Meta hat seine neue Enterprise Platform vorgestellt, mit der KI-Modelle, Agenten und Entwicklerwerkzeuge gezielt an Unternehmen und Entwickler vermarktet werden sollen.
Zum Start gehören laut einem Bericht vom 28. September 2026 die Produkte Muse, Meta Business Agent, die Muse API sowie Muse Code. Gleichzeitig treten ab dem 1. Oktober neue Gebühren für Servicenachrichten auf der WhatsApp Business Platform in Kraft – eine Änderung, die direkt an die neue Unternehmensausrichtung anknüpft.
Neue Führung für das Enterprise-Geschäft
Für die Leitung des Bereichs hat Meta Chirantan „CJ“ Desai verpflichtet, zuvor CEO von MongoDB. Desai wurde zum Chief Enterprise Platform Officer ernannt und berichtet direkt an Konzernchef Mark Zuckerberg. Dieser bezeichnete das Enterprise-Geschäft als nächste große Geschäftssäule des Unternehmens und rechnet damit, dass Meta in den kommenden zwei Jahren insgesamt 600 Milliarden US-Dollar für KI ausgeben wird.
Desais Wechsel hatte unmittelbare Folgen bei seinem bisherigen Arbeitgeber: MongoDB ernannte den früheren CEO Dev Ittycheria zum Interims-CEO, bestätigte jedoch die Prognosen für das dritte Quartal und das Geschäftsjahr 2027 und hielt am 29. September wie geplant seinen Investorentag ab.
An den Finanzmärkten sorgte der Führungswechsel dennoch für Turbulenzen: Die MongoDB-Aktie fiel nach Bekanntwerden von Desais Weggang um mehr als 17 Prozent, laut einem Reuters-Bericht bei Investing.com im Morgenhandel um etwa 18 Prozent.
Milliardeninvestitionen sollen sich auszahlen
Die neue Plattform soll dabei helfen, Metas massive KI-Investitionen zu monetarisieren. Laut Wall Street Journal gibt Meta für 2026 mehr als 100 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur aus. Social Media Today beziffert die zugesagten KI-Infrastruktur-Ausgaben allein in den USA auf mehr als 600 Millionen US-Dollar und schätzt die gesamten KI-Verpflichtungen des Konzerns auf mehr als eine Billion US-Dollar.
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Konkrete Preise, Service-Level-Zusagen, Datenresidenzbedingungen oder detaillierte Verwaltungsfunktionen für die Enterprise Platform hat Meta bislang nicht veröffentlicht; auch das Kauf- und Betriebsmodell ist noch offen. Das Unternehmen betont lediglich, Sicherheit und Datenschutz seien von Beginn an in die Produkte integriert.
Für die Model API gilt bereits: Der Standard-Tarif schließt Kundeneingaben und -antworten vom Modelltraining aus, ein günstigerer Contributor-Tarif erlaubt hingegen deren Nutzung. Ob diese Regelung auch für die Enterprise Platform gelten wird, ist bislang unklar.
Die bestehende Reichweite von Metas KI-Diensten ist bereits beachtlich: Im Juni nutzten mehr als eine Million Unternehmen den Business Agent auf WhatsApp und Messenger. Die im September in den USA eingeführte App Muse kam laut Reuters seit dem Start auf mehr als 2,5 Millionen Downloads und war zeitweise die meistgeladene kostenlose App im US-App Store von Apple.
WhatsApp Business wird ab Oktober kostenpflichtig
Parallel zur Enterprise-Strategie führt Meta ab dem 1. Oktober eine grundlegende Änderung bei der WhatsApp Business Platform ein: Erstmals werden Serviceantworten innerhalb des bislang offenen 24-Stunden-Kundenservicefensters berechnet – unabhängig davon, ob sie von Menschen oder Chatbots stammen.
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Pro Geschäftsnummer bleiben monatlich 1.000 zugestellte Servicenachrichten kostenlos, ab der 1.001. Nachricht fallen je nach Land die dortigen Utility- beziehungsweise Authentifizierungsraten an. Nicht genutzte Freimengen verfallen monatlich, eingehende Kundennachrichten bleiben weiterhin kostenlos.
Auch Utility-Vorlagen innerhalb des 24-Stunden-Fensters werden ab dem 1. Oktober berechnet und zählen nicht zur Freimenge. Utility-Nachrichten außerhalb des Fensters sowie Marketing- und Authentifizierungsvorlagen waren bereits zuvor kostenpflichtig.
Weiterhin kostenlos bleiben die 72-Stunden-Fenster nach Click-to-WhatsApp-Anzeigen sowie nach Facebook- und Instagram-Call-to-Actions; auch die kostenlose WhatsApp-Business-App ist von der Änderung nicht betroffen.
Unternehmen wurden aufgefordert, bis zum 30. September eine Zahlungsart zu hinterlegen, da sonst ab dem 1. Oktober die Zustellung kostenpflichtiger Servicenachrichten blockiert werden könnte. Bereits am 23. September hatte Meta laut Analytikos die Gebühren ab dem 1. Oktober bestätigt.
Die konkreten Tarife variieren je nach Land deutlich. In Brasilien kostet eine Servicenachricht nach Ausschöpfung der Freimenge 0,0350 Real; Marketing-Nachrichten schlagen mit 0,3217 Real zu Buche. In Indonesien liegt der Preis für Servicenachrichten bei 356,65 Rupien, wobei Utility-Nachrichten im offenen Fenster bereits ab der ersten Nachricht kostenpflichtig sind.
In Kenia zahlen Unternehmen künftig 0,0040 US-Dollar je zugestellter Utility-Nachricht auch innerhalb des offenen Kundenservicefensters – ein Dienst, der dort seit Juli 2025 kostenlos war. Marketingnachrichten bleiben in Kenia bei umgerechnet etwa 3,20 bis 3,30 Schilling pro zugestellter Nachricht.
Weitere Produktentwicklungen
Parallel zu den Preisänderungen arbeitet Meta laut Berichten an weiteren Funktionen für WhatsApp Business, darunter KI-gestützte automatische Antworten, Analysen von Kundeninteraktionen sowie erweiterte Nachrichtenvorlagen.
Zudem soll laut GSM Arena eine überarbeitete Android-Navigationsleiste in Entwicklung sein, die Meta AI direkt integriert statt sie als schwebenden Button darzustellen. Ein früher Entwurf wurde in einer WhatsApp-Beta-Version für Android entdeckt, das Design gilt jedoch als nicht final und noch nicht bereit für eine öffentliche Einführung.

