Die Polizeibehörden warnen aktuell vor einer neuen, gezielten Betrugsmasche beim Messenger-Dienst WhatsApp. Kriminelle versuchen dabei, die Kontrolle über Nutzerkonten zu erlangen, indem sie die Opfer zur Teilnahme an vermeintlichen Online-Umfragen oder Votings bewegen. In den letzten Tagen wurden mehrere Fälle bekannt, in denen diese Methode erfolgreich angewendet wurde, um anschließend im Namen der rechtmäßigen Besitzer Geld von deren Kontakten zu fordern.
Funktionsweise der Kontenübernahme
Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzen die Täter gefälschte Abstimmungslinks oder QR-Codes, die sie über den Messenger verbreiten. Die Nachrichten suggerieren oft die Teilnahme an einem harmlosen Online-Voting. Sobald ein Nutzer auf den Link klickt, wird er dazu aufgefordert, eine PIN einzugeben oder einen QR-Code zu scannen.
Dieses Vorgehen dient dazu, das WhatsApp-Konto auf einem anderen Gerät der Täter zu autorisieren. Geben die Betroffenen die entsprechenden Sicherheitsmerkmale preis, verlieren sie umgehend den Zugriff auf ihren eigenen Account. Die Angreifer übernehmen die Identität des Opfers und können auf sämtliche Chatverläufe sowie die Kontaktliste zugreifen.
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Betrug mit vorgetäuschten Notlagen
Das Ziel der Kontenübernahme ist in der Regel eine anschließende finanzielle Bereicherung. Die Betrüger nutzen das Vertrauensverhältnis innerhalb der Kontaktliste des Opfers aus. Im Namen des Kontoinhabers versenden sie Nachrichten an Freunde und Verwandte, in denen sie eine dringende finanzielle Notlage vortäuschen und um kurzfristige Überweisungen bitten.
Ein konkreter Fall aus Sanitz im Landkreis Rostock verdeutlicht die Vorgehensweise der Täter. Ein 65-jähriger Mann erhielt Ende Juli eine Nachricht mit einem Link zu einem angeblichen Voting. Nachdem er den Anweisungen gefolgt war, übernahmen die Kriminellen sein Konto. In der Folge wurden seine Kontakte kontaktiert und um Geld für eine angeblich notwendige Zahnbehandlung gebeten. Die Ermittlungen zeigten, dass bereits einige Personen aus dem Umfeld des Mannes auf die Täuschung hereingefallen waren und Geld überwiesen hatten.
Warnhinweise der Polizei
Aufgrund der aktuellen Vorfälle mahnen die Sicherheitsbehörden zu erhöhter Aufmerksamkeit im Umgang mit Messenger-Diensten. Experten der Polizei raten dazu, niemals PIN-Codes, Verifizierungslinks oder QR-Codes mit Dritten zu teilen, selbst wenn die Anfrage scheinbar von bekannten Kontakten stammt.
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Sollte ein Konto bereits übernommen worden sein, empfiehlt die Polizei, das Umfeld umgehend auf anderem Wege über den Identitätsdiebstahl zu informieren, um weitere Betrugsschäden zu verhindern. Zudem weisen die Beamten darauf hin, dass seriöse Anbieter oder Bekannte im Normalfall keine sensiblen Zugangsdaten über Chat-Nachrichten abfragen würden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der aktuellen Welle und den Urhebern der gefälschten Links dauern an. In mehreren Regionen, darunter Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, wurden entsprechende Warnungen veröffentlicht, um die Öffentlichkeit für diese spezielle Form des Identitätsdiebstahls zu sensibilisieren.

