WhatsApp: Benutzernamen schützen 3 Mrd. Nutzer vor Telefonnummern-Sharing

WhatsApp startet die schrittweise Einführung von Benutzernamen, um die Telefonnummer als Pflichtangabe zu ersetzen. Der Rollout stößt jedoch in Indien und Algerien auf regulatorische Bedenken.

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat Mitte August 2026 mit der Einführung von Benutzernamen begonnen, um die Privatsphäre seiner weltweit mehr als 3 Milliarden Nutzer zu erhöhen.

Mit dieser Neuerung ermöglicht das zum Meta-Konzern gehörende Unternehmen eine Kommunikation, bei der die persönliche Telefonnummer nicht mehr zwingend mit anderen Chat-Partnern geteilt werden muss. Der Rollout der Funktion erfolgt schrittweise für die Betriebssysteme iOS und Android.

Technische Details und Vergabe der Identifikatoren

Die neu eingeführten Benutzernamen müssen eine Länge von 3 bis 35 Zeichen aufweisen und mindestens einen Buchstaben enthalten. Die Verwendung von URLs innerhalb des Namens ist untersagt. Bereits seit Ende Juni 2026 bestand für Anwender die Möglichkeit, sich entsprechende Namen zu reservieren. Dabei bietet der Dienst auch die Option an, bestehende Benutzernamen von anderen Meta-Plattformen wie Instagram oder Facebook zu importieren.

Um den Schutz vor unerwünschter Kontaktaufnahme weiter zu erhöhen, führt WhatsApp zudem einen optionalen vierstelligen PIN für Benutzernamen ein. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken wird es kein öffentliches Verzeichnis der vergebenen Namen geben.

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Eine Kontaktaufnahme über diesen Weg ist nur möglich, wenn dem Gegenüber der exakte Benutzername bekannt ist. Meta betonte in diesem Zusammenhang die Einzigartigkeit der Identifikatoren und den damit verbundenen Gewinn an Privatsphäre.

Integration in die Benutzeroberfläche

Aktuell testet das Unternehmen auf Android- und iOS-Geräten ein neues Kontaktfeld speziell für Benutzernamen. Bevor ein Kontakt auf diese Weise gespeichert werden kann, erfolgt eine Verifizierung. Neben der reinen Chat-Funktion sollen auch Status-Updates für Kontakte verfügbar sein, die über ihren Benutzernamen verbunden sind.

Parallel zur Einführung der Namenskennung arbeitet der Dienst an weiteren optischen und funktionalen Anpassungen. Dazu gehören neue Chat-Designs sowie eine anpassbare Leiste für Reaktionen auf Nachrichten. Zur Bekanntmachung der neuen Sicherheitsfunktion setzt Meta auf eine großangelegte Kampagne, in der unter anderem der Boxer Anthony Joshua für die Nutzung der Benutzernamen wirbt.

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Regionale Widerstände und regulatorische Anforderungen

Trotz der globalen Ausrollung stößt die neue Funktion in einigen Märkten auf regulatorische Hürden. In Indien forderten Behörden bereits im Juli 2026 eine Aussetzung der Benutzername-Funktion. Auch aus Algerien kam Kritik an der neuen Struktur.

Die dortigen Verantwortlichen forderten am 10. August 2026 eine verbindliche Kopplung der Benutzernamen an algerische Telefonnummern. Von dieser Forderung sind etwa 27 Millionen Nutzer in dem nordafrikanischen Land betroffen.

Meta hatte die Einführung der Funktion ursprünglich bereits im Juni 2026 angekündigt. Der vollständige globale Rollout soll nach aktuellen Planungen bis zum Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein.

Ziel ist es, den Benutzernamen als primäres Identifikationsmerkmal zu etablieren und die Telefonnummer somit als privates Datum stärker in den Hintergrund treten zu lassen. Das Unternehmen reagiert damit auf langjährige Forderungen nach mehr Anonymität innerhalb des Messengers, der bisher strikt an die Mobilfunknummer der Endgeräte gebunden war.