Ab sofort verrechnet Google sämtliche Android-Backup-Daten auf das kostenlose 15-GB-Kontingent. Parallel dazu bringt WhatsApp lang ersehnte Neuerungen für iPad-Nutzer.
Seit dem heutigen Dienstag gilt die verschärfte Speicherpolitik: SMS, Anruflisten und Geräteeinstellungen belegen nun ebenfalls Platz im Google-Konto. Bislang waren diese Daten von der Begrenzung ausgenommen – nur Fotos, Videos und MMS wurden angerechnet. Branchenbeobachter schätzen die zusätzliche Belastung pro Nutzer auf durchschnittlich 40 Megabyte.
Google reagiert mit neuen Schaltern in den Einstellungen. Nutzer können künftig gezielt ausschließen, welche Daten in die Cloud wandern. Die Anpassung folgt auf einen Test im Mai, bei dem der Konzern für Neukunden vorübergehend nur fünf Gigabyte Speicher vorsah.
WhatsApp befreit das iPad aus der zweiten Reihe
Mit der Version 26.25.74 rollt eine der meistgefragten Funktionen aus: Das iPad wird zum eigenständigen WhatsApp-Gerät. Bislang war die Nutzung nur im „Companion-Modus“ möglich – das Tablet hing am Smartphone. Jetzt erlaubt die App die direkte Registrierung per Telefonnummer oder Passkey.
Der Aufstieg zum Primärgerät bringt echte Vorteile: Live-Standortteilung und Broadcast-Listen funktionieren nun auch auf dem iPad. Die lästige Pflicht, sich alle 14 Tage neu anzumelden, entfällt. Zwar dürfte der Companion-Modus für die meisten Nutzer weiterhin die praktischere Lösung sein – wer das iPad aber als Hauptgerät nutzt, hat endlich eine echte Alternative.
Wer das iPad als eigenständiges WhatsApp-Gerät nutzen möchte, findet in dieser Anleitung die konkreten Schritte zur Registrierung – plus Tipps zur Backup-Optimierung und Chat-Migration. Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung anfordern
Neue Wege für den Chat-Umzug
Parallel zu den Plattform-Updates gibt es Fortschritte bei der Datenmigration. Der Entwickler iToolab veröffentlichte gestern ein Update für sein Tool WatsGo. Es erlaubt die Wiederherstellung von WhatsApp-Daten aus iCloud – ohne lästiges Zurücksetzen des iPhones oder Neuinstallation der App. Eine Vorschaufunktion zeigt an, welche Chats im Backup stecken, sodass Nutzer gezielt einzelne Konversationen retten können.
Für Android-Nutzer hält WhatsApp eine native Lösung bereit: Der integrierte Transfer erlaubt die direkte Migration per QR-Code-Scan zwischen zwei Geräten. Die Cloud wird dabei umgangen. Experten raten jedoch dringend, vor dem Gerätewechsel manuell ein Chat-Backup anzulegen – sonst sind die Daten weg.
Usernamen und Sicherheitswarnungen
Ihr Google-Speicher ist knapp? Seit kurzem werden auch SMS und Anruflisten auf das 15-GB-Kontingent angerechnet. Diese Anleitung zeigt, wie Sie Ihr Backup optimieren und trotzdem alle Chats sicher behalten. Backup-Checkliste jetzt sichern
WhatsApp bereitet zudem einen grundlegenden Wandel der Nutzeridentität vor. Seit gestern können die rund drei Milliarden Nutzer einen persönlichen Benutzernamen reservieren. Ist die Funktion vollständig aktiv, lässt sich damit Kontakt aufnehmen, ohne die Telefonnummer preiszugeben. Ein geplanter „Username-Key“ soll die Kommunikation zusätzlich auf Personen mit einem vierstelligen Sicherheitscode beschränken.
Während WhatsApp seine Backup-Funktionen ausbaut, schlagen Sicherheitsbehörden Alarm. Das FBI und die US- Cybersicherheitsbehörde CISA warnen vor einer Phishing-Kampagne gegen Nutzer des verschlüsselten Messengers Signal. Angreifer geben sich als Support-Mitarbeiter aus und versuchen, die 64-stelligen Wiederherstellungsschlüssel zu ergaunern. Die Botschaft der Ermittler ist eindeutig: Diese Schlüssel niemals weitergeben – sie bleiben auch nach einem Account-Reset gültig und gewähren unbefugten Zugriff auf die gesamte Chat-Historie.

