WhatsApp-Angriffe: Polizei warnt vor Zero-Click-Malware auf iPhones

Europäische Behörden melden neue WhatsApp-Betrugswelle: Veraltete iPhones sind gefährdet, Updates und 2FA sollen Kontoübernahmen verhindern.

Die italienische Polizia di Stato sowie weitere europäische Polizeibehörden haben am Wochenende eine dringende Warnung vor einer neuen Welle gezielter Angriffe auf WhatsApp-Nutzer herausgegeben.

Im Zentrum der Kriminalitätswelle stehen sogenannte Zero-Click-Angriffe, bei denen die Täter die vollständige Kontrolle über Benutzerkonten übernehmen können, ohne dass die Betroffenen auf einen manipulierten Link klicken oder eine verdächtige Datei öffnen müssen.

Besonders gefährdet sind laut den Ermittlungsbehörden Nutzer von Apple-Geräten, auf denen veraltete Versionen des Betriebssystems iOS oder der WhatsApp-Anwendung installiert sind. Die Angreifer machen sich spezifische Sicherheitslücken zunutze, um bestehende WhatsApp-Sitzungen zu klonen und die Kommunikation im Namen der Opfer zu übernehmen.

Technische Schwachstellen und Vorgehensweise

Berichten von Sicherheitsexperten zufolge werden bei den aktuellen Angriffen auf iPhones unter anderem die Schwachstellen mit den Kennungen CVE-2025-43300 und CVE-2025-55177 ausgenutzt. Diese Lücken ermöglichen es den Tätern, den Verifizierungsprozess des Messengerdienstes zu umgehen.

Sobald ein Konto kompromittiert wurde, nutzen die Kriminellen die Identität des rechtmäßigen Nutzers, um dessen Kontakte unter Vorspiegelung falscher Tatsachen um Geldüberweisungen zu bitten.

Parallel zu diesen technologisch anspruchsvollen Zero-Click-Methoden beobachten Verbraucherschützer von Mimikama eine weitere Betrugswelle, die verstärkt auf Social Engineering setzt. Dabei werden Nutzer unter dem Vorwand einer angeblichen Abstimmung für ein Stipendium einer Person namens „Klara“ auf manipulierte Internetseiten gelockt.

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Dort werden die Opfer dazu verleitet, ihre Mobilfunknummer und den anschließend per SMS empfangenen Verifizierungscode einzugeben. Mit diesen Daten ist es den Angreifern möglich, das Konto auf einem fremden Gerät zu aktivieren und den ursprünglichen Besitzer auszusperren.

Empfehlungen der Behörden zur Schadensabwehr

Die Polizei betont die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen, um die Sicherheit der digitalen Kommunikation zu gewährleisten. Als wichtigster Schutzschritt gilt die sofortige Installation aller verfügbaren Updates für iOS und die WhatsApp-Applikation, da diese die bekannten Sicherheitslücken schließen.

Zudem raten die Experten der Polizia di Stato dazu, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) innerhalb der App zu aktivieren. Diese zusätzliche Sicherheitsebene verlangt bei jeder Neuanmeldung eines Kontos die Eingabe eines selbst gewählten PIN-Codes, was eine unbefugte Übernahme selbst dann erschwert, wenn die Angreifer im Besitz des SMS-Verifizierungscodes sind.

Nutzer sollten darüber hinaus regelmäßig in den Einstellungen unter dem Punkt „Verknüpfte Geräte“ prüfen, welche Sitzungen aktiv sind, und unbekannte Verbindungen umgehend trennen.

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Sollte es bereits zu einer Kontenübernahme gekommen sein, empfehlen die Fachleute von Mimikama, das soziale Umfeld sofort über andere Kanäle zu informieren, um betrügerische Geldanfragen ins Leere laufen zu lassen. Zudem wird Opfern geraten, den Vorfall polizeilich zur Anzeige zu bringen.

Zukünftige Entwicklungen im Ökosystem von WhatsApp

Die Bedeutung der Kontensicherheit nimmt weiter zu, da der Mutterkonzern Meta die Funktionen des Messengers stetig erweitert. Aktuelle Berichte über die Beta-Version für iOS mit der Nummer 26.33.10.70 deuten darauf hin, dass WhatsApp intensiv an der Integration eines umfassenden Zahlungssystems arbeitet.

Dieses System soll es Nutzern ermöglichen, Kreditkarten zu hinterlegen und Rechnungsadressen zu verwalten, um Zahlungen direkt über die Plattform abzuwickeln. Eine Expansion dieses Dienstes nach Europa sei geplant.

Angesichts dieser Entwicklung, bei der künftig auch sensible Finanzdaten direkt mit dem WhatsApp-Konto verknüpft sein könnten, mahnen Sicherheitsbehörden zu einer erhöhten Wachsamkeit im Umgang mit Sicherheits-Updates und Verifizierungscodes.