Die bereits seit Februar 2026 in der Entwicklung befindliche Funktion zur zeitversetzten Übermittlung von Mitteilungen hat bei WhatsApp eine neue Phase erreicht. Am 12. Oktober 2026 begann der Messenger-Dienst damit, ein entsprechendes Werkzeug für ausgewählte Teilnehmer des Android-Testprogramms bereitzustellen.
Über die Testfassung mit der Versionsnummer 2.26.40.7 aus dem Google Play Store können Nutzer Mitteilungen vorplanen, die das System selbst dann zuverlässig zustellt, wenn das eigene Endgerät zum Sendezeitpunkt ausgeschaltet oder nicht mit dem Internet verbunden ist.
Zeitfenster und Bedienung der Planungsfunktion
Die Aktivierung der Zeitsteuerung erfolgt direkt im Eingabefeld über ein längeres Gedrückthalten der Senden-Schaltfläche. Für den Versand lässt sich eine Spanne wählen, die frühestens zehn Minuten und maximal zwei Wochen in der Zukunft liegt.
Neben reinem Text und Weblinks können auch Mediendateien wie Fotos und Videos vordatiert werden, wobei der Versand aktuell auf jeweils eine Bild- oder Videodatei pro geplanter Nachricht begrenzt ist. Für die visuelle Gestaltung von Medien steht zudem eine Bearbeitungsmöglichkeit im Zeicheneditor zur Verfügung.
Technisch wird der Versand über die Server des Dienstes abgewickelt, um die Zustellung bei geschlossener Anwendung oder offline geschaltetem Smartphone zu gewährleisten. Nach Angaben der Entwickler bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch während der Zwischenspeicherung auf den Servern vollständig gewahrt.
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Privatsphäre und Handhabung in Gruppen
Für die Empfängerseite bleibt der Vorgang unsichtbar. Ankommende Mitteilungen weisen keine Kennzeichnung auf, die auf eine vorherige Planung hinweist. Auch über ein nachträgliches Löschen vor dem eigentlichen Versandzeitpunkt werden die Empfänger nicht informiert.
Die Einsicht in vorbereitete Nachrichten sowie deren Verwaltung oder Löschung erfolgt über den Informationsbereich des jeweiligen Chats. In Gruppenunterhaltungen greift zudem eine Einschränkung für neu hinzugekommene Kontakte: Eine zeitversetzte Nachricht wird ausschließlich an jene Mitglieder zugestellt, die sich bereits zum ursprünglichen Planungszeitpunkt in der Gruppe befanden.
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Eingeschränkte Testphase und Wettbewerbsumfeld
Der Testbetrieb ist vorerst auf einen begrenzten Kreis von Beta-Nutzern auf Android-Geräten beschränkt. Eine Ausweitung auf weitere Testpersonen ist für die kommenden Wochen vorgesehen. Einen Zeitplan für eine Veröffentlichung in der regulären, stabilen Version der App gibt es bislang nicht. Eine offizielle Stellungnahme von WhatsApp oder dem Mutterkonzern Meta lag nach Berichten vom 13. Oktober 2026 noch nicht vor.
Mit der Einführung schließt WhatsApp zu anderen Kommunikationsdiensten auf. Der Konkurrent Telegram führte eine integrierte Planungsfunktion bereits im Jahr 2019 ein. Apple integrierte die Möglichkeit zum zeitversetzten Senden mit der Veröffentlichung von iOS 18 in seinen Dienst iMessage, während Metas Plattform Instagram eine solche Option seit dem Jahr 2025 anbietet.

