Sicherheitsberichte und Polizeibehörden warnen vor einer aktuellen Betrugsmasche beim Messaging-Dienst WhatsApp, bei der Angreifer die Funktion „Verknüpfte Geräte“ missbrauchen. Durch diese Methode gelingt es den Tätern, vollständigen Zugriff auf Konten zu erhalten, ohne dass klassische Sicherheitswarnungen oder Passwort-Rücksetzungen ausgelöst werden.
Manipulation durch angebliche Abstimmungs-Wettbewerbe
Im Zentrum der Angriffe steht laut Berichten von IT-Sicherheitsunternehmen wie Malwarebytes und dem Infosecurity Magazine der sogenannte „Vote for my friend“-Scam. Dabei erhalten Nutzer Nachrichten von scheinbar bekannten Kontakten, in denen sie gebeten werden, an einer Abstimmung für einen Freund teilzunehmen. Die Opfer werden dazu verleitet, auf präparierte Links zu klicken oder QR-Codes zu scannen.
Durch diese Interaktion autorisieren die Nutzer ungewollt das Gerät eines Angreifers als verknüpftes Gerät für ihr eigenes WhatsApp-Konto. Branchenbeobachter stellen fest, dass dieser Vorgang besonders gefährlich ist, da er die herkömmlichen Sicherheitsvorkehrungen umgeht. Ein Passwort-Reset sei für die Übernahme nicht erforderlich, und das System generiere in vielen Fällen keine unmittelbaren Warnmeldungen über verdächtige Aktivitäten. Laut weiteren Berichten nutzen die Täter zudem die Eingabe eines sechsstelligen Codes aus, um den Zugriff zu finalisieren. Der Mutterkonzern Meta mahnt in diesem Zusammenhang eindringlich dazu, solche Verifizierungscodes niemals mit Dritten zu teilen.
Hohe finanzielle Schäden durch Identitätsmissbrauch
Wer sich mit der Sicherheit von Messaging-Diensten wie WhatsApp befasst, sollte sein gesamtes Android-Smartphone gegen professionelle Hacker-Angriffe absichern. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihre Daten und Konten wirksam vor Missbrauch schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Die praktischen Folgen dieser Kontenübernahmen zeigen sich in aktuellen Kriminalitätsberichten. In einem dokumentierten Fall aus Rostock verlor ein 65-jähriger Nutzer den Zugriff auf sein Konto, nachdem er einem manipulierten Link gefolgt war. Die Täter nutzten die fremde Identität umgehend aus, um Geld von den im Telefonbuch gespeicherten Kontakten zu fordern.
Als Vorwand diente eine angebliche dringende Zahnbehandlung, für die kurzfristig finanzielle Mittel benötigt würden. Die Angreifer lehnten telefonische Rückfragen konsequent ab, um nicht enttarnt zu werden. In diesem speziellen Fall überwiesen vier Kontakte des Opfers insgesamt 3.150 Euro an die Betrüger. Die Polizei warnt, dass unerwartete Geldbitten über Messaging-Dienste stets ein Alarmsignal seien.
Präventionsmaßnahmen und Sicherheitsmerkmale
Die zunehmende Gefahr durch Datenmissbrauch zeigt, wie wichtig ein proaktiver Schutz des eigenen Android-Smartphones im Alltag geworden ist. Erfahren Sie in diesem gratis Sicherheits-Paket, wie Sie WhatsApp, PayPal und Co. endlich sicher nutzen können. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Sicherheitsexperten und Ermittlungsbehörden raten dringend zur Vorsicht bei unangeforderten Nachrichten, auch wenn diese von bekannten Absendern stammen könnten. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gehört die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung beziehungsweise der Zwei-Schritt-Verifizierung innerhalb der App.
Weitere Handlungsempfehlungen für Nutzer umfassen:
– Links niemals unüberlegt öffnen und keine unbekannten QR-Codes scannen.
– Regelmäßig die Liste der „Verknüpften Geräte“ in den WhatsApp-Einstellungen kontrollieren und unbekannte Verbindungen sofort trennen.
– Bei Geldforderungen von Freunden oder Verwandten über Messenger-Dienste grundsätzlich einen alternativen Kommunikationsweg zur Verifizierung wählen.
Für IT-Sicherheitsteams hat Malwarebytes spezifische Indikatoren (IOCs) identifiziert, die mit der Kampagne in Verbindung stehen. Dazu gehören die Domains ngdance[.]fun/vote und fokindenfo1[.]lol/home/vote. Nutzer sollten darauf achten, bei jeglichen Aufforderungen zur PIN-Eingabe oder Geräteautorisierung im Zusammenhang mit Gewinnspielen oder Abstimmungen höchste Skepsis walten zu lassen.

