Ein virales Video hat die Debatte um Werbenachrichten auf WhatsApp neu entfacht: Der Backend-Entwickler Arya Pathak veröffentlichte auf X eine Aufnahme seines WhatsApp-Posteingangs, der nach eigenen Angaben von Werbenachrichten überflutet wird – unter anderem von KFC India, District by Zomato, Allen Solly und dem Reisegepäck-Hersteller Mokobara.
Pathak forderte Meta auf, entweder einen separaten Tab für Unternehmensnachrichten einzuführen oder den Messenger-Dienst einzustellen. Zahlreiche Nutzer stimmten ihm in den Kommentaren zu, manche schlugen als Alternative vor, Unternehmen konsequent zu blockieren oder auf den Konkurrenzdienst Signal umzusteigen.
WhatsApp arbeitet an einem eigenen Ordner für Werbenachrichten
Die Kritik trifft auf laufende Entwicklungen bei WhatsApp selbst: Der Dienst testet derzeit eine Funktion, die Nachrichten großer Unternehmen automatisch in einen eigenen Ordner namens „Offers & Updates“ verschiebt.
Nutzer sollen diese Funktion bei Bedarf deaktivieren können. Damit greift WhatsApp offenbar genau jenen Wunsch nach einer separaten Ablage für Werbeinhalte auf, den Pathak in seinem Beitrag formuliert hatte – wenngleich unklar bleibt, wann die Funktion für alle Nutzer verfügbar sein wird.
Parallel dazu testet der Dienst eine Warnfunktion, die Nutzer vor dem Antworten auf unbekannte Nummern auf mögliche Betrugsversuche hinweist. Ergänzend dazu läuft für Android-Beta-Nutzer der Version 2.26.34.1 ein Test der Funktion „Scam Alert“: Eine On-Device-Machine-Learning-Analyse kennzeichnet verdächtige Nachrichten von unbekannten Absendern.
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Nutzer können solche Kontakte blockieren, melden oder als vertrauenswürdig markieren. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert, ein Veröffentlichungstermin steht bislang nicht fest. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt dabei laut den Beschreibungen der Funktion unangetastet, eine iOS-Version ist geplant.
Meta führt ab Oktober Gebühren für Unternehmensnachrichten ein
Während Nutzer sich über die Werbeflut beschweren, zieht Meta auf der Geschäftsseite die Zügel an: Ab dem 1. Oktober 2026 will der Konzern pro Nachricht Gebühren für Service- und Utility-Nachrichten auf der WhatsApp Business Platform erheben.
Bisher waren Service-Nachrichten seit dem 1. November 2024 kostenlos, Utility-Nachrichten seit dem 1. Juli 2025. Konkrete Tarife hat Meta noch nicht veröffentlicht, als Anhaltspunkt gilt bislang, dass Utility-Nachrichten an nigerianische Nummern etwa 0,0101 US-Dollar kosten, umgerechnet 13,5 Naira bei einem Wechselkurs von 1.337 Naira je US-Dollar.
Unternehmen, die bis zum 30. September 2026 keine Zahlungsmethode hinterlegt haben, erhalten laut Meta ab dann keine Service-Nachrichten mehr. Banken, Fintechs und andere Firmen sind von der neuen Gebührenpflicht ab dem 1. Oktober 2026 unmittelbar betroffen.
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Weitere Sicherheits- und Funktionsupdates in der Pipeline
Neben den genannten Tests kündigte WhatsApp zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an: Die Zwei-Faktor-Verifizierung soll künftig ein Passwort mit mindestens acht Zeichen sowie Buchstabe und Zahl erfordern. Android-Nutzer sollen bei unbekannten Anrufen künftig mehr Informationen sehen, etwa Land und gemeinsame Gruppen.
Zudem unterstützt der Dienst nun mehrere Passkeys. In der Testphase befinden sich außerdem erweiterte Zahlungsfunktionen, Admin-Profile für Kanäle, neue Chat-Designs für iOS sowie ein Chat-Filter namens „To You“.
Die parallele Entwicklung zeigt ein Spannungsfeld: Während Nutzer wie Pathak sich über die Zunahme werblicher Unternehmensnachrichten beklagen, baut Meta gleichzeitig kostenpflichtige Kommunikationskanäle für Unternehmen aus – flankiert von neuen Werkzeugen, die Nutzern mehr Kontrolle über genau diese Nachrichtenflut geben sollen.

