WhatsApp Benutzernamen: Telefonnummer bleibt bei Kontakten verborgen

WhatsApp führt Benutzernamen ein, die die Telefonnummer bei Kontaktaufnahme verbergen. Verbraucherschützer warnen jedoch vor neuen Risiken und Betrugsmaschen.

Die Funktion rollt seit Mitte Juli 2026 für Android und iOS aus. Nutzer können ein Pseudonym aus 3 bis 35 Zeichen wählen – erlaubt sind Kleinbuchstaben, Zahlen, Punkte und Unterstriche.

Der Clou: Die eigene Mobilfunknummer bleibt bei der Kontaktaufnahme über den Benutzernamen für das Gegenüber unsichtbar. Die Nummer bildet weiterhin die technische Basis des Kontos. In bestehenden Chats bleibt sie jedoch sichtbar.

Bis September 2026 soll der globale Rollout abgeschlossen sein. Die Reservierung der Wunschnamen läuft bereits. Wer zusätzliche Sicherheit will, aktiviert den sogenannten Benutzernamenschlüssel (Username Key) – eine weitere Schutzebene.

Verbraucherschützer sehen neue Risiken

Die verbesserte Anonymität gegenüber Fremden hat einen Haken. Fachleute der Verbraucherzentrale NRW warnen: Klarnamen als Benutzernamen sind keine gute Idee. Ein Risiko liegt im plattformübergreifenden Tracking innerhalb des Meta-Konzerns.

Dazu kommen neue Betrugsszenarien. Kriminelle könnten versuchen, bekannte Identitäten über die neuen Nutzernamen zu imitieren.

WhatsApp baut Backups und Audio-Funktionen aus

Parallel arbeitet die Meta-Tochter an der Datensicherung. Für iOS-Nutzer ist eine eigene Cloud-Lösung in der Mache. Sie bietet 2 GB kostenlosen Speicher. Wer mehr braucht, kann zahlen: 50 GB für 0,99 Euro monatlich oder 1 TB. Alle Backups bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

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Bei Telefonaten gibt es eine neue Mikrofon-Steuerung – direkt innerhalb laufender Anrufe bedienbar. Die Funktion steht zunächst für Apple-Nutzer zur Verfügung.

Cyber-Betrug explodiert – Quishing und Smishing auf dem Vormarsch

Die WhatsApp-Neuerungen kommen in einer Zeit massiv steigender Cyber-Angriffe. QR-Code-Phishing (Quishing) legte im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent zu. Allein im März registrierten Marktforscher über 18 Millionen solcher Angriffe. SMS-Phishing (Smishing) stieg im zweiten Quartal um 162 Prozent.

Die Telekom warnt vor einer neuen Masche nach Handydiebstählen. Täter nutzen Kontaktinformationen vom Sperrbildschirm, um über Phishing-Links auf Cloud-Konten zuzugreifen und Aktivierungssperren zu umgehen.

Das FBI zerschlug kürzlich ein Netzwerk mit über 8.000 Phishing-Domains. Der verursachte Gesamtschaden: rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

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Meta juristisch unter Druck

Während der Konzern neue Features ausrollt, steht er vor Gericht. Mitte Juli 2026 reichten 26 Beschäftigte Klage in Oakland ein. Ihr Vorwurf: Meta setzt bei bevorstehenden Entlassungen von rund 8.000 Mitarbeitern diskriminierende KI-Bewertungen ein.

Die Scores entstehen unter anderem aus der Analyse von Tastenanschlägen, Browser-Verlauf und E-Mails. Menschen mit Behinderungen sollen systematisch benachteiligt worden sein. Meta bestreitet die Vorwürfe.

Die EU stuft den Einsatz von KI-Systemen für Kündigungsentscheidungen bereits als Hochrisiko-Anwendung ein. Ab Dezember 2027 gelten dafür strenge Pflichten.