WhatsApp bekommt radikales Design-Update: Liquid Glass für iOS

Meta modernisiert WhatsApp mit transparentem Design und neuen Privatsphäre-Funktionen. Ein EU-Kompromiss öffnet die Plattform für konkurrierende KI-Dienste.

Meta rollt die größte optische Neugestaltung von WhatsApp seit Jahren aus – und macht gleichzeitig Zugeständnisse an die EU.

Die Messaging-Plattform mit über zwei Milliarden Nutzern erhält mit Version 26.19.75 ein grundlegend überarbeitetes Erscheinungsbild. Das neue Liquid Glass-Design bringt eine transparente untere Navigationsleiste, die sich dynamisch an den Hintergrundinhalt anpasst. iPhone-Nutzer erleben damit eine deutlich stärkere Integration in das Betriebssystem iOS 26.

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Doch der optische Feinschliff ist nur ein Teil der aktuellen Entwicklung. Parallel dazu arbeitet Meta an neuen Privatsphäre-Funktionen und ringt mit der EU-Kommission um die Zukunft der Künstlichen Intelligenz auf der Plattform.

Die neue Optik: Durchsichtig, flüssig, integriert

Die transparente Navigationsleiste ist das Herzstück des Liquid-Glass-Updates. Anders als bisher verschmilzt sie optisch mit dem Chat-Hintergrund und wirkt nicht mehr wie ein separates Bedienelement. Auch die Tastatur-Integration wurde verbessert – das iOS-26-Systemkeyboard arbeitet nun nahtloser mit der App zusammen.

Ein weiteres praktisches Feature: Das Teilen von Medien wurde grundlegend überarbeitet. Wer Fotos oder Videos verschicken will, sieht jetzt ein kompaktes 4×4-Raster mit den aktuellsten Aufnahmen. Das spart Zeit, denn die Auswahl erfolgt direkt im Chat-Fenster. Wer das gesamte Album braucht, drückt lange auf das Plus-Symbol und gelangt so zur Vollansicht.

Allerdings: Das neue Design ist noch nicht auf allen Bildschirmen der App umgesetzt. Branchenbeobachter rechnen mit weiteren Phasen der optischen Überarbeitung in den kommenden Wochen.

Privatsphäre im Fokus: Neue Timer und Inkognito-Modus

WhatsApp testet derzeit mehrere Funktionen, die den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben sollen. Besonders spannend: „Nach dem Lesen“-Timer für verschwindende Nachrichten. Anders als bisher startet die Countdown-Uhr nicht beim Senden, sondern erst, wenn der Empfänger die Nachricht tatsächlich geöffnet hat. In den Testversionen stehen Intervalle von fünf Minuten, einer Stunde und zwölf Stunden zur Verfügung.

Parallel dazu bereitet Meta einen Inkognito-Modus für den KI-Assistenten Meta AI vor. Diese Funktion nutzt lokale Verarbeitung, sodass Unterhaltungen mit dem Chatbot nicht gespeichert werden. Nach einer festgelegten Zeit verschwinden sie vollständig. Ein globaler Rollout wird in den kommenden Monaten erwartet.

Ein weiteres Feature, das an Instagram erinnert: „Close Friends“-Listen für Status-Updates. Wer seinen Status nur mit einem ausgewählten Kreis teilt, sieht künftig einen lila Ring um das Profilbild. Damit niemand erfährt, wer auf der Liste steht oder von ihr entfernt wurde, gibt es keine Benachrichtigungen bei Änderungen.

EU-Kompromiss: Meta öffnet WhatsApp für Konkurrenz-KI

Die wohl folgenreichste Entwicklung betrifft die Regulierung in Europa. Meta hat der EU-Kommission einen Vorschlag unterbreitet, der konkurrierenden KI-Anbietern wie OpenAI und Perplexity eingeschränkten kostenlosen Zugang zu WhatsApp gewähren soll.

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Hintergrund: Bereits im Januar war ein erster Integrationsplan gescheitert. Ein Nachfolgevorschlag im März sah eine Gebühr von 0,0625 Euro pro Nachricht für Drittanbieter-KI vor – zu viel, befanden die Wettbewerbshüter. Der neue Vorschlag vom Mai 2026 bietet nun ein kostenloses Kontingent bis zu einer bestimmten Nutzungsgrenze, danach fallen Gebühren an.

Die EU-Kommission prüft den Vorschlag derzeit. Kleinere KI-Anbieter haben bereits Bedenken geäußert, dass das Angebot immer noch nicht ausreiche, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Störung am 20. Mai: WhatsApp Web kurzzeitig offline

Am heutigen Mittwoch kam es zu einer weltweiten Störung von WhatsApp Web. Nutzer in Nordamerika, Indien und Teilen Asiens berichteten, dass sie beim Einloggen unerwartet auf eine Facebook-Anmeldeseite weitergeleitet wurden.

Laut Monitoring-Diensten betrafen rund 47 Prozent der Meldungen Probleme mit der Website, 22 Prozent die App und 19 Prozent Login-Schwierigkeiten. Der Dienst wurde inzwischen wiederhergestellt – der Vorfall zeigt aber, wie anfällig die Infrastruktur eines Milliarden-Dienstes sein kann.

Ausblick: KI-Integration und iOS 27 als nächster Meilenstein

Die Entwicklung von WhatsApp bleibt eng mit den großen Plattform-Updates verknüpft. Apple bereitet für den 8. Juni die Worldwide Developers Conference (WWDC) vor, auf der iOS 27 mit dem Schwerpunkt „Apple Intelligence“ vorgestellt werden soll.

Erwartet wird ein stark überarbeiteter Siri, der persönlichen Kontext und Bildschirmerkennung nutzt – Funktionen, die bereits 2024 angekündigt wurden, aber immer wieder Verzögerungen erlitten. Gerüchten zufolge könnte Apple mit Google Gemini zusammenarbeiten, um erweiterte Chatbot-Funktionen anzubieten.

Für WhatsApp bedeutet das: Die App muss sich auf eine Zukunft vorbereiten, in der KI-Assistenten systemweit mit Messaging-Diensten interagieren. Die neuen Privatsphäre-Funktionen und das frische Design sind erste Schritte in diese Richtung. Ob sie ausreichen, wird sich zeigen – spätestens mit dem Start von iOS 27 im September.