WhatsApp hat heute eine große Funktionserweiterung veröffentlicht. Im Zentrum steht die lang erwartete Möglichkeit, auf dem iPhone zwei Konten parallel zu nutzen. Zudem kommen KI-gestützte Schreibhilfen und Foto-Editoren direkt in den Chats. Die Updates zielen darauf ab, die App zum zentralen Kommunikations-Hub für Beruf und Privatleben zu machen.
Endlich: Zwei Konten auf einem iPhone
Die wichtigste Neuerung betrifft Millionen von iPhone-Nutzern. Sie können nun zwei separate WhatsApp-Konten – etwa für Beruf und Privates – in einer App verwalten. Bisher war dies nur Android-Nutzern vorbehalten oder erforderte Umwege wie die separate Business-App.
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Ein Profil-Indikator im unteren Tab zeigt an, welches Konto gerade aktiv ist. Jedes Konto behält seine eigenen Chats, Benachrichtigungen und Privatsphäre-Einstellungen. Die Einrichtung erfordert weiterhin eine zweite Telefonnummer per SIM oder eSIM. Analysten sehen darin eine Reaktion auf den trend „Bring Your Own Device“ (BYOD), bei dem Mitarbeiter berufliche Kommunikation auf dem privaten Handy führen.
Meta AI: KI schreibt mit und bearbeitet Fotos
Die Integration von Meta AI wird deutlich vertieft. Neu sind KI-Foto-Tools direkt im Chat: Nutzer können störende Hintergründe entfernen, diese per Textbefehl austauschen oder künstlerische Filter anwenden, bevor sie ein Bild senden. Das soll den Griff zu externen Bearbeitungs-Apps reduzieren.
Ebenfalls neu ist die „KI-Schreibhilfe“. Ein Stift-Symbol beim Tippen schlägt passende Antworten vor, basierend auf dem Konversationsverlauf. Diese können unverändert gesendet oder persönlich angepasst werden. Meta betont, dass diese KI-Interaktionen „privat verarbeitet“ werden. Die Inhalte bleiben für das Unternehmen unsichtbar, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt gewahrt.
Einfacher Wechsel zwischen iOS und Android
Ein weiterer großer Schritt ist die vereinfachte Datenmigration. Neu unterstützt WhatsApp den nahtlosen Transfer des gesamten Chatverlaufs – inklusive Medien – von einem iPhone auf ein Android-Gerät. Bisher war nur der umgekehrte Weg offiziell möglich. Dies senkt die Hürden für einen Wechsel des Betriebssystems erheblich.
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Zugleich wird die Speicherverwaltung granularer. In den Chat-Einstellungen findet sich nun die Option „Speicher verwalten“. Dort können Nutzer gezielt große Dateien wie Videos aus einzelnen Chats löschen, ohne die gesamte Unterhaltung zu vernichten. Eine weitere Option löscht nur Medien, behält aber den Textverlauf. Angesichts stetig wachsender Mediendaten sind solche Tools für Geräte mit begrenztem Speicher essenziell.
DMA-Treiber: Interoperabilität wird ausgebaut
Die Updates stehen im Kontext der europäischen Digital Markets Act (DMA)-Vorgaben. Seit November 2025 können WhatsApp-Nutzer in der EU bereits mit Nutzern kleinerer Dienste wie BirdyChat chatten. Die aktuelle Version verbessert diese Verbindungen und erweitert die Unterstützung für das Teilen von Medieninhalten über diese Kanäle.
Meta behält einen strengen Datenschutzansatz bei: Dritt-Anbieter müssen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einhalten. Für EU-Nutzer erscheinen diese externen Chats in einem separaten, klar gekennzeichneten Bereich des Posteingangs. Dies soll Erwartungen an die Funktionsvielfalt steuern, da nicht alle WhatsApp-Features in externen Chats verfügbar sind.
Strategische Positionierung im Messenger-Krieg
Das Timing ist strategisch. Konkurrenten wie Telegram und Signal bieten Multi-Account und erweiterte Geräteunterstützung schon länger. Mit der direkten Integration von Meta AI setzt WhatsApp nun auf einen einzigartigen Nutzen. Die erleichterte Datenmigration zwischen iOS und Android zielt zudem auf Nutzerbindung durch Service-Qualität, nicht durch technische Lock-in-Effekte.
Die Betonung der datenschutzfreundlichen KI-Verarbeitung soll das Vertrauen bewahren, während sich die App von einem simplen Messenger zu einem KI-gesteuerten Kommunikationszentrum wandelt. Die parallele Verbreitung von eSIM-Technologie macht die notwendige Zwei-Nummern-Einrichtung zudem immer einfacher.
Was kommt als Nächstes?
Der Fahrplan für 2026 verspricht weitere Revolutionen. Branchenkenner erwarten bis Mitte des Jahres ein dediziertes Benutzernamen-System. Dies würde Chats ohne Preisgabe der Telefonnummer ermöglichen – eine der größten Änderungen am Identitätsmodell seit Gründung.
Die DMA-Vorgaben sehen bis 2027 zudem Interoperabilität für Sprach- und Videoanrufe mit Drittanbietern vor. Die Infrastruktur der aktuellen Updates bereitet diesen Schritt bereits vor. Die Herausforderung für Meta bleibt, regulatorische Anforderungen mit dem Kernversprechen von Geschwindigkeit und Sicherheit in Einklang zu bringen. Das heutige Update konsolidiert die Plattform jedenfalls als vielseitigeres Werkzeug für seine milliardenfache Nutzerschaft.





