WhatsApp-Betrug: RatHat-Malware umgeht 2FA mit künstlicher KI

Gefälschte Einladungen und Dokumente führen zu hohen Verlusten, während KI-Malware und illegale SIM-Netzwerke den Betrug ausweiten.

Behörden und IT-Sicherheitsunternehmen melden eine signifikante Zunahme von Cyberkriminalität, bei der bösartige APK-Dateien als harmlose Einladungen oder offizielle Dokumente getarnt werden. Diese Schadsoftware wird vornehmlich über den Messenger-Dienst WhatsApp verbreitet, wobei die Täter auf komplexe Infrastrukturen aus illegal verteilten SIM-Karten zurückgreifen, um ihre Opfer zu täuschen und hohe Geldbeträge zu entwenden.

Betrugsmasche über gefälschte Einladungen und Dokumente

In den vergangenen Wochen kam es zu einer Reihe von Vorfällen, bei denen Privatpersonen durch manipulierte Installationsdateien (APKs) geschädigt wurden. Am 11. September 2026 verlor ein 65-jähriger ehemaliger Armeeangehöriger aus Pune 28,7 Lakh Rupien.

Der Betrug erfolgte über neun Transaktionen innerhalb von etwa drei Stunden, nachdem er auf einen WhatsApp-Link zu einer Datei namens „Pension Card Verification Retired Personnel“ geklickt hatte. Ein vermeintlicher Bankmitarbeiter hatte ihn zuvor telefonisch dazu angewiesen.

Ähnliche Fälle wurden aus Ahmedabad und Vadodara gemeldet. Am 5. September 2026 erhielt ein 78-jähriger Mann aus Vadodara-Akota eine als Hochzeitseinladung getarnte APK-Datei. In der Folge wurden insgesamt 10,61 Lakh Rupien von seinen Konten auf verschiedene Fremdkonten überwiesen, darunter eine unautorisierte Abbuchung von 98.000 Rupien am 12. September 2026. Ein weiterer Geschäftsmann aus demselben Umfeld verlor über 1 Lakh Rupien.

Zudem nutzen Angreifer vermeintliche Rechnungsaktualisierungen. Eine Krankenschwester aus Ahmedabad überwies nach einem Anruf eines angeblichen Mitarbeiters eines Gasversorgers am 13. September 2026 eine Kleinstumme von 13 Rupien über eine per WhatsApp gesendete APK.

Durch die Eingabe ihrer ATM-Daten und PIN ermöglichte sie den Tätern den Zugriff, woraufhin insgesamt 1,32 Lakh Rupien von ihren Konten bei der Axis Bank und der Bank of Baroda abgebucht wurden.

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Technologische Evolution: Malware mit künstlicher Intelligenz

Sicherheitsexperten beobachten eine technische Weiterentwicklung der verwendeten Schadsoftware. Das Unternehmen Zimperium identifizierte die Android-Malware „RatHat“, die über Phishing-Seiten und Kurznachrichten verbreitet wird.

Diese Software nutzt laut Analyseberichten vom 16. September 2026 generative künstliche Intelligenz, um Benutzeroberflächen zu automatisieren und Sicherheitsbarrieren wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) sowie OTP-Schlüssel zu umgehen.

Experten von Quick Heal warnen zudem seit August 2026 vor einer Zunahme von Malware-Infektionen über WhatsApp-Web-Sitzungen. Die Angreifer verwenden dabei Dateiformate wie VBS, ZIP, IMG oder VHD, die als Finanzberichte oder offizielle Mitteilungen getarnt sind.

Nach der Infektion installieren die Programme Backdoor-Trojaner, die es den Tätern ermöglichen, die volle Kontrolle über die Geräte zu übernehmen. Besonders gefährdet seien Führungskräfte und Finanzpersonal, da sich die Malware über kompromittierte Konten innerhalb bestehender Kontaktlisten weiterverbreite.

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Zerschlagung illegaler SIM-Netzwerke und krimineller Infrastrukturen

Die polizeilichen Ermittlungen konzentrieren sich verstärkt auf die logistische Basis der Betrüger. In Nawada und Sheikhpura wurden Mobilfunk-Agenten festgenommen, die hunderte SIM-Karten unter falschen Identitäten vertrieben hatten. Allein in Nawada wurden 96 SIM-Karten mit 159 Beschwerden über einen Gesamtschaden von 91,11 Lakh Rupien in Verbindung gebracht.

In Mumbai zerschlug die Polizei eine Bande, die SIM-Karten und Einmalpasswörter (OTPs) an Betrüger in Kambodscha lieferte. Ein Verdächtiger soll mindestens 6.000 SIM-Karten genutzt und pro OTP Zahlungen in Kryptowährungen verlangt haben.

Die indische Direktion für Wirtschaftskriminalität (ED) identifizierte bereits im Juni rund 36.000 aktive indische SIM-Karten in Kambodscha, von denen über 5.000 direkt mit Betrugsfällen im Wert von 100 Crore Rupien verknüpft waren.

Die Mumbai Crime Branch meldete zudem die Festnahme von sieben Personen, die Bankkonten mit gefälschten Identitäten für Cyberbetrug bereitstellten, wobei ein Gesamtschaden von 400 Crore Rupien im Raum steht.

Behördenvertreter raten dringend dazu, keine APK-Dateien aus unbekannten Quellen zu installieren und verdächtige Nachrichten vor dem Öffnen über alternative Kommunikationswege zu verifizieren.