WhatsApp-Benutzernamen: Meta ersetzt Handynummern als Erkennungsmerkmal

WhatsApp startet die Einführung von Benutzernamen, die Handynummern ersetzen. Indien kritisiert die Funktion wegen Betrugsrisiken.

Juli 2026 mit der Einführung von Benutzernamen begonnen. Nutzer können sich künftig ohne Preisgabe ihrer Handynummer vernetzen.

Die Neuerung ist ein massiver Einschnitt in die Identitäts- und Privatsphäre-Architektur des Meta-Konzerns. Erstmals rückt WhatsApp funktional näher an Konkurrenten wie Telegram oder Signal heran.

So funktioniert das neue System

Über die Profileinstellungen können Nutzer einen eindeutigen Benutzernamen reservieren und aktivieren. Die Telefonnummer bleibt zwar für die Registrierung zwingend erforderlich, wird aber als öffentliches Erkennungsmerkmal durch den Usernamen ersetzt. Neue Kontakte sehen die Ziffern des Nutzers nicht mehr.

WhatsApp hat mehrere Sicherheitsmechanismen eingebaut. Es gibt kein öffentliches Verzeichnis oder eine Suchfunktion für Usernamen. Wer eine Unterhaltung beginnen will, muss den exakten Handle des Empfängers kennen. Optional lässt sich ein vierstelliger „Username Key“ (PIN) aktivieren. Dann müssen neue Kontakte diesen Code eingeben, bevor sie eine Nachricht senden können.

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Nutzer, die sich bereits einen Namen gesichert hatten, erhielten Benachrichtigungen in der App, sobald ihr Handle aktiv wurde. Auch bei Änderungen wurden Kontakte informiert. Wer Profile über mehrere Meta-Plattformen verknüpft, muss unter Umständen die Inhaberschaft bestätigen, wenn der WhatsApp-Name mit einem bestehenden Facebook- oder Instagram-Profil übereinstimmt.

Indien bremst: Regierung sieht Betrugsrisiko

Der Rollout stößt in Indien, einem der größten WhatsApp-Märkte, auf erbitterten Widerstand. Das Ministerium für Elektronik und IT forderte am 17. Juli einen Stopp der Funktion. Die Begründung: mögliche Risiken durch Cyberkriminalität und die Anonymität, die Usernamen bieten.

Die Zahlen untermauern die Sorge. 2026 nutzen rund 853,8 Millionen Menschen in Indien WhatsApp. Die Behörden registrierten 2024 über 102.000 Cyberkriminalitätsfälle – ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die finanziellen Schäden durch Online-Betrug beliefen sich 2025 auf schätzungsweise 2,3 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent.

Meta betont, das System sei mit Schutzmaßnahmen ausgestattet. Dazu gehören vorab reservierte Usernamen für öffentliche Personen und Organisationen (gegen Identitätsdiebstahl), Geschwindigkeitsbegrenzungen beim Hinzufügen neuer Kontakte sowie automatisierte Erkennungssysteme für Missbrauch.

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Business- und Desktop-Updates folgen

Parallel zur Username-Einführung brachte WhatsApp am 18. Juli Updates für Business- und Desktop-Anwendungen. Die WhatsApp Business App unterstützt nun mehrere Konten – Profis können verschiedene Geschäftsidentitäten in einer Oberfläche verwalten.

Die Mac-Anwendung erhielt ein Redesign namens „Liquid Glass“. Entwickler arbeiten zudem an einem verschlüsselten Cloud-Backup. Erste Details deuten auf ein abgestuftes Speichermodell hin: 2 GB kostenlos, kostenpflichtige Pläne beginnen bei etwa 0,99 Euro für 50 GB. Auch ein 1-TB-Tarif ist in der Entwicklung.

In der Beta-Phase befinden sich ein Voice-Message-Widget für iOS sowie eine Mikrofon-Tastenkombination zur schnelleren Sprachnachricht.

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