WhatsApp-Betrug: Italienische Polizei warnt vor Kontoübernahmen

Italiens Polizei meldet eine Betrugswelle mit gekaperten WhatsApp-Konten und empfiehlt Updates, Verifizierung sowie Vorsicht bei Geldbitten.

Die italienische Polizia di Stato hat am 4. September 2026 eine landesweite Warnung vor einer weit verbreiteten Betrugswelle herausgegeben, bei der Angreifer die Kontrolle über WhatsApp-Konten übernehmen.

Ziel dieser Aktivitäten ist es, unter der Identität der rechtmäßigen Kontoinhaber Geldforderungen an deren Kontakte zu stellen. Die Sicherheitsbehörden beobachten eine Zunahme dieser Vorfälle, bei denen gezielt Freunde und Verwandte der Betroffenen kontaktiert werden.

Sicherheitslücken in älteren Betriebssystemen als Einfallstor

Nach Erkenntnissen der Polizia di Stato vom 4. September 2026 erfolgt die Kompromittierung der Accounts primär über sogenannte Zero-Click-Angriffe. Diese richten sich speziell gegen iOS-Geräte, auf denen kein aktuelles Betriebssystem installiert ist. Bereits am 3. September wurde darauf hingewiesen, dass iPhones mit veralteten iOS-Versionen oder einer nicht aktualisierten WhatsApp-App besonders gefährdet sind.

Obwohl Apple die für diese Angriffe ausgenutzten Schwachstellen nach Angaben der Polizei vom 3. September bereits durch Sicherheitsupdates behoben hat, bleiben Geräte ohne diese Aktualisierungen verwundbar. Neben den rein technischen Angriffswegen nutzt die Täterschaft laut polizeilichen Berichten vom selben Tag auch Methoden des Social Engineering, um Zugriff auf die Benutzerkonten zu erlangen.

Anzeige

Viele iPhone-Nutzer übersehen nach einem Software-Update kritische Einstellungen, die ihre Privatsphäre gefährden können. Ein Apple-Experte erklärt in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihr Gerät mit wenigen Klicks wirksam vor fremdem Zugriff schützen. Sichere iOS-Updates: Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung

Vorgehensweise der Täter und finanzielle Forderungen

Die Betrugsmasche folgt einem klaren Muster: Sobald ein Konto übernommen wurde, kontaktieren die Angreifer die im Adressbuch gespeicherten Personen. Dabei wird unter dem Vorwand einer Notlage oder eines dringenden Bedarfs um finanzielle Unterstützung gebeten. Da die Nachrichten von einem bekannten Absender stammen, ist die Hemmschwelle für Zahlungen bei den Opfern oft geringer.

In Regionen wie Umbrien verzeichnet die Polizei eine steigende Zahl an Anzeigen zu diesen WhatsApp-Betrugsfällen. Betroffene haben dort die Möglichkeit, entsprechende Vorfälle über das Portal commissariatodips.it zur Anzeige zu bringen. Die Polizia di Stato betont, dass jede Form von verdächtiger Aktivität gemeldet werden sollte, um die Ermittlungen der Polizia Postale zu unterstützen.

Präventionsmaßnahmen und Verhalten im Schadensfall

Um sich vor der Übernahme des eigenen Kontos zu schützen, hat die Polizia di Stato am 3. und 4. September 2026 einen Katalog an Sicherheitsempfehlungen veröffentlicht. Ein zentraler Aspekt ist die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung innerhalb der App, die eine zusätzliche Sicherheitsebene bietet. Zudem sollten Nutzer regelmäßig prüfen, welche Geräte mit ihrem WhatsApp-Konto verbunden sind, und unbekannte Verknüpfungen sofort trennen.

Anzeige

Wer sich vor Identitätsdiebstahl und Hacker-Angriffen schützen möchte, findet in der neuen Passkey-Technologie eine sichere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die sicherste Login-Methode bei WhatsApp und Co. in wenigen Minuten einrichten. Kostenlosen Passkey-Ratgeber jetzt herunterladen

Für den Umgang mit Geldforderungen über Messaging-Dienste raten die Behörden zu folgender Vorgehensweise:

  • Zahlungen sollten niemals ohne vorherige persönliche Verifizierung geleistet werden.
  • Die Identität des Absenders muss über einen alternativen Kommunikationskanal, vorzugsweise durch einen direkten Telefonanruf, bestätigt werden.
  • Sicherheitscodes für die App-Aktivierung dürfen unter keinen Umständen mit Dritten geteilt werden.
  • Sowohl das Betriebssystem des Mobilgeräts als auch die WhatsApp-Anwendung selbst müssen stets auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Sollte ein Konto bereits kompromittiert worden sein, empfiehlt die Polizei, umgehend Anzeige bei der Polizia Postale zu erstatten und das soziale Umfeld über den Identitätsdiebstahl zu informieren, um weiteren finanziellen Schaden im Freundes- und Familienkreis zu verhindern.