In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres ist die Zahl der WhatsApp-Kontoübernahmen in Hongkong massiv angestiegen. Behörden registrierten in diesem Zeitraum 2.020 Fälle, was einer Zunahme von 154 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Die daraus resultierenden finanziellen Schäden belaufen sich auf insgesamt 150 Mio. HK-Dollar. Den Angaben zufolge ist der Messenger-Dienst WhatsApp in 99 Prozent aller gemeldeten Fälle von Konto-Entführungen betroffen.
Hohe Schäden durch gezielte Betrugsmaschen
Besonders zwei Einzelfälle verdeutlichen die Dimension der kriminellen Aktivitäten. Ein Finanzmanager verlor 12,2 Mio. HK-Dollar, nachdem Betrüger das zuvor gehackte Konto seines Vorgesetzten übernommen hatten und ihn unter dieser falschen Identität kontaktierten. In einem weiteren Fall erlitt ein Geschäftsmann einen Verlust von 10 Mio. HK-Dollar durch einen Betrug, bei dem Deepfake-Technologie zur Stimmenimitation eingesetzt wurde.
Die Polizei identifizierte als primäre Methoden der Angreifer klassisches Phishing sowie die sogenannte Suchmaschinen-Vergiftung, um Nutzer auf präparierte Seiten zu locken und deren Zugangsdaten abzugreifen. Andere Quellen beziffern die Schadenssumme für den Zeitraum von Januar bis Juli 2026 auf über 140 Mio. HK-Dollar bei insgesamt mehr als 1.990 dokumentierten Fällen von WhatsApp-Betrug.
Betrugsmuster und Warnungen in Deutschland
Auch in Deutschland beobachten Experten spezifische Betrugsmuster. Eine verbreitete Masche nutzt gefälschte Abstimmungseinladungen, bei denen Nutzer beispielsweise gebeten werden, für eine Person namens Klara abzustimmen.
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Ziel dieser Nachrichten ist es, die Zielpersonen zur Preisgabe ihrer Telefonnummer und des von WhatsApp versendeten Verifizierungscodes zu bewegen. Sobald die Angreifer Zugriff auf diesen Code haben, können sie das Konto übernehmen.
Sicherheitsexperten und die Polizei raten im Falle einer Kompromittierung dazu, umgehend alle Kontakte zu informieren, um Folgeschäden im Bekanntenkreis zu verhindern. Zudem wird die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung dringend empfohlen.
Meta reagiert mit technologischen Sicherheitsupdates
Der Mutterkonzern Meta hat als Reaktion auf die zunehmenden Angriffe neue Sicherheitsmaßnahmen für WhatsApp angekündigt. Die Zwei-Schritt-Verifizierung wird dahingehend verschärft, dass künftig ein Passwort mit mindestens acht Zeichen gefordert wird, das sowohl Buchstaben als auch Zahlen enthalten muss. Damit wird das bisherige System der sechsstelligen PIN abgelöst.
Zusätzlich baut der Messenger-Dienst die Unterstützung für Passkeys weiter aus. Laut Unternehmensangaben haben bereits über eine Milliarde Nutzer diese Technologie aktiviert. Für Android-Nutzer wurden zudem Funktionen eingeführt, die zusätzliche Informationen über unbekannte Anrufer anzeigen, wie etwa das Herkunftsland oder gemeinsame Gruppenmitgliedschaften.
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Neue Schutzfunktionen in der Erprobung
In einer aktuellen Beta-Version für Android testet WhatsApp derzeit einen sogenannten Scam-Alert-Schalter. Diese Funktion scannt Nachrichten von unbekannten Absendern direkt auf dem Endgerät auf potenzielle Betrugsmuster. Die Analyse erfolgt lokal, sodass keine Daten an Meta übertragen werden, sofern der Nutzer diese nicht explizit teilt.
Der Warnmechanismus ist standardmäßig deaktiviert und kann von Testern optional zugeschaltet werden. Nutzer haben bei einer Warnung die Möglichkeit, den Absender zu blockieren, zu melden oder als vertrauenswürdig einzustufen.
Eine entsprechende Funktion ist auch für das iPhone geplant. Ein konkretes Datum für die allgemeine Einführung dieser Sicherheitsfunktion steht noch nicht fest; die Verteilung der verschiedenen Updates soll schrittweise erfolgen.

