Meta rüstet den Messenger mit neuen Privatsphäre-Funktionen aus – von abgestuften Status-Updates bis zu verschlüsselten KI-Gesprächen.
WhatsApp-Nutzer können künftig genau bestimmen, wer ihre Status-Updates sieht. Der Messenger testet eine „Close Friends“-Funktion, die an das gleichnamige Instagram-Feature erinnert. Damit reagiert Meta auf ein grundlegendes Problem: Wer berufliche und private Kontakte im selben Adressbuch hat, will nicht jedem alles zeigen.
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Neue Kontrollmöglichkeiten für Status-Updates
Die Funktion erlaubt es, mehrere benutzerdefinierte Listen wie „Familie“ oder „Kollegen“ anzulegen. Wer einen Status mit einer bestimmten Liste teilt, signalisiert den Empfängern dies durch einen violetten Ring um das Profilbild. Aktuell testet eine begrenzte Gruppe von Beta-Nutzern auf iOS und Android die Neuerung.
Branchenbeobachter sehen darin eine direkte Reaktion auf jahrelange Nutzerbeschwerden. Bislang war die Privatsphäre- Einstellung für Status-Updates vergleichsweise grob – entweder alle Kontakte oder eine manuell ausgewählte Gruppe. Die neuen Listen sollen diesen Prozess deutlich vereinfachen.
Inkognito-Chat für KI-Gespräche
Mit der zunehmenden Integration künstlicher Intelligenz wachsen auch die Datenschutzbedenken. Meta kündigte daher eine „Private Processing“-Technologie an, die KI-Chats innerhalb von WhatsApp abschirmen soll. Der sogenannte Inkognito-Chat stellt sicher, dass Meta selbst keinen Zugriff auf die Gesprächsinhalte hat.
Die Aufzeichnungen werden nach einer festgelegten Frist automatisch gelöscht. Die Technologie befindet sich in der finalen Entwicklungsphase, ein globaler Rollout wird in den kommenden Monaten erwartet. Damit folgt Meta einem Branchentrend: Auch Apple plant für Siri ähnliche Funktionen, bei denen Nutzer Speicherfristen zwischen 30 Tagen und dauerhafter Aufbewahrung wählen können.
Nach dem Lesen verschwinden: Neue Timer für Nachrichten
WhatsApp überarbeitet zudem die Funktion für verschwindende Nachrichten. Ein neuer „After Reading“-Modus startet den Countdown erst, nachdem der Empfänger die Nachricht geöffnet hat. Bisher begann die Frist mit dem Absenden.
Beta-Tester können derzeit zwischen fünf Minuten, einer Stunde und zwölf Stunden wählen. Bleibt eine Nachricht ungelesen, löscht das System sie automatisch nach 24 Stunden. Parallel dazu testet WhatsApp für iOS ein überarbeitetes Mediendisplay: Eine kompakte 4×4-Rasteransicht zeigt Fotos und Videos an, ohne dass der Chat aus dem Blickfeld gerät.
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Regulatorischer Druck in Europa
Metas Datenschutzstrategie wird maßgeblich durch europäische Regulierung beeinflusst. Das Unternehmen hat der EU-Kommission einen Vorschlag unterbreitet, konkurrierenden KI-Chatbots wie OpenAI und Perplexity begrenzten kostenlosen Zugang zu WhatsApp zu gewähren. Hintergrund ist der Digital Markets Act (DMA) .
Im Januar hatte Meta Drittanbieter-KI zunächst komplett blockiert, im März dann eine Gebühr von umgerechnet etwa sechs Cent pro Nachricht eingeführt. Der neue Vorschlag sieht ein kostenloses Kontingent bis zu einer bestimmten Nutzungsschwelle vor – erst danach würden Gebühren fällig.
Technische Pannen überschatten Fortschritte
Am heutigen Mittwoch erlebte WhatsApp eine weltweite Störung, von der Nutzer in den USA, Indien und Teilen Asiens betroffen waren. Besonders die Web-Version machte Probleme: Nutzer wurden unerwartet auf die Facebook-Loginseite weitergeleitet.
Laut Ausfalltrackern betrafen rund 47 Prozent der gemeldeten Probleme die Website, 22 Prozent die mobile App und 19 Prozent Anmeldeschwierigkeiten. Meta äußerte sich während der Störung nicht offiziell.
Ausblick: Mehr Privatsphäre, mehr Komplexität
In den kommenden Monaten sollen „Close Friends“ und der Inkognito-Chat die Beta-Phase verlassen und für alle Nutzer verfügbar sein. Der Erfolg der Funktionen wird maßgeblich von ihrer Benutzerfreundlichkeit und der Transparenz von Metas Datenpraktiken abhängen.
Die Reaktion der EU-Kommission auf den KI-Zugangsvorschlag wird einen Präzedenzfall schaffen – für die Frage, wie sogenannte Gatekeeper-Plattformen mit kleineren KI-Entwicklern interagieren müssen. Gleichzeitig bleibt die Zuverlässigkeit des Dienstes kritisch: Der heutige Ausfall zeigt die Verwundbarkeit einer global zentralisierten Kommunikationsinfrastruktur.

