WhatsApp erhält Acrobat: PDF-Bearbeitung direkt im Chat

Adobe ermöglicht PDF-Bearbeitung in WhatsApp Web und Desktop. Neue Sicherheitslücke in Chrome-Erweiterung wurde geschlossen.

Der Softwarekonzern Adobe bringt seine Acrobat-Funktionen ab sofort in WhatsApp – und macht das Bearbeiten von PDF-Dokumenten direkt im Chat möglich.

Nutzer von WhatsApp Web und der Windows-Desktop-App können Dokumente künftig öffnen, kommentieren und bearbeiten, ohne sie vorher herunterladen zu müssen. Die Integration, die Adobe am heutigen Mittwoch vorgestellt hat, erlaubt das Scrollen, Zoomen und Markieren von Textpassagen direkt im Chat-Fenster.

Sicherheit bleibt oberste Priorität

Die neuen Funktionen unterstützen auch passwortgeschützte Dokumente. Adobe betont, dass die bestehende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp erhalten bleibt. Während grundlegende Lese- und Anmerkungsfunktionen für alle Nutzer kostenlos sind, benötigen erweiterte Bearbeitungsmöglichkeiten und der KI-Assistent ein aktives Acrobat-Abonnement.

Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie: Adobe bettet seine PDF-Funktionalität zunehmend in weit verbreitete Plattformen ein – darunter Google Chrome, Microsoft 365, ChatGPT und Workday. Das Unternehmen verweist auf über 400 Milliarden Dokumente, die jährlich über Acrobat geteilt werden.

WhatsApp erhält „Liquid Glass“-Design

Parallel zur Adobe-Integration rollt WhatsApp ein umfassendes visuelles Update aus. Seit gestern erhalten Mac-Nutzer nach und nach das neue „Liquid Glass“-Design. Es bringt eine durchscheinende Seitenleiste mit Textbeschriftungen, ein überarbeitetes Anhangsmenü sowie eigene Bereiche für Communities und gesperrte Chats. Die Verfügbarkeit für alle Mac-Nutzer soll in den kommenden Wochen steigen.

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Sicherheitslücke geschlossen

Adobe hat zudem eine Sicherheitslücke in der Chrome-Erweiterung von Acrobat geschlossen. Die als CVE-2026-48294 bekannte Schwachstelle – intern „HermeticReader“ genannt – betraf Versionen vor 26.5.2.3. Sie hätte potenziell unbefugten Datenzugriff auf WhatsApp-Web-Sitzungen ermöglichen können. Der aktualisierte Fix ist mittlerweile auf rund 329 Millionen Browsern installiert.

KI-Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Eine am Montag veröffentlichte Adobe-Umfrage unter 1.002 Vollzeitbeschäftigten in den USA zeigt ein bemerkenswertes Missverhältnis: Obwohl 90 Prozent der Arbeitnehmer kreative KI-Tools nutzen möchten, tun dies tatsächlich nur neun Prozent.

Die Befragten schätzen, dass sie wöchentlich rund 7,5 Stunden – hochgerechnet 400 Stunden pro Jahr – mit Aufgaben verbringen, die KI verbessern könnte. 72 Prozent glauben, dass KI ihre Kreativität steigern kann, doch 47 Prozent wissen nicht, wie sie die Werkzeuge in ihrem spezifischen Job einsetzen sollen. Zwar geben 53 Prozent an, dass ihre Arbeitgeber KI-Lernen unterstützen, aber nur 33 Prozent haben tatsächlich eine formelle Schulung erhalten.

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„Project Indigo“: KI-Fotografie auf dem iPhone

Parallel zu diesen Entwicklungen testet Adobe seit Tagen eine experimentelle iPhone-Kamera-App namens „Project Indigo“. Die App nutzt Googles KI-Modell „Nano Banana“ und erlaubt Objektbearbeitung sowie textbasierte Stilanpassungen. Derzeit ist sie nur für einen begrenzten Nutzerkreis verfügbar.