WhatsApp bekommt Multitasking-Update und KI-Sprachassistent

Meta stattet WhatsApp mit Android-Bubbles, lokalen KI-Zusammenfassungen und einem überarbeiteten Design aus. Der Messenger rüstet sich für den Wettbewerb.

Die Änderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb im Messaging-Markt neu entflammt.**

Der US-Konzern Meta rollt ab sofort eine Reihe von Neuerungen für WhatsApp aus. Im Zentrum stehen eine verbesserte Multitasking-Fähigkeit auf Android-Geräten sowie KI-Funktionen, die auf Privatsphäre ausgelegt sind. Die Updates befinden sich seit Ende April im Beta-Stadium und sollen den Messenger fit für die Anforderungen moderner Nutzer machen.

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Android-Bubbles: Chatten ohne App-Wechsel

Die auffälligste Änderung ist die Integration von nativen Android-Notification-Bubbles. Anders als die bisherigen „Chat Heads“ aus anderen Meta-Apps nutzt WhatsApp nun die systemeigene Funktion, die Google mit Android 10 und 11 eingeführt hat. Nutzer können so schwebende Chat-Fenster über anderen Apps platzieren und Nachrichten beantworten, ohne die Haupt-App öffnen zu müssen.

Parallel dazu arbeitet Meta an einer umfassenden Design-Überholung namens „Liquid Glass“. Die Navigationsleiste wird überarbeitet, der Text-Header weicht einem zentrierten Logo. Auch die Kanal-Status-Updates verschwinden künftig nach 24 Stunden – eine Anpassung, die an die Funktionsweise von Instagram-Stories erinnert.

KI-Zusammenfassungen: Privat und lokal

Seit dem 24. April testet WhatsApp eine Funktion, die mehrere ungelesene Chats auf einmal zusammenfasst. Das Tool richtet sich vor allem an Nutzer, die in aktive Gruppenchats zurückkehren oder viele private Nachrichten verpasst haben.

Um Datenschutzbedenken zu begegnen, setzt Meta auf ein „Private Processing“-Framework. Die KI läuft in einer vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment, TEE), in der die Daten weder gespeichert noch von Metas zentraler Infrastruktur eingesehen werden können. Nutzer müssen die Funktion in den Einstellungen manuell aktivieren.

Neue Funktionen: Sticker aus Fotos und Timer für Nachrichten

Seit dem 25. April rollt WhatsApp eine „One-Tap“-Funktion aus, die Fotos per Knopfdruck in Sticker verwandelt. Bislang war dafür eine Drittanbieter-App nötig. Entwickler arbeiten zudem an einem „Read After“-Timer für verschwindende Nachrichten, der mehr Kontrolle darüber gibt, wie lange Inhalte nach dem Lesen sichtbar bleiben.

Sicherheitslücke geschlossen: Apple patcht iOS

Die Neuerungen kommen nicht ohne Sicherheitskontext. Am 22. April veröffentlichte Apple ein dringendes Update (iOS 26.4.2), das eine Sicherheitslücke in den Benachrichtigungsdiensten schloss. Die Schwachstelle (CVE-2026-28950) erlaubte es, dass gelöschte Nachrichten bis zu einem Monat im Notification-Cache verblieben.

Berichten zufolge hatten Strafverfolgungsbehörden wie das FBI diese Lücke genutzt, um gelöschte Kommunikation aus verschlüsselten Apps wie Signal und WhatsApp wiederherzustellen. Der Patch stellt sicher, dass mit der Nachricht auch die zugehörige Benachrichtigungsvorschau aus den Geräteprotokollen entfernt wird.

Wettbewerb: XChat fordert WhatsApp heraus

Der Messaging-Markt ist in Bewegung. Ende April 2024 veröffentlichte X Corp die App XChat, die schnell die Spitze des US-App-Stores erklomm. Der Dienst bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und integriert den KI-Assistenten Grok direkt in die Chats. Anders als WhatsApp verzichtet XChat auf die Telefonnummer als Identifikator – die Anmeldung erfolgt über bestehende X-Konten.

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Ausblick: Vom Messenger zur mobilen Arbeitsstation

WhatsApps Neuerungen sind Teil eines größeren Trends: Messaging-Apps entwickeln sich von einfachen Textwerkzeugen zu multimediafähigen, KI-gestützten Plattformen. Hardware-Hersteller bereiten sich darauf vor: Apples kommender A20-Bionic-Chip mit einem Samsung-NPU soll 45 Billionen Operationen pro Sekunde schaffen – genug, um KI-Modelle lokal und damit besonders datenschutzfreundlich auszuführen.

Die Einführung der neuen WhatsApp-Oberfläche und der Bubble-Unterstützung wird voraussichtlich phasenweise im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Während Beta-Tester die Multitasking-Funktionen bereits nutzen, rechnen Beobachter mit einer stabilen Version für die Allgemeinheit, sobald das Liquid-Cloud-Design ausgereift ist.

Die Grenzen zwischen einfachem Messenger und umfassender mobiler Arbeitsstation verschwimmen zusehends. Für die Entwickler bleibt die Herausforderung, den Spagat zwischen immer ausgefeilteren Funktionen und den wachsenden Datenschutz-Erwartungen eines globalen Publikums zu meistern.