Sicherheits- und Regierungsbehörden weltweit haben am 5. Oktober 2026 vor einer Zunahme koordinierter Betrugsmaschen über den Nachrichtendienst WhatsApp gewarnt. Kriminelle geben sich dabei verstärkt als hochrangige Amtsträger, Justizvertreter oder Führungskräfte aus, um Opfer zur Überweisung hoher Geldbeträge zu bewegen oder gefälschte Arbeitsverhältnisse zu vermitteln.
Gefälschte Identitäten von Amtsträgern und Justizpersonal
Besonders häufig treten Täter unter den Namen realer Amtsträger auf. In Südafrika warnte das Office of the Chief Justice vor WhatsApp-Nachrichten, die angeblich vom stellvertretenden Präsidenten des Supreme Court of Appeal, Justice Dumisani Zondi, versendet wurden. Dabei nutzten die Betrüger ein Foto des Juristen sowie den Absendernamen Justice Dumisani Zondi unter der Rufnummer 076 208 2834. Bereits im August 2026 hatte die Behörde vor einem Kriminellen gewarnt, der die Identität des amtierenden Gerichtspräsidenten Zamani Nhlangulela der Eastern Cape Division des High Court missbrauchte. Ähnliche Fälle betrafen im Juni 2026 Chief Justice Mandisa Maya sowie zuvor die Richter Chris Jafta und Mbuyiseli Madlanga.
Parallel dazu warnte die südafrikanische Polizei in KwaZulu-Natal vor gefälschten Jobangeboten beim South African Police Service (SAPS). Kriminelle nutzten ein Profilbild von Major General Dr. SB Ngcobo und forderten R15.000 für eine angebliche Anstellung.
Polizeisprecher Paul Magwaza erläuterte das Vorgehen: Bewerbungsformulare würden umgehend verschickt, verbunden mit der Forderung nach einer Anzahlung von R7.500 sowie der Restsumme bei Vertragsunterzeichnung. Planstellen bei der Polizei seien jedoch grundsätzlich unverkäuflich.
In Indien meldete Collector Borkhade Hemant Sahadevrao aus dem Distrikt Mulugu in Telangana gefälschte WhatsApp-Nachrichten unter seinem Namen und Foto, die von der Telefonnummer +66 98 476 2993 aus an Beamte und Bürger verschickt wurden.
Das Ministerium für Human Resources and Emiratisation der Vereinigten Arabischen Emirate wies zudem darauf hin, dass Kriminelle auch KI-generierte Stimmen, Videos und Bilder verwenden, um sich als offizielle Stellen auszugeben.
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Betrügerische Jobversprechen und Erpressung im Ausland
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf vorgetäuschten Arbeitsangeboten. Nach Angaben der malaysischen Polizei (PDRM) wurden für das Jahr 2025 mehr als 8.900 Fälle von Jobbetrug gemeldet, wobei WhatsApp rund 43 Prozent der erfassten Kanäle ausmachte.
Die Täter zahlen anfangs oft kleine Beträge aus, um Vertrauen aufzubauen, fordern danach jedoch Einzahlungen für angebliche Konto-Upgrades oder Aufgabenpakete. Die Cyber-Sicherheitsagentur MyCERT rät dazu, Firmenregistrierungen unabhängig zu überprüfen und ausschließlich offizielle Kontaktwege zu nutzen.
In Ghana warnte die Cyber Security Authority vor dem Klonen staatlicher Webseiten für angebliche Sicherheits- oder Militärjobs über SMS, Facebook, Telegram und WhatsApp. Das ghanaische Außenministerium informierte am 5. Oktober 2026 über Fälle in Sambia: Dort wurden Arbeitsuchende mit Kundenservice- oder IT-Stellen gelockt, vor Ort jedoch unter Einzug ihrer Pässe festgehalten und gezwungen, Anlage- oder Krypto-Betrügereien zu begehen.
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Finanzielle Schäden bei Unternehmen und Bürgern
Auch Unternehmen geraten ins Visier: In Indien überwies ein Buchhalter eines Finanzunternehmens in Ahmedabad ₹95,80 lakh, nachdem sich ein Betrüger per WhatsApp als sein Chef ausgegeben hatte. Erst bei einer Nachforderung von weiteren ₹1,26 crore flog der Betrug auf.
Beim Unternehmen Etherbit Pvt Ltd in Surat veranlasste ein gehacktes Smartphone des Buchhalters Jay Jadav den Verlust von ₹20 lakh an ein Konto namens Krishna Traders, nachdem die Angreifer als Direktor Harsh Vakhariya aufgetreten waren.
In Jammu und Kaschmir deckte die Budgam-Polizei ein seit 2019 aktives Betrugsnetzwerk auf, dessen Schaden vorläufig auf über Rs 2 crore geschätzt wird. Die Festnahmen von Firdous Nabi und Jehangir Ahmad Dar folgten auf Beschwerden wegen fingierter Regierungsanstellungen und Subventionen.
Bei Durchsuchungen stellten Ermittler unter anderem Blanko-Briefköpfe, gefälschte Stempel und ATM-Karten sicher. Die Täter hatten Dokumente zuvor unter anderem über die Einmalansicht von WhatsApp verbreitet.

