinuität für Händler und Verbraucher sichern soll. Kern ist eine Partnerschaft zwischen Payconiq International, der Europäischen Zahlungsinitiative (EPI) und dem Zahlungsdienstleister Buckaroo.
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Das umfangreiche Händlernetzwerk von Payconiq wird aktuell auf die Buckaroo-Plattform übertragen. Dieser technische Schritt, Anfang 2026 gestartet, legt das Fundament. Buckaroo agiert als Mittler und ermöglicht den Händlern später reibungslose Wero-Zahlungen.
Für Verbraucher ändert sich vorerst nichts: Die Payconiq-Dienste laufen weiter. Die eigenständige Wero-App soll im Juli 2026 starten. Bis Ende des Jahres wird die Payconiq-Marke dann schrittweise abgelöst. Wero wird zum neuen Standard für mobiles Bezahlen im Land.
Was Banken und Kunden erwartet
Luxemburgs große Retail-Banken unterstützen den Wechsel. Dazu zählen die Spuerkeess, BGL BNP Paribas, die Banque Internationale à Luxembourg (BIL), POST Luxembourg und die Banque Raiffeisen. Sie alle hatten einst Payconiq (vormals Digicash) aufgebaut und richten ihre Strategie nun auf die paneuropäische Vision der EPI aus.
Für Hunderttausende Nutzer bleibt die Bedienung ähnlich: Wie bei Payconiq nutzt Wero QR-Codes und Telefonnummern für sofortige Überweisungen von Konto zu Konto. Der große Unterschied ist die Reichweite.
Wero bietet grenzüberschreitende Interoperabilität. Luxemburger können die App dann nicht nur im Inland, sondern auch in Deutschland, Frankreich und Belgien nutzen, wo Wero bereits läuft. Das erleichtert Zahlungen für Grenzpendler und Reisende im Euroraum erheblich.
Die Mission: Ein europäischer Gegenentwurf
Die Expansion nach Luxemburg ist ein strategischer Meilenstein für die EPI. Wero versteht sich explizit als „europäische Alternative“ zu US-Techgiganten. Durch eine vereinheitlichte Lösung will die Initiative die Souveränität über Zahlungsdaten und -infrastruktur auf dem Kontinent zurückgewinnen.
Luxemburg mit seiner hohen Mobile-Banking-Quote und zentralen Lage gilt als idealer Testmarkt. Die EPI, unterstützt von der EZB und großen Finanzinstituten, sieht es als notwendig an, nationale Champions wie Payconiq zu ersetzen. Nur so entstehe ein einheitlicher europäischer Zahlungsmarkt.
„Wir nutzen lokales Vertrauen, um ein kontinentales Netzwerk aufzubauen“, betonte EPI-Chefin Martina Weimert früher. Genau dieser Spielbahn folgt die Strategie: Das etablierte Händlernetz von Payconiq gibt Wero vom ersten Tag an eine breite Akzeptanzbasis.
Analyse: Vom Nationalen zum Europäischen
Das Ende von Payconiq bedeutet das Aus für eine rein nationale Lösung. Es ist der Startschuss für einen föderalisierten europäischen Zahlungsraum. Payconiq war im Benelux-Raum erfolgreich, fehlte aber der Maßstab für einen EU-weiten Wettbewerb.
Die Einbindung Buckaroos wird als kluger Schachzug gewertet, um technische Risiken zu minimieren. Der Dienstleister übernimmt das Händler-Acquiring, die Banken können sich auf die Wallet-Erfahrung der Kunden konzentrieren. Der Zeitplan deutet darauf hin, dass die EPI ihr Rollout-Tempo nach den Starts in Frankreich und Deutschland 2024/25 deutlich beschleunigt.
Doch der Übergang ist eine Herausforderung. Nutzergewohnheiten sind tief verankert. Eine treue Stammkundschaft von einer beliebten lokalen App zu einer neuen paneuropäischen Marke zu führen, erfordert eine nahtlose Umsetzung. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie gut die Banken ihren Kunden den Mehrwert der grenzüberschreitenden Funktion kommunizieren.
Ausblick: Blaupause für Europa?
In den kommenden sechs Monaten laufen die technischen Migrationen im Hintergrund. Händler erhalten Informationen von Buckaroo zu Vertragsübernahmen. Verbraucher werden wohl erst sommernäher mit Marketingkampagnen auf den Launch vorbereitet.
Ab Juli 2026 soll die Wero-App zum Download bereitstehen und vorübergehend neben Payconiq existieren. Nach Luxemburg sind weitere Märkte geplant, darunter die Niederlande. Gelingt der Übergang, könnte er zur Blaupause für die Harmonisierung des europäischen Zahlungsmarktes werden.
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