WhatsApp-Betrug: Deutsche verlieren 1.180 Euro in 30 Minuten

Kaspersky-Studie belegt hohe Verluste bei WhatsApp-Betrug. BKA meldet zehn Prozent mehr Ransomware-Angriffe auf Unternehmen.

Eine neue Analyse zeigt das erschreckende Ausmaß digitaler Betrugsmaschen in Deutschland.

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WhatsApp als Einfallstor: 44 Prozent der Opfer verlieren Geld innerhalb von 30 Minuten

Eine aktuelle Untersuchung von Kaspersky offenbart alarmierende Zahlen. Deutsche WhatsApp-Nutzer verlieren bei erfolgreichen Betrugsattacken im Durchschnitt 1.180 Euro – weit mehr als der weltweite Durchschnitt. Besonders erschreckend: In 44 Prozent der Fälle fließt das Geld bereits innerhalb einer halben Stunde nach dem ersten Kontakt.

Rund 74 Prozent der Betroffenen vermuten hinter den Angriffen den Einsatz von KI. Deepfakes und synthetisch erzeugte Stimmen machen die Maschen immer schwerer durchschaubar. Neben WhatsApp nutzen Kriminelle vermehrt SMS, iMessage und Facebook als Einstiegskanäle.

Die klassische Schockanruf-Masche ist weiterhin effektiv. Ein aktueller Fall aus Nordrhein-Westfalen zeigt das deutlich: Ein Senior verlor einen fünfstelligen Betrag an Gold und Bargeld, nachdem ihm ein vorgetäuschter Unfall einer Angehörigen vorgegaukelt wurde.

Ransomware-Angriffe auf Unternehmen steigen um zehn Prozent

Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte für 2025 insgesamt 1.041 Ransomware-Fälle. Das ist ein Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders brisant: 96 Prozent dieser Angriffe zielten gezielt auf Unternehmen ab. Nur sieben Prozent der Geschädigten zahlten das geforderte Lösegeld.

Aktuell sind mehrere medizinische Einrichtungen im Südwesten Deutschlands betroffen. Ein Cyberangriff auf einen bundesweit tätigen Klinik-Dienstleister legte Systeme lahm. Die Täter nutzen häufig ausgespähte Zugangsdaten oder Sicherheitslücken in veralteter Software.

In Niedersachsen wurden Patientendaten der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung (Arwini) gestohlen und im Darknet veröffentlicht. Verantwortlich gemacht wird die Ransomware-Gruppierung „Kairos“. Der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi rief Betroffene zur erhöhten Vorsicht auf.

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Bafin warnt vor falschen SpaceX-Aktien und Identitätsdiebstahl

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen aufsicht (Bafin) hat ihre Warnliste Anfang Juni erweitert. Darunter finden sich Anbieter wie ImperionFinance, die angeblich SpaceX-Aktien verkaufen. Auch falsche Aufsichtsbehörden und Identitätsdiebstahl bekannter Asset-Manager über WhatsApp-Gruppen nehmen zu.

Die finanziellen Folgen sind oft existenzbedrohend. In Mannheim verlor ein 60-Jähriger rund 900.000 Euro. Ein vermeintlicher Berater hatte ihn über manipulierte Apps zu Investitionen bewegt. Ein ähnlicher Fall in Bayern endete mit einem Verlust von über 100.000 Euro.

Die Polizei warnt vor unrealistischen Gewinnversprechen und Druck, Zahlungen an Privatpersonen oder auf Auslandskonten zu leisten.

Neue Phishing-Methoden: ChatGPT, gefälschte Kalender und Park-Apps

Sicherheitsforscher von Push Security entdecken immer neue Taktiken. Kriminelle missbrauchen die Code-Rendering-Funktion von ChatGPT. Über manipulierte Suchergebnisse werden Nutzer auf gefälschte Seiten gelockt, die Schadsoftware installieren.

Auch das FBI warnt vor der Plattform „Kali365“. Sie bietet spezialisierte Phishing-Dienste für Angriffe auf Microsoft-365-Umgebungen. Ziel ist es, die Multi-Faktor-Authentifizierung durch das Abgreifen von Berechtigungs-Tokens zu umgehen.

In den vergangenen Wochen häufen sich zudem Angriffe über gefälschte Kalendereinladungen in Unternehmensnetzwerken. Auch Manipulationen an NFC-Schnittstellen und Park-Apps nehmen zu. Letztere führen oft erst Wochen später zu unbemerkten Abbuchungen.