WhatsApp, Facebook, Instagram: Meta startet globales Abo-Modell

Meta führt kostenpflichtige Abos für seine Kern-Apps ein und verstärkt Sicherheitsmaßnahmen gegen zunehmende Betrugsfälle auf den Plattformen.

Der Facebook-Konzern startet ein globales Abo-Modell für seine Kern-Plattformen – inklusive Sicherheits-Offensive gegen wachsende Betrugswellen.

Seit dem 28. Mai 2026 können Nutzer weltweit gegen Gebühr auf Premium-Features von WhatsApp, Facebook und Instagram zugreifen. Die Einführung der bezahlten Stufen fällt mit verstärkten Sicherheitswarnungen zusammen – internationale Ermittlungsbehörden melden einen deutlichen Anstieg von Finanzbetrug über die Plattformen.

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Die neuen Abo-Modelle im Überblick

WhatsApp Plus kostet 2,99 Euro pro Monat und bietet personalisierte Funktionen: Nutzer erhalten Zugriff auf individuelle App-Icons, spezielle Themes und Premium-Sticker. Hinzu kommen erweiterte Möglichkeiten für angeheftete Chats und verbesserte Steuerungsoptionen für die Chat-Liste.

Für Facebook Plus und Instagram Plus verlangt Meta jeweils 3,99 Euro monatlich. Die Abonnenten bekommen erweiterte Story-Einblicke – darunter Wiederholungszählungen und anonyme Story-Vorschauen – sowie eigene Schriftarten und Profilanpassungen.

Die Kernfunktionen aller drei Apps bleiben kostenlos. An der Börse kam die Ankündigung gut an: Metas Aktie legte um rund drei Prozent zu.

Milliarden-Investitionen in KI und Zukunftspläne

Parallel zu den neuen Abos investiert der Konzern massiv in die Zukunft. Zwischen 125 und 145 Milliarden Euro fließen in KI-Rechenzentren. Langfristig plant Meta, die verschiedenen Premium-Angebote unter der gemeinsamen Dachmarke Meta One zu bündeln.

Bereits in der Testphase befinden sich höherwertige KI-Abonnements: Meta One Plus für 7,99 Euro und Meta One Premium für 19,99 Euro pro Monat.

Fünf Sicherheitsfunktionen gegen Identitätsdiebstahl

Zum Start der Bezahlmodelle hat Meta fünf zentrale Sicherheitswerkzeuge in den Vordergrund gerückt. Sie sollen Nutzer vor Identitätsdiebstahl und Online-Betrug schützen:

  • Stummschalten unbekannter Anrufer
  • Kontextkarten mit Informationen zu unbekannten Kontakten
  • Warnungen bei Bildschirmfreigaben
  • Gerätekopplungs-Benachrichtigungen zur Verhinderung von Account-Übernahmen
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung mit sechsstelliger PIN

Aktuelle Betrugswellen: So gehen die Täter vor

Die Sicherheitshinweise kommen nicht von ungefähr. Ermittler beobachten mehrere aktive Betrugskampagnen. Eine besonders perfide Masche: Kriminelle kapern WhatsApp-Konten, indem sie Opfer bitten, für ein Kind bei einem Schulwettbewerb abzustimmen. Wer dem Link folgt, wird aufgefordert, Verifizierungscodes einzugeben oder QR-Codes zu scannen. Damit verknüpfen die Angreifer das Konto mit ihren eigenen Geräten und erhalten Zugriff auf private Chats und Kontakte.

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In Neuseeland warnte die Polizei vor einer weiteren Variante: Betrüger schalteten Facebook-Anzeigen für Tai-Chi-Kurse. Interessierte wurden per WhatsApp kontaktiert und zum Download einer App aufgefordert – die es den Tätern ermöglichte, Bankkonten auszuspähen.

In Singapur läuft seit Ende Mai ein Verfahren gegen einen 23-Jährigen, der Teil eines Syndikats gewesen sein soll. Die Gruppe nutzte WhatsApp-Gruppen und Instagram-Werbung, um für betrügerische Anlageprogramme zu werben. Die Geschädigten verloren umgerechnet mehr als 19.000 Euro.