WhatsApp: Close Friends und Sichtbarkeitslisten ab sofort verfügbar

WhatsApp führt detaillierte Sichtbarkeitslisten für Status ein und testet eine horizontale Leiste im Chat-Tab für mehr Reichweite.

Der Messenger-Dienst führt umfassende Neuerungen ein: Nutzer können künftig genau bestimmen, wer ihre Status-Updates sieht. Gleichzeitig rücken die temporären Beiträge stärker in den Fokus der Benutzeroberfläche.

Der Meta-Konzern treibt die Entwicklung von WhatsApp massiv voran. Im Zentrum stehen dabei zwei große Neuerungen: detaillierte Privatsphäre-Einstellungen für Status-Updates und eine optische Aufwertung des Status-Bereichs direkt in der Chat-Übersicht. Die ersten Funktionen rollen ab sofort aus, weitere befinden sich im Beta-Stadium.

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„Close Friends“ und maßgeschneiderte Sichtbarkeit

Ein zentrales Update betrifft die Kontrolle über die Verbreitung von Status-Inhalten. Seit dem 25. Mai 2026 führt WhatsApp sogenannte „Status Visibility Lists“ für iOS und Android ein. Nutzer können damit feste Gruppen wie „Familie“ oder „Arbeit“ anlegen und für jeden neuen Status festlegen, welche dieser Gruppen ihn sehen darf.

Bislang war dafür eine manuelle Anpassung der Privatsphäre-Einstellungen für jeden einzelnen Beitrag nötig. Das neue System vereinfacht diesen Prozess erheblich. Eine voreingestellte Liste namens „Close Friends“ ermöglicht zudem das schnelle Teilen persönlicher Inhalte mit einem vertrauten Kreis.

Bereits einen Tag später, am 26. Mai, wurden weitere Details zu dieser Funktion bekannt. In den Beta-Versionen für Android (2.26.19.11) und iOS (26.19.10.72) werden Status-Updates für den engeren Freundeskreis mit einem lila Kreis markiert. Dies signalisiert dem Empfänger, dass der Inhalt nur einer ausgewählten Gruppe zugänglich ist. Nutzer können ihre individuellen Listen zudem mit Namen und Emojis personalisieren.

Wichtig: Die Änderungen an diesen Listen bleiben privat. Kontakte erhalten keine Benachrichtigung, wenn sie hinzugefügt oder entfernt werden. Der Rollout hat begonnen, ein genaues Datum für die weltweite Verfügbarkeit nannte Meta bislang nicht.

Status rückt in den Vordergrund

Parallel zu den Privatsphäre-Optionen testet WhatsApp eine grundlegende Neugestaltung der Benutzeroberfläche. In der iOS-Beta (Version 26.20.10.71) über TestFlight entdeckten Analysten eine horizontale Statusleiste ganz oben im primären „Chats“-Tab.

Diese Leiste ersetzt im Test vorübergehend den Titel „Chats“, wenn neue Status-Updates vorliegen. Sie zeigt eine Karussell-Ansicht der verfügbaren Beiträge, die beim Scrollen durch die Nachrichtenliste in den Hintergrund rückt. Um Platz für die neue Leiste zu schaffen, wurde der Kamera-Button in diesen Beta-Versionen entfernt.

Der „Updates“-Tab bleibt die Hauptanlaufstelle für abonnierte Kanäle. Die Integration in den Chat-Tab soll jedoch die Schritte reduzieren, die Nutzer unternehmen müssen, um die Beiträge ihrer Freunde zu sehen. Wer die klassische Navigation bevorzugt, findet Status-Updates weiterhin über den Updates-Tab, die Chat-Info-Seiten und durch Antippen des Profilbilds eines Kontakts.

Spoiler-Schutz und Kontakte im Blick

Neben Sichtbarkeit und Privatsphäre arbeitet WhatsApp auch an neuen Werkzeugen für die Inhaltsdarstellung. Seit dem 25. Mai ist ein „Spoiler“-Tool in der Entwicklung. Es erlaubt Nutzern, sensible Textinhalte oder Bildunterschriften hinter einem Unschärfeeffekt zu verstecken. Der Empfänger muss dann bewusst auf den unscharfen Bereich tippen, um den Inhalt freizuschalten – ideal, um etwa Filmspoiler oder private Informationen zu schützen. Zunächst auf Text und Bildunterschriften beschränkt, soll die Funktion künftig auch für Fotos und Videos ausgebaut werden.

