Der Messaging-Dienst WhatsApp rollt eine der größten Änderungen seiner Geschichte aus. Künftig können Nutzer per eindeutigem Nutzernamen kommunizieren – ohne ihre private Telefonnummer preiszugeben.
Rund 3,3 Milliarden Menschen weltweit nutzen WhatsApp. Bislang war die Telefonnummer der zentrale Identifikator für jede Interaktion. Das ändert sich jetzt grundlegend. Seit Anfang der Woche rollt die Meta-Tochter schrittweise die neue Funktion aus, die besonders für öffentliche Gruppen und geschäftliche Kontakte einen deutlichen Sicherheitsgewinn verspricht.
Während WhatsApp durch Nutzernamen zwar anonymer wird, bleibt die Sicherheit Ihres gesamten Android-Geräts die wichtigste Basis für privates Chatten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. So sichern Sie Ihr Android-Smartphone in wenigen Minuten gegen Hacker ab – kostenlos
Technische Vorgaben: So funktioniert das neue System
Die Nutzernamen müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Sie sind einzigartig pro Account und dürfen zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein. Erforderlich ist mindestens ein Buchstabe – erlaubt sind Zahlen, Punkte und Unterstriche.
Um Missbrauch und Phishing zu verhindern, gelten strikte Verbote: Nutzernamen dürfen nicht mit „www“ beginnen oder Domain-Endungen wie „.com“, „.net“ oder „.org“ enthalten. Die Funktion ist optional – wer möchte, kann weiterhin seine Telefonnummer als sichtbares Identifikationsmerkmal nutzen.
Die Einführung erfolgt schrittweise. Nach ersten Tests ab Montag rechnen Beobachter mit einer breiteren Verfügbarkeit ab Juni 2026. Nutzer können ihren Benutzernamen jederzeit über die Profileinstellungen festlegen, ändern oder löschen.
Mehr Privatsphäre durch Identitätstrennung
Das Kernziel der Neuerung: der Schutz persönlicher Metadaten. Wer künftig einen Nutzernamen teilt, muss nicht mehr seine Mobilnummer preisgeben – ein entscheidender Vorteil in großen Gruppenchats oder bei einmaligen Transaktionen.
Trotz der geänderten Sichtbarkeit bleibt das Konto technisch an die Telefonnummer gebunden. Für die Erstregistrierung, Anmeldung und Kontowiederherstellung ist sie weiterhin zwingend erforderlich.
Ein zusätzliches Sicherheitsfeature soll Spam verhindern: ein optionaler vierstelliger Sicherheitscode („Username Key“). Wer nicht in der Kontaktliste des Nutzers steht, benötigt diesen Code, um eine Unterhaltung zu starten. Das soll automatisierte Bots und unerwünschte Nachrichtenfluten unterbinden – ein bekanntes Problem offener Handle-Systeme.
Neben neuen Sicherheitsfunktionen bei WhatsApp gewinnt auch die passwortlose Anmeldung immer mehr an Bedeutung, um Konten vor Übergriffen zu schützen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie moderne Passkeys bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp einrichten und Hacker-Angriffen keine Chance mehr lassen. Kostenlosen Report zu Passkeys und sicherer Anmeldung herunterladen
Neue Ära für Geschäftskommunikation
Besonders für Freiberufler, Kleinunternehmer und Marktplatz-Verkäufer eröffnet die Funktion neue Möglichkeiten. Bislang mussten sie ihre private Handynummer mit Fremden teilen, um Aufträge abzuwickeln oder Projekte zu besprechen.
Künftig reicht ein professioneller Nutzername. Der Kunde erreicht den Anbieter – die Privatsphäre bleibt gewahrt. Damit rückt der Dienst näher an Plattformen wie Instagram oder berufliche Netzwerke heran, wo Benutzernamen längst Standard sind.
Auch öffentliche Gruppen profitieren. Bisher konnte jedes Mitglied die Telefonnummer aller anderen Teilnehmer einsehen. Mit Nutzernamen wird die Teilnahme an Nachbarschaftsgruppen, Hobbyforen oder Bürgerinitiativen deutlich sicherer.
Rechtliche Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die Einführung fällt in eine Zeit wachsender regulatorischer Kontrolle. Erst vor wenigen Tagen reichte der US-Bundesstaat Texas Klage gegen Meta ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe die Öffentlichkeit über die Umsetzung seiner Ende-zu-Ende-Verschlüsselung getäuscht. Meta wies die Vorwürfe zurück.
Parallel erweitert WhatsApp sein Sicherheitsportfolio kontinuierlich. Neben Nutzernamen und einem Inkognito-Modus für den KI-Chatbot gibt es neue Statuslisten, verschwindende Nachrichten und ein zentrales Dashboard zur Überwachung der Online-Aktivität.
Ob sich die neue Funktion bei den Milliarden Nutzern durchsetzt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Telefonnummer bleibt das sicherheitsrelevante Fundament – der optionale Nutzername aber markiert einen grundlegenden Wandel in der digitalen Identitätsverwaltung. Die Balance zwischen Zugänglichkeit und den neuen Sicherheitsschlüsseln wird darüber entscheiden, ob WhatsApp seine Spitzenposition im sicheren Messaging behaupten kann.

