WhatsApp: @alle-Funktion und anonyme Umfragen ab sofort

WhatsApp erweitert Gruppenverwaltung um @alle und Umfrage-Optionen. Die DMA-konforme Anbindung von Drittanbietern erreicht einen neuen Meilenstein.

WhatsApp bringt neue Verwaltungsfunktionen für Gruppenchats und macht Fortschritte bei der Öffnung für Drittanbieter. Der Messaging-Dienst reagiert damit auf den Digital Markets Act der EU.

Neue Gruppenfunktionen: @alle, bessere Umfragen, Chat-Kopien

WhatsApp führt die „@alle“-Erwähnung ein. Damit lassen sich sämtliche Mitglieder einer Gruppe gleichzeitig benachrichtigen. In Gruppen mit mehr als 32 Teilnehmern bleibt diese Funktion Administratoren vorbehalten – das begrenzt die Lärmbelästigung in großen Chats. Nutzer können die Benachrichtigung in stummgeschalteten Chats zudem komplett deaktivieren.

Auch die Umfrage-Funktion wird deutlich aufgewertet. Nutzer können künftig ein Enddatum für Abstimmungen festlegen und anonym abstimmen lassen. Dazu kommt ein 15-Minuten-Fenster, in dem sich erstellte Umfragen noch bearbeiten lassen. Eine dritte Neuerung erleichtert das Kopieren bestehender Gruppenstrukturen: Wer eine ähnliche Gruppe erstellen will, übernimmt ausgewählte Mitglieder direkt aus einer bestehenden Gruppe.

Interoperabilität: Meilenstein für Drittanbieter-Anbindung

Bei der Plattformöffnung meldet die Fast Finance Pay Corp. einen wichtigen Zwischenschritt. Die Tochter der Fast Finance 24 Holding AG hat nach eigenen Angaben den zweiten technischen Meilenstein für die Interoperabilität ihrer Sicherheits-App OK.secure mit WhatsApp erreicht. EU-Nutzer sollen damit Nachrichten zwischen beiden Plattformen austauschen können, ohne die jeweilige App zu verlassen. Die Schnittstelle basiert auf dem Interoperabilitäts-Framework des DMA. Der Rollout ist für das vierte Quartal geplant, steht aber unter dem Vorbehalt regulatorischer Anforderungen. CEO Ole Jensen gibt sich zuversichtlich: Die Entwicklung liege im Zeitplan. OK.secure umfasst neben dem Messenger bereits eine Krypto-Wallet und IBAN-Konten.

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Sicherheit: Betrugswelle und Kontosperrungen

Parallel zu den Neuerungen warnen Sicherheitsexperten vor einer aktuellen Betrugswelle. Beim „Vote for my friend“-Scam verleiten Angreifer Nutzer dazu, QR-Codes zu scannen oder Abstimmungslinks zu folgen – und übernehmen so Konten über verknüpfte Geräte. In Rostock verursachte ein solcher Fall einen finanziellen Schaden von 3.150 Euro, nachdem Kontakte eines gekaperten Kontos zu Zahlungen bewegt wurden.

Auch über eine Welle von Kontosperrungen gab es Meldungen. Meta bestätigte Fehler bei automatisierten Überprüfungsprozessen: Nutzer, die Konten mit bestimmten Nummern kontaktiert hatten, die Funktionserweiterungen versprachen, wurden weltweit temporär gesperrt. Das Unternehmen kündigte Entschädigungen für Betroffene an.

In der Android-Beta (Version 2.26.30.4) testet WhatsApp zudem eine verbesserte Speicherverwaltung für Kanäle. Tester können Medien nach Typ filtern – etwa Fotos, Videos oder Sprachnachrichten – und mehrere Kanäle gleichzeitig bereinigen, während Favoriten erhalten bleiben.

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Signal zieht bei Geräteverknüpfung nach

Während WhatsApp seine Gruppenfunktionen ausbaut, holt der Konkurrent Signal bei der Geräteflexibilität auf. Die neuen Versionen für Android und iOS erlauben die Verknüpfung von iPhones und Android-Tablets als Sekundärgeräte. Verläufe und Medien der letzten 45 Tage lassen sich dabei übertragen. Die Kopplung erfolgt ebenfalls per QR-Code – was Anbieter zu erhöhter Vorsicht bei der Autorisierung neuer Geräte mahnt.