Einen Tag später, am 26. Mai, wurde ein neuer „Contacts Hub“ in den Beta-Versionen für Android (2.26.13.3) und iOS (26.20.10.70) identifiziert. Diese zentrale Anlaufstelle zeigt Nutzern, welche ihrer Kontakte gerade online sind. Die Ansicht umfasst eine Liste von Favoriten und zuletzt aktiven Personen; aktuell online befindliche Kontakte sind mit einem grünen Punkt markiert.

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Entwickler betonen, dass die Funktion bestehende Privatsphäre-Einstellungen respektiert. Wer seinen „Zuletzt online“- oder „Online“-Status versteckt hat, taucht in dieser Liste für andere nicht auf. Das Tool soll schnellere Gespräche ermöglichen, indem es zeigt, wer sofort für einen Chat verfügbar ist.

Medien entdecken WhatsApp-Kanäle

Die zunehmende Vielseitigkeit von WhatsApp zeigt sich auch in der Nutzung durch traditionelle Medien. Am 26. Mai 2026 kündigte Radio Duisburg den Start eines eigenen WhatsApp-Kanals an. Ziel ist es, lokale Nachrichten direkt an Abonnenten zu liefern. Dieser Schritt unterstreicht einen wachsenden Trend, bei dem Nachrichtenorganisationen Messaging-Plattformen für die Einweg-Kommunikation von Texten, Bildern, Videos und interaktiven Umfragen nutzen.

Der Erfolg solcher Kanäle hängt maßgeblich von der Relevanz und Qualität der bereitgestellten Inhalte ab. Mit der zunehmenden Verbreitung dieser Tools entwickelt sich der „Updates“-Tab zu einem hybriden Raum, der persönliche soziale Beiträge mit professioneller Nachrichtenkuratierung verbindet. WhatsApp bewegt sich damit weg von der reinen Personen-zu-Personen-Kommunikation hin zu einem umfassenden digitalen Knotenpunkt für private und öffentliche Informationen.

Strategische Ausrichtung und Marktanalyse

Die aktuellen Neuerungen zeigen eine klare strategische Ausrichtung von WhatsApp an anderen Meta-Plattformen, insbesondere Instagram. Mit der Einführung von Funktionen wie „Close Friends“ und dem horizontalen Story-Karussell greift WhatsApp auf etablierte Nutzergewohnheiten zurück, um die Interaktion zu steigern.

Branchenbeobachter sehen in diesen Änderungen den Versuch, Nutzer länger in der App zu halten. Die Status-Funktion, die historisch weniger prominent war als Instagram Stories, soll zu einem zentraleren Bestandteil des täglichen Nutzererlebnisses werden. Dass der Status-Feed während dieser Übergangsphase werbefrei bleibt, deutet darauf hin, dass Meta zunächst auf Nutzerbindung und Gewohnheitsbildung setzt, bevor eine Monetarisierung in Betracht gezogen wird.

Der Fokus auf detaillierte Privatsphäre-Einstellungen wie die Visibility Lists dient zudem der Abgrenzung von öffentlicheren sozialen Netzwerken. WhatsApp positioniert sich weiterhin als „sicherer“ und privater Raum für das Teilen persönlicher Momente.

Ausblick auf die Plattformentwicklung

Während die neuen Funktionen von der Beta-Phase in die allgemeine Verfügbarkeit übergehen, wird sich die Nutzererfahrung von WhatsApp voraussichtlich dynamischer und visueller gestalten. Die schrittweise Einführung der horizontalen Statusleiste deutet darauf hin, dass Meta das Nutzerfeedback genau beobachtet, bevor eine dauerhafte Änderung für Milliarden von Nutzern vorgenommen wird.

In den kommenden Wochen sollen Beta-Tester weitere Updates zu den Spoiler-Formatierungswerkzeugen und dem Contacts Hub erhalten. Ein konkretes Datum für die breite Veröffentlichung der „Close Friends“-Funktion und des Interface-Redesigns hat Meta zwar nicht genannt. Die Dichte der aktuellen Beta-Updates lässt jedoch vermuten, dass ein umfassenderer Rollout bevorstehen könnte.

Die zentrale Herausforderung für WhatsApp wird sein, die neuen interaktiven Funktionen mit der Einfachheit und Privatsphäre in Einklang zu bringen, die den Markterfolg des Dienstes ursprünglich begründet haben